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Klimaaktivistin über Klima-Bekenntnis nach Unwetterkatastrophe: "Das ist ein absolut heuchlerischer Diskurs"

20. Juli 2021 - 21:49 Uhr

„Fridays for Future“-Sprecherin Pauline Brünger unterstellt der Politik unaufrichtig zu sein

Die Flutkatastrophen haben das Thema Klimaschutz noch einmal deutlich auf die politische Agenda gebracht. Für Pauline Brünger, Klimaaktivistin und Sprecherin der "Fridays for Future"-Bewegung, wirken die jetzigen Bekenntnisse der Politik zu mehr Tempo im Klimaschutz unglaubwürdig. "Merkel, Laschet und Söder fordern jetzt mehr Klimaschutz. Aber ich frag' mich von wem eigentlich?", so Brünger.

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"Diese Katastrophen werden nicht weniger"

Die Aktivistin kritisiert dabei vor allem die Klimapolitik der Union: "Wer hat denn das Land in den letzten 16 Jahren regiert, und wer hat denn immer wieder leere Versprechungen von sich gegeben aber am Ende nichts dafür getan, dass Emissionen reduziert werden?" Brünger unterstellt den politischen Akteuren daher aktuell eher unaufrichtig und berechenbar zu sein: "Das ist ein absolut heuchlerischer Diskurs. So kurz vor der Bundestagswahl scheint es nicht um die ehrliche Solidarität mit den Betroffenen zu gehen, sondern ganz viel um Wahlkampf."

Brünger appelliert an die Politik, jetzt nicht nur zu reden, sondern auch schnell zu handeln: "Wir haben die Klimakrise noch nie so nah gesehen." Die Klimaaktivistin betont aber auch, dass die Klimapolitik der Regierung keine direkte Mitschuld an der aktuellen Flutkatastrophe hat: "Selbst die ambitionierteste Klimapolitik hätte diese konkrete Katastrophe nicht verhindern können."

Denn die globale Erwärmung läge aktuell bei knapp 1,0 Grad und das gesetzte Limit sei 1,5 Grad, so Brünger. Die Aktivistin mahnt daher: "Wir sehen also, diese Katastrophen werden nicht weniger. Es muss politisch jetzt darum gehen, dass es in Zukunft nicht mehr Katastrophen werden."