Bundesregierung stuft Balearen als Corona-Risikogebiet ein

Mallorca-Schock! Was bedeutet die Reisewarnung für Urlauber?

17. August 2020 - 11:05 Uhr

RTL-Reiseexperte Ralf Benkö schätzt Folgen für Mallorca-Urlauber ein

Angesichts steigender Infektionszahlen hat die Bundesregierung am Freitag fast ganz Spanien als Corona-Risikogebiet eingestuft. Auch Mallorca ist betroffen. Doch was bedeutet die Reisewarnung nun für Urlauber? RTL-Reiseexperte Ralf Benkö erklärt im Video, worauf Mallorca-Reisende jetzt dringend achten sollten.

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Das erwartet aus Mallorca heimkehrende Urlauber

Das Urlaubsland Spanien gilt - mit Ausnahme der Kanarischen Inseln - für das Corona-Krisenmanagement in Deutschland nun als Risikogebiet wegen hoher Infektionszahlen. Das entschieden die beteiligten Bundesministerien. Auch Mallorca ist davon betroffen. Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in Quarantäne begeben. Was das für den Job zu Hause bedeutet, erklärt eine Rechtsanwältin hier.

Corona-Test auf Mallorca oder bei Rückkehr nach Deutschland

Für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie lassen sich schon im Urlaubsland in den 48 Stunden vor der Abreise testen. Dann müssen sie den Test aber selbst bezahlen. Oder sie lassen sich bis zu drei Tage nach der Rückkehr in Deutschland testen. Das ist dann kostenlos. In häuslicher Quarantäne muss man so lange bleiben, bis das Testergebnis da ist. In der Regel dauert das laut Gesundheitsministerium 24 bis 48 Stunden.

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Reisende können sich am Flughafen Frankfurt testen lassen

Voraussichtlich bis Ende Juli 2021 können am Flughafen Frankfurt abfliegende und auch ankommende Passagiere das "Walk-In-Testcenter" in der Nähe des Terminalgebäudes und des Fernbahnhofs aufsuchen. Die derzeitige Kapazität betrage etwa 300 Tests pro Stunde.

Tests können den Angaben zufolge entweder am Vortag oder vor Reiseantritt am Tag der Abreise in einem Eilverfahren vorgenommen werden. Alle Ergebnisse werden den Passagieren über eine sichere, digitale Plattform zur Verfügung gestellt und mit dem Flugticket verknüpft. Das Ergebnis des 59 Euro teuren Tests liege nach etwa fünf bis sechs Stunden vor.

Wer kurzfristig reisen muss und etwa in einem Drittland bei der Einreise einen höchstens 72 Stunden alten Coronatest vorweisen muss, kann das "Fast Track"-Verfahren nutzen, dessen Ergebnis bereits nach zwei bis drei Stunden vorliege. Für dieses Schnellverfahren sind nach Unternehmensangaben 139 Euro fällig.

Weitere Flughäfen mit Corona-Testzentren

Flughafen München

Wer aus dem Urlaub zurückkommt, wird kostenlos getestet. Passagiere, die in den Urlaub fliegen, können einen kostenpflichtigen Test für 190 Euro machen. Medicare, eine Tochtergesellschaft der Flughafen München GmbH, führt die Tests durch.

Wo: Im Forum des München Airport Centers (MAC) auf Ebene 04. Abfliegende Passagiere machen einen Test im medizinischen Zentrum des Airports (Terminal 1, Modul E, Ebene 03).

Flughafen Düsseldorf

Wer aus einem Risikogebieten zurückkehrt, EU-Bürger oder diejenigen, die einen Wohnsitz in der EU haben, dürfen sich kostenlos testen lassen.

Wo: Passagiere lassen sich im Zoll-Ankunftsbereich hinter dem Gepäckband 19 testen. Das Testzentrum ist von 6:00 bis Mitternacht Uhr geöffnet.

Flughafen Berlin-Tegel

Nur Rückkehrer aus Risikogebieten, die am Flughafen Berlin-Tegel ankommen, dürfen sich kostenlos testen lassen.

Wo: Die Testszelle wird von Charité und Vivantes betriebene und befindet sich im Terminal A gegenüber den Gates A00 und A07. Sie ist von 8:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.

Flughafen Berlin-Schönefeld

Nur Rückkehrer aus Risikogebieten werden hier kostenlos getestet.

Wo: Die Teststellen sind am Flughafen Schönefeld im Terminalbereich. Öffnungszeiten sind von 8:00 Uhr bis 21:00 Uhr.

Flughafen Hamburg

Wer aus einem Risikogebiet zurückreist, darf sich hier kostenlos testen lassen.

Wo: Das Corona-Testzentrum ist beim "Terminal Tango", auf der Ankunft-Ebene, gegenüber vom Parkhaus P1. Es hat von 6:00 bis 23:00 Uhr geöffnet.

