Diabetesforscher schätzt: Jeder 5. Deutsche könnte betroffen sein!

Leiden Sie an einer Prädiabetes? So kriegen Sie noch die Kurve

22. Februar 2021 - 14:36 Uhr

Die Vorstufe von Diabetes

Dass es sich bei der Zuckerkrankheit Diabetes um eine Erkrankung handelt, bei der der Blutzuckerspiegel zu hoch ist, davon haben die meisten Menschen ein ungefähres Bild. Doch was die wenigsten wissen: Bevor die Krankheit ausbricht, kann es zur sogenannten Prädiabetes kommen. Bei dieser Vorstufe sind die Blutzuckerwerte sind bereits erhöht – und dadurch auch das Risiko für den Ausbruch einer richtigen Diabetes-Typ-2-Erkrankung. Wird so eine Prädiabetes jedoch früh genug erkannt und ändert der Betroffene seinen Lebensstil sowie seine Ernährung, kann eine Diabetes-Erkrankung verhindert werden. Hier erfahren Sie, wie Sie erkennen, ob auch Sie an einer Prädiabetes leiden und was Sie tun können, um der Erkrankung entgegenzuwirken. Zusätzliche Infos zeigen wir Ihnen außerdem im Video.

Jeder 5. Deutsche könnte betroffen sein!

Der Arzt Norbert Stefan, Diabetesforscher am Uni-Klinikum Tübingen,
schätzt, dass etwa 16 Millionen Menschen in Deutschland an einer Prädiabetes leiden könnten, wie die Plattform "Internisten im Netz" berichtet. Stimmen die Schätzungen des Arztes, wäre etwa jeder fünfte Deutsche betroffen!

An welchen Symptomen erkenne ich eine Frühdiabetes?

Bei der Prädiabetes liegen die Blutzuckerwerte zwar noch unter dem kritischen Diagnosewert für eine Diabetes Mellitus, doch haben sich bereits vom Normalbereich entfernt. Auch können bei Betroffenen erhöhte Blutfett- oder Blutdruckwerte vorliegen. Und auch die folgenden Symptome können auf die Diabetes-Vorstufe hindeuten:

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  • Erhöhtes Durstgefühl
  • häufiges Wasserlassen
  • starker Gewichtsverlust
  • Heißhunger
  • Schlappheit
  • Antriebslosigkeit
  • Verzögerte Wundheilung
  • Nachlassen der Sehkraft

Nicht nur übergewichtige Menschen können eine Frühdiabetes entwickeln!

Übergewicht und ein ungesunder Lebensstil können Ursachen einer Prädiabetes sein. Neben der eigenen Lebensführung spielen auch erbliche Faktoren eine Rolle. "Nicht jeder Dicke wird zuckerkrank und nicht jeder Schlanke ist davor geschützt", betont auch Diabetesforscher Norbert Stefan gegenüber "Internisten im Netz".

Wie finde ich heraus, ob ich Prädiabetes habe? Gibt es einen Test?

"Prädiabetes ist bei uns nicht als Krankheit anerkannt, ist also gar nicht auf der Agenda", warnt Norbert Stefan gegenüber "Internisten im Netz". Haben Sie also den Verdacht, dass bei Ihnen eine Prädiabetes vorliegen könnte, sollten Sie Ihren Arzt proaktiv darauf ansprechen. Dann gibt es die Möglichkeit, diesen Verdacht durch einen sogenannten Glukosetoleranz-Test zu überprüfen. Dabei wird dem Patienten zunächst im nüchternen Zustand Blut abgenommen. Dann bekommt er eine Zuckerlösung verabreicht und muss zwei Stunden warten, um dann erneut eine Blutprobe abzugeben. Der Test soll messen, wie gut der Körper eine größere Menge Zucker verarbeiten kann. Übersteigt der Blutzucker im Rahmen des Tests bestimmte Werte, kann eine Prädiabetes vorliegen.

Ein solcher Test wird auch bei Schwangeren angewendet, um eine Schwangerschaftsdiabetes zu erkennen.

Wie kann man der Entstehung einer Diabetes vorbeugen?

Haben Sie ein erhöhtes Diabetes-Risiko, empfiehlt der Arzt meist eine Ernährungsumstellung, Gewichtsabbau sowie regelmäßige Bewegung. Bei der Ernährungsumstellung sollten komplexe Kohlenhydrate und Proteine bevorzugt und werden. Die gute Nachricht: Mit diesen Maßnahmen ist eine Verbesserung der Insulinwirksamkeit bis zur völligen Normalisierung möglich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.