Warum sie trotzdem voller Lebensfreude ist

Schnüsschens schweres Schicksal: Katze hat nur eine Gesichtshälfte

Armes Schnüsschen! Der Katze aus dem Tierheim Bergheim fehlt eine Gesichtshälfte.
Armes Schnüsschen! Der Katze aus dem Tierheim Bergheim fehlt eine Gesichtshälfte.
© Tierheim Bergheim

05. Dezember 2021 - 11:31 Uhr

Neues Fundtier im Tierheim Bergheim: Schnüsschen fehlt ein großer Teil des Gesichts

Schaut man sich Schnüsschen, ein neues Fundtier aus dem Tierheim Bergheim, genauer an, erkennt man sofort: Da stimmt etwas nicht. Schließlich ist ihr halbes Gesicht nicht umsonst gepixelt. Der Grund: Der Katze fehlt der komplette Nasenrücken, genau wie die rechte Lefze, sodass man freie Sicht auf ihre Zähne hat. Weil das Tierheim im Rhein-Erft-Kreis niemanden schocken möchte, haben die Mitarbeiter die Wunde unkenntlich gemacht. Aber was ist passiert?

Schnüsschen fehlt die komplette Nase und die rechte Lefze

"Lange waren wir etwas gehemmt, über Schnüsschen zu berichten, weil wir euch mit dem Anblick ihres zerstörten Gesichts nicht schockieren wollten" – mit diesen Worten beginnt das Instagram-Posting des Tierheim Bergheims. Immer wieder hätten aber so viele Tierfreunde nach der Katze gefragt, weswegen sich die Tierauffangstätte doch noch dazu hat durchringen lassen, ein Bild der dreifarbigen Katze zu posten – nur eben in gepixelter Form.

Vor etwa einer Woche kommt die Katze namens Schnüsschen als Fundtier ins Tierheim. Ihr Anblick ist für alle ein schwerer Schock, Schnüsschen fehlt die halbe Gesichtshälfte. Tierheimleiterin Heike Bergmann erzählt RTL: "Sie müssen sich vorstellen: Ihre komplette Nase fehlt. Da ist kein Nasenrücken und keine Nasenspitze. Mitten im Gesicht sind quasi zwei Löcher, auch die rechte Seite der Lefze fehlt. Die linke Lefze hat sie zwar noch, aber die ist aktuell sehr dick. Vermutlich wegen einer Infektion."

Woher Schnüsschens Verletzung stammt, ist unklar - doch die Katze ist voller Lebensfreude

Was passiert ist, weiß bisher keiner so genau. Nachdem Schnüsschen im Tierheim abgeben wird, legt eine Tierärztin die Katze in Narkose, um die Wunden zu säubern und einen Teil ihres Gesichts zu vernähen. Jetzt bekommt das Tier immerhin schon etwas besser Luft. Das Tierheim schickt eine Gewebeprobe ein – zur Kontrolle. "Auf das Ergebnis warten wir gerade sehnsüchtig", sagt Bergmann. Denn: Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um ein Karzinom handelt, vor allem weil auch Schnüsschens andere Gesichtshälfte sehr geschwollen ist. Leidet Schnüsschen vielleicht nur an einer fiesen Entzündung? Oder ist tatsächlich ein Tumor im Spiel? "Wir möchten aber nicht spekulieren, sondern warten einfach ab, was das Labor sagt", heißt es im Instagram-Postingtext weiter.

Sollte es sich "nur" um eine Unfallverletzung handelt, die sich Schnüsschen zum Beispiel durch eine Falle oder im Kampf mit einem anderen Tier zugezogen hat, ist Heike Bergmann sich sicher: Schnüsschens Gesicht kann bestimmt irgendwie chirurgisch gerettet werden. Wenn ein bösartiges Urteil kommt, "wäre das furchtbar." Denn: "Schnüsschen ist voller Lebensfreude und total verschmust. Sie kann fressen, schnurren, überall hoch und runter springen, so, als hätte sie gar nichts. Wir sind alle total fasziniert von ihr, weil sie sich so entspannt benimmt und sehr zutraulich ist." Völlig unglaublich!

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Die Katze verhält sich ganz normal, so als fehlte ihr gar nichts

"Wir hoffen wirklich sehr, dass wir ihr helfen können. Sie ist eine so tolle, tapfere Katze. Sie verhält sich ganz normal." Aktuell steht Schnüsschen unter Schmerzmitteln und wird mit Antibiotika behandelt. Sie ist dennoch kein Notfall, "weil sie damit schon so lange lebt und es ihr an sich gut geht."

Heike Bergmann sagt, dass die Katze ganz normal trinkt und frisst. "Sie hat dabei eine eigene Technik, wie sie das Futter in ihre Schnauze bekommt. Aber von Trockenfutter kann sie gar nicht genug bekommen." Wenn hinter dem Fehlen von Schnüsschens halbem Gesicht wirklich eine Krebserkrankung steckt, dann möchte das Tierheim sie "noch so leben lassen, wie sie gerade lebt." Zuwachsen kann ihre Wunde nicht mehr, "dafür fehlt zu viel", erklärt die Tierheimleiterin. Jetzt heißt es erst einmal abwarten. Wir drücken die Pfoten für Schnüsschen! (vdü)

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