Flughafen Köln/Bonn

Reisende, die in einem Risikogebiet waren, dürfen sich dort innerhalb von 72 Stunden nach ihrer Rückkehr kostenlos testen lassen.

Wo: Am Flughafen-Fernbusbahnhof, neben dem Terminal 2, befindet sich die Test-Station. Sie ist 24 Stunden am Tag geöffnet.

Flughafen Hannover

Alle Reisenden, die aus dem Ausland in Hannover landen, werden kostenlos getestet.

Wo: Testzentrum ist auf der Kurzzeitparkebene in der Ankunftsebene vor Terminal C. Es ist durchgehend geöffnet.

Flughafen Nürnberg

Alle ankommenden Fluggäste können sich hier kostenlos testen lassen.

Wo: Verpflichtende Tests für Rückkehrer aus Risikoländern findem im Sicherheitsbereichs statt. Freiwillige Untersuchungen finden zwischen Parkhaus P3 und Parkfläche P5 statt.

Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden

Jeder, der aus dem Ausland zurückreist, darf sich innerhalb von 72 Stunden nach Rückkehr kostenlos testen lassen.

Wo: Im Flughafen Leipzig/Halle ist das Testcenter im Obergeschoss des Ankunfts-/Abflugterminals. Im Flughafen Dresden: Testzentrum ist auf der Ankunftsebene des Fluggastgebäudes.

Tests auf Mallorca - meist aus eigener Tasche

Wie das "Mallorca Magazin" auf seiner Seite berichtet, gibt es auf der spanischen Urlaubsinsel mehrere Anlaufstellen für Schnelltests. Wer keine Symptome zeigt und sich nur vergewissern will, muss die Kosten allerdings aus eigener Tasche zahlen.

Beim Deutschen Facharztzentrum in Paguera sind Abstriche und Antikörpertests möglich. Die Testergebnisse, die aus einem Labor in Deutschland kommen, erhält man dort nach 48 Stunden. Ein Abstrich kostet 153 Euro. Antikörpertest und ein Schnelltest, dessen Ergebnis bereits nach 15 Minuten vorliegt, kosten 62,50 Euro.

Auch die Clínica Picasso in Palma soll solche Dienste anbieten. Deren Kosten sollen von den Privatversicherungen übernommen werden, heißt es beim "Mallorca Magazin". Ein Abstrich kostet dort 120 Euro, ein Antikörperschnelltest 55 Euro.

Bei den spanischen Privatkliniken, der Clínica Palmaplanas und der Clínica Rotger, kostet ein Abstrich 150 Euro, 60 Euro ein Antikörpertest und 45 Euro ein Schnelltest.

Mallorca-Urlaub: Gibt es jetzt Geld zurück?

Für Urlauber, die sich bereits auf Mallorca befinden:

Rechtsanwalt Arndt Kempgens erklärt: "Wenn eine Pauschalreise durch einen Reisemangel erheblich beeinträchtigt wird, kann der Reisende den Vertrag vor Ort im Urlaub kündigen (§ 651l BGB). Eine Einstufung als Risikogebiet (RKI, bereits ausgesprochen) oder sogar eine Reisewarnung (Auswärtiges Amt, wird zur Stunde abgestimmt) sind starke Indizien dafür."

Der Veranstalter sei dann verpflichtet, für eine Rückbeförderung zu sorgen – ebenso gingen Mehrkosten zu seinen Lasten, so der Experte. "Der Reisende bekommt außerdem den Teil des Reisepreises erstattet, den er nicht im Urlaub verbringen konnte."

Für Urlauber, die einen Mallorca-Urlaub planen

"Nach § 651h BGB können Reisende Pauschalreisen bei erheblicher Beeinträchtigung stornieren und bekommen ihr Geld voll zurück." erklärt Kempgens. Die Stornierung sei aber keine Pflicht, denn "Reisewarnung und Einstufung als Risikogebiet sind keine Reiseverbote."

Wer aber wissentlich in ein Risikogebiet fliegt und anschließend in Quarantäne muss. sollte beachten, dass er vom Arbeitgeber für diese Zeit keinen Lohn gezahlt bekommt: "Sein Fehlen ist dann nämlich nicht gemäß § 616 BGB unverschuldet", so der Rechtsanwalt.

Reisewarnung: Vor diesen Urlaubsländern warnt das Auswärtige Amt aktuell

Einstufung als Risikogebiet nicht gleichbedeutend mit Reisewarnung

Aus der EU stehen aktuell auch Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen sowie Teile Rumäniens und Bulgariens auf der Liste der Risikogebiete. Diese Einstufung ist nicht gleichbedeutend mit Reisewarnungen, die das Auswärtige Amt für Länder ausspricht.

Eine Reisewarnung ist zwar kein Reiseverbot, aber die abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Bisher gibt es für Spanien schon Reisewarnungen für die Hauptstadt Madrid, Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Strände der Costa Brava sowie für das spanische Baskenland und die Regionen Navarra und Aragón.

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Quelle: DPA/RTL.de