Aktion der Letzten Generation Live-Ticker: Klimakleber provozieren mit Schildern: "Wir brechen das Gesetz"

Der Ärger um die selbsternannten Retter des Weltklimas geht in eine neue Runde.
Nach den folgenschweren Protesten an den Flughäfen Düsseldorf und Hamburg haben die Klima-Aktivisten der Letzten Generationen eine Sommerpause angekündigt. Trotzdem wird in einigen Städten weiter demonstriert.

Anna Maria Pejsek

Mit Masken von Politikern: "Wir brechen das Gesetz"

Die Proteste der Klimaaktivisten der Letzten Generation haben am Freitag ganz Deutschland eingenommen. Sie klebten sich auf die Fahrbahnen in Leipzig, Berlin, Nürnberg, Göttingen oder Braunschweig. Einige protestierten in Anzügen und mit Papier-Masken von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Sie hielten dabei Banner hoch mit der Aufschrift "Wir brechen das Gesetz". Grund für den Protest war nach Angaben der Gruppe der "Bruch des Klimaschutzgesetzes durch die Regierung". 
Mit den Gesichtern von Olaf Scholz oder Robert Habeck maskiert halten die Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift: "Wir brechen das Gesetz".
Mit den Gesichtern von Olaf Scholz oder Robert Habeck maskiert halten die Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift: "Wir brechen das Gesetz". dpa
Johanna Grewer

Autofahrerin zerrt Klimakleberin an den Haaren von der Straße

„Was ist mit dir? Bist du nicht ganz dicht?“ Bei einer Straßenblockade der Letzten Generation in Bottrop eskaliert die Situation plötzlich. Eine Frau brüllt eine Klimaaktivistin an, die sich auf die Fahrbahn gesetzt hat. Sie packt die sitzende Frau an den Haaren und schleift sie von der Straße. Die Schock-Szenen – in unserem Video.
(kra)

Nürnberg verbietet unangemeldete Klimakleber-Proteste

Die Stadt Nürnberg verbietet per Allgemeinverfügung unangemeldete Klimakleber-Proteste. Von diesem Freitag an werde angeordnet, "dass bei nicht angezeigten Versammlungen der Gruppe "Letzte Generation" oder ähnlichen Versammlungen zum Klimaprotest keine Fahrbahnen benutzt werden dürfen und sich teilnehmende Personen nicht ankleben, festketten, festbinden oder niederlassen dürfen", teilte die Stadt am Donnerstag mit.
Wer sich der Allgemeinverfügung, die am Donnerstag im Amtsblatt veröffentlicht wurde, widersetze, müsse mit Geldbußen von bis zu 3000 Euro rechnen - wer dies "als Veranstalter oder als Leiter" tue, sogar mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr.
Anna Maria Pejsek

Zahlreiche Blockaden forderten zwei Verletzte 

Nachdem sich bereits eine 18-jährige Aktivistin bei dem Versuch eine Straße zu blockieren verletzt hatte, ist nun auch bekannt, dass sich ein 31-jähriger Autofahrer verletzt hat. Die 18-Jährige wurde von einem Mann von der Straße gezogen. Dabei soll sie sich leichte Verletzungen zugezogen haben, teilt eine Polizeisprecherin mit. Der 31-Jährige hat nach Polizeiangaben in einem Stau - wohl wegen mangelnder Aufmerksamkeit - den Anhänger eines Lastwagens zu spät gesehen. Dabei wurde er mit seinem Fahrzeug unter dem Anhänger eingeklemmt. Zur Schwere der Verletzungen konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. 

Klimakleber im Live-Ticker: Kapitän würde "eher von „Klimaterroristen“ sprechen“

RTL-Reporterin Franziska Schröter sitzt in einem Flugzeug in Düsseldorf. Der Kapitän ihres Fliegers hatte mitgeteilt, dass der gesamte Flugverkehr stillgelegt sei. „Es ist unklar, wann wir weiter fliegen können und auch, wann der Flughafen wieder angeflogen werden kann. Der Grund dafür sind sogenannte Klimakleber, ich würde aber eher von „Klimaterroristen“ sprechen“, so seine Durchsage.

Weiter habe er mitgeteilt, dass seine Bahn kurzzeitig geöffnet war, aber inzwischen alles geschlossen sei. „Vier Flugzeuge mussten bereits durchstarten nach Köln“, heißt es in einer Durchsage des Kapitäns in Schröters Flugzeug.

Viele Einsatzkräfte in Düsseldorf vor Ort

Laut Angaben eines dpa-Fotografen hätten sich in Düsseldorf „sechs oder sieben Menschen“ auf der Zufahrtsstraße zur Start- und Landebahn in Düsseldorf befunden.

Die Klimaaktivistinnen und -aktivisten durchtrennten nach eigenen Angaben einen Zaun, um auf das Vorfeld des Flugplatzes zu gelangen. Damit werde die Fahrt der Flugzeuge zur Startbahn blockiert, hieß es weiter. Der Flugbetrieb sei vorübergehend stark eingeschränkt, so der Fotograf. Eine große Zahl von Einsatzkräften sei vor Ort.

RTL-Reporterin Schröter berichtet: „Alle 15 Minuten meldet sich der Kapitän mit Updates - von „eine Bahn war kurzzeitig geöffnet“ bis „es sind jetzt Polizeihubschrauber im Einsatz“ ist alles dabei.“ Die Stimmung in ihrem Flugzeug sei „noch angenehm, es wird Wasser an alle verteilt.“ Die Passagiere hofften, dass sie doch noch abfliegen könnten.

Die „Letzte Generation“ veröffentlichte ein Foto, das Aktivisten auf dem Rollfeld des Hamburger Flughafens zeigen soll.

In Hamburg beginnnen heute die Sommerferien. (uvo, mit dpa)