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Julia T. gesteht, ihren Sohn Noah getötet zu haben - doch ihre Familie glaubt an ihre Unschuld

Mutter drohen 55 Jahre Haft

Julia T. gesteht, ihren Sohn getötet zu haben - doch ihre Familie glaubt an ihre Unschuld

Mutter soll 2-Jährigen getötet haben Ihr drohen 55 Jahre Haft
01:20 min
Ihr drohen 55 Jahre Haft
Mutter soll 2-Jährigen getötet haben

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Gericht muss klären: Trotz Geständnis unschuldig?

In sich zusammen gesunken sitzt Julia T. auf der Anklagebank. So als würde sie selbst kaum glauben, weshalb sie hier ist. Staatsanwalt Anton Bell wirft der 37-Jährigen ein brutales Verbrechen vor: Sie soll ihren eigenen Sohn umgebracht und anschließend auf einer Mülldeponie entsorgt haben. Doch trotz der schlimmen Anklage, trotz erdrückender Beweise und sogar trotz des Schuldeingeständnisses der Mutter glaubt Julias Familie an ihre Unschuld. Die Tante des Zweijährigen erklärt in unserem Video, was ihrer Meinung nach zu Noahs Tod geführt hat.

Noah T. soll brutal von seiner Mutter misshandelt worden sein.
Noah T. soll brutal von seiner Mutter misshandelt worden sein.
CNN

Julia T. bekennt sich vor Gericht schuldig

Zweieineinhalb Jahre nachdem die Leiche des kleinen Noah gefunden wurde, hat nun das Gerichtsverfahren gegen seine Mutter in Hampton im US-Bundesstaat Virginia begonnen. Julia T. hat sich am Dienstag bereits schuldig bekannt, berichtet der amerikanische TV-Sender CNN. Schuldig wegen „Mordes zweiten Grades“; das bedeutet, sie hatte nicht die Absicht, ihren kleinen Jungen zu töten, aber sie hat seinen Tod billigend in Kauf genommen. Außerdem hat die 37-Jährige sich in den Anklagepunkten „Vernachlässigung von Kindern“ und dem „Verschwindenlassen einer Leiche“ schuldig bekannt.

Noahs grausamer Tod schockiert auch den für diesen Fall eingeteilten Staatsanwalt Anton Bell. Der erfahrene Ankläger ist selbst Vater eines Sohnes. Die Verletzungen des kleinen Jungen, die bei der Untersuchung des Leichnams vom Gerichtsmediziner festgestellt wurden, seien „vergleichbar mit einem Sturz aus mehreren Stockwerken von einem Gebäude“, fasst Bell zusammen. Am Dienstag erklärt Ankläger Bell vor Gericht, er werde die Höchststrafe in diesem Verfahren fordern.

Die Menschen in der Gemeinde trauern immer noch um Noah, meint Staatsanwalt Anton Bell.
Die Menschen in der Gemeinde trauern immer noch um Noah, meint Staatsanwalt Anton Bell.
CNN

24. Juni 2019: Noah T. verschwindet spurlos

Im Sommer 2019 hatte Julia T. selbst um 11:35 Uhr die Polizei gerufen. Die heute 37-Jährige meldete ihren 2-jährigen, autistischen Sohn vermisst. Zuletzt hätte sie ihn gesehen, als sie ihn gegen ein Uhr nachts ins Bett gelegt hätte, so Julia. Es begann eine tagelange, fieberhafte Suche nach dem kleinen Jungen. Polizei, Feuerwehr und viele Bürger versuchten alles, um Noah zu finden. Doch was die Helfer nicht ahnen können: Sie hätten das Kleinkind nicht mehr retten können. Denn zu diesem Zeitpunkt war Noah bereits tot.

Ein paar Tage später ändert Julia T. plötzlich ihre Version der Geschichte. Sie behauptet nun, Noah sei in der Badewanne ertrunken. Sie hätte unter dem Einfluss von Drogen gestanden und hätte deshalb nicht mitbekommen, wie ihr Junge starb. Die Mutter wird unter Mordverdacht verhaftet. Von der Leiche des Jungen fehlt allerdings weiterhin jede Spur.

Diese wird erst am 3. Juli 2019 gefunden. Polizisten hatten die örtliche Mülldeponie durchsucht und sich dabei, wie der örtliche Sheriff erzählt, buchstäblich durch Berge von Müll gewühlt. Schließlich stoßen sie dabei auf einen Windelkarton, in dem sie den toten Körper des Zweijährigen finden. Den Polizisten ist beim Anblick von Noah sofort klar, dass hier etwas ganz Schlimmes passiert sein muss. Sie sprechen von „entsetzlichen und schweren“ Verletzungen am Körper des kleinen Jungen. Bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung stellt sich heraus, dass zwei Frakturen an Noahs Schädel zu seinem Tod geführt haben.

Noahs Tante Theresa T. glaubt, Julia hätte "aus Angst" vor Gericht ein Geständnis abgelegt. Doch eigentlich sei sie unschuldig.
Noahs Tante Theresa T. glaubt, Julia hätte "aus Angst" vor Gericht ein Geständnis abgelegt. Doch eigentlich sei sie unschuldig.
CNN
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Julia T. ist Mutter von zehn Kindern

„Es geht in diesem Fall nicht um Gerechtigkeit. Es geht um die Übernahme von Verantwortung“, meint Staatsanwalt Anton Bell dem CNN-Reporter in Hampton. Die 37-jährige Julia, die insgesamt zehn Kinder hat, ist seit ihrer Festnahme im Gefängnis. Das Sorgerecht für Noahs Geschwister hat sie verloren.

Auch, wenn die Beweislast in dem Fall erdrückend scheint, hält Julias Schwägerin zu ihr. Sie hat eine eigene Theorie, wie es zu Noahs Tod kommen konnte: Er hätte an einer speziellen Form von Autismus gelitten und seinen Kopf immer wieder gegen das Kinderbett geschlagen. Julia hätte ihn jede Nacht gehalten, um ihn vor diesem selbstverletzenden Verhalten zu schützen. Nur in dieser einen Nacht hätte sie Heroin konsumiert und wäre nicht aufgewacht, als Noah aus dem Bett kletterte. Dabei sei er dann gestürzt und hätte sich tödlich verletzt. Vor Gericht hätte Julia sich aus Angst schuldig bekannt. Wovor, lässt Theresa T. offen.

Das Urteil in diesem Verfahren wird am 18. März 2022 erwartet. (cnn/lha)