Corona setzt Istanbuls Hunden und Katzen zu

Tier-Pflegeheim rettet Streuner vor dem Hungertod

30. April 2021 - 19:32 Uhr

Lichtblick für Streuner in Corona-Zeiten

Sie haben kein Herrchen, sie haben nichts zu essen – und ohne menschliche Hilfe wären viele dem Tod geweiht: Schätzungsweise 260.000 streunende Hunde und Katzen leben in den Straßen Istanbuls, die Corona-Pandemie macht ihnen schwer zu schaffen. Denn weil die Restaurants geschlossen sind, bleibt für die Tiere kein Essen übrig, das sonst ihre hungrigen Mägen füllt. Aber es gibt Hoffnung: Ein neues Pflegeheim kümmert sich um die Streuner und versorgt sie auch medizinisch, wie unser Video zeigt.

Vierbeiner werden auch geröntgt und operiert

186 Katzen und 68 Hunde werden derzeit in der Einrichtung aufgepäppelt. Neben der nötigen Nahrung gibt es hier Operationsräume, Röntgengeräte und sogar eine Intensivstation für Vierbeiner. "Die Zahl der streunenden Tiere steigt exponentiell an", sagt Ahmet Atalik von der Stadtverwaltung Istanbuls. "Deshalb sind Pflegