Gefundenes Fressen für Impf-Skeptiker

Geimpfte Krankenschwester kippt vor laufender Kamera um

30. Dezember 2020 - 17:29 Uhr

Video: US-Krankenschwester kippt nach Impfung um

Tiffany Dover gehört zu den ersten, die den Impfstoff von Pfizer/Biontech erhalten haben. Die Krankenschwester aus dem US-Bundesstaat Tennessee wollte vor laufender Kamera andere ermutigen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Doch kurz nach dem Stich kam es zu einem Schockmoment: Die junge Frau bekam plötzlich einen Schwindelanfall und fiel in Ohnmacht, während sie in die Kamera sprach. Mehrere Ärzte eilten ihr zu Hilfe. Nun breitet sich das Video des Vorfalls in den sozialen Medien rasant aus, vor allem für Impf-Skeptiker ist die Aufnahme ein gefundenes Fressen. Hier erfahren Sie, was wirklich hinter dem Vorfall steckt.

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Gesundheitsbehörde: Impfung kann Ohnmacht auslösen, nicht der Impfstoff

Als die Krankenschwester aus dem CHI Memorial Hospital in Chattanooga vor laufender Kamera in Ohnmacht fiel, gingen bei einigen Menschen die Alarmglocken an: Mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech kann etwas nicht stimmen. In den sozialen Medien ist eine vielzahl entsprechender Kommentare zu lesen.

Doch der Schwindelanfall der Krankenschwester hat einen anderen Hintergrund, einen medizinisch plausiblen. Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mitteilt, sei die Ohnmacht zwar durch die Impfung provoziert worden, aber nicht durch den Impfstoff selbst. Auslöser seien in der Regel Schmerzen und Angst. Mit den Inhaltsstoffen oder der Qualität des Mittels habe das nichts zu tun. "Es ist eine Reaktion, die bei jedem Impfstoff oder Injektion sehr häufig auftreten kann", erklärte Dr. Jesse Tucker im US-Sender "WTCV NewsChannel 9". Auch er ließ sich am Donnerstag impfen. Etwa drei Prozent aller Menschen würden in ihrem Leben eine solche durch den Impfprozess ausgelöste Ohnmacht erleben, heißt es dort. Die US-Ärzte raten, vor einer Impfung etwas zu essen und zu trinken.

Krankenschwester kurz nach dem Vorfall: "Es geht mir gut"

Auch die betroffene Krankenschwester selbst äußerte sich wenige Minuten nach dem Vorfall. Sie leide an einer Krankheit, die sie bei Schmerzen oft ohnmächtig werden lasse, erklärt Dover dem US-Sender. Demnach sei der Schwindelanfall keine Überraschung für sie gewesen. "Es traf mich plötzlich. Ich konnte fühlen, wie es kam", sagte die junge Frau, und erklärte weiter: "Ich fühlte mich ein wenig desorientiert, aber jetzt geht es mir gut und der Schmerz in meinem Arm ist weg."

Impfung soll in Deutschland am 27. Dezember starten

Seit Anfang der Woche können sich US-Amerikaner gegen das Coronavirus impfen lassen. Am Freitag ließen sich der amtierende US-Vizepräsident Mike Pence und die führenden Köpfe im US-Kongress gegen das Coronavirus impfen. Pence ließ sich den Impfstoff gemeinsam mit seiner Frau Karen im Weißen Haus vor laufenden Kameras verabreichen. Auch die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, und der republikanische Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, erhielten am Freitag eine Impfung.

In Deutschland soll die Impfung gegen das Coronavirus am 27. Dezember starten. Am Freitag hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Impfverordnung vorgestellt, in der die Reihenfolge der Impfungen festgelegt wird. "Wir werden dabei zuerst denjenigen einen Schutz anbieten, die ihn auch besonders benötigen", sagt Spahn. Begonnen werde mit den Pflegeeinrichtungen und den über 80-Jährigen.

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