Zuckertest in der Schwangerschaft

Glukose-Test kann Schwangerschaftsdiabetes erkennen

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24. September 2019 - 15:21 Uhr

Zuckertest in der Schwangerschaft

Der Fall sorgt gerade bundesweit für Aufsehen: die Polizei Köln warnt vor der Einnahme eines lebensbedrohlichen Glukosegemischs. Eine junge Mutter (28) und ihr per Notkaiserschnitt geborenes Baby sind an den Folgen der Einnahme gestorben. Der Glukose-Mischung sei ein toxischer Stoff beigemischt worden, hieß es auf der Pressekonferenz der Polizei. Stand jetzt also ein tragischer Einzelfall, der keine Rückschlüsse auf eine Gefährlichkeit eines Glukose-Gemischs zulässt.

Doch wozu nehmen Schwangere einen solchen Glukose-Mix überhaupt ein?

Was ist ein Glukose-Test?

Der orale Glukosetoleranz-Test dient zur Erkennung möglicher Diabetes-Erkrankungen. Der Test soll messen, wie gut der Körper eine größere Menge Zucker verarbeiten kann. Übersteigt der Blutzucker im Rahmen des Tests bestimmte Werte, kann das auf eine Schwangerschaftsdiabetes oder Diabetes mellitus hinweisen.

Wie gefährlich ist eine Schwangerschaftsdiabetes?

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben vorübergehend einen erhöhten Zuckerspiegel im Blut. Meist verläuft die Krankheit weitgehend symptomlos. Für manche Frauen und ihr ungeborenes Kind birgt die Schwangerschaftsdiabetes aber auch nicht zu unterschätzende Gefahren. Aber es herrscht kein Grund zur Sorge:

Eine Umstellung der Ernährung und regelmäßige Bewegung reichen meist aus, um den Blutzucker zu senken. Wenn nötig, kann für die Dauer der Schwangerschaft auch Insulin gespritzt werden. Mit der Entbindung normalisieren sich die Zuckerwerte meist wieder.

Schwangere Frau bereitet gesundes Essen zu
Gesunde Ernährung kann Schwangerschaftsdiabetes entgegenwirken.
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Wie läuft der Glukose-Test ab?

Der Glukosetoleranztest wird in der 25. bis 28. Schwangerschaftswoche angeboten. Zunächst wird ein Vortest durchgeführt, bei dem die Patientinnen ein Glas Wasser mit 50 Gramm Zucker trinken. Nach einer Stunde wird ihnen Blut aus einer Armvene abgenommen und die Höhe des Blutzuckers bestimmt. Bei unauffälligem Blutzuckerwert ist der Test beendet.

Wird im Vortest ein erhöhter Wert gefunden, wird der eigentliche, aufwendigere Zuckertest durchgeführt. Dafür muss die Schwangere nüchtern sein, also mindestens acht Stunden nichts gegessen und getrunken zu haben.

Zunächst trinkt die Patientin eine Zuckerlösung mit 75 Gramm Glukose. Im Anschluss werden ihr nach einer und nach zwei Stunden jeweils Blut aus der Armvene entnommen. Sind auch hier die Blutzuckerwerte auffällig, wird die Diagnose "Schwangerschaftsdiabetes" gestellt. Das Testergebnis wird im Mutterpass dokumentiert. Die Kosten des Glukosetoleranztests werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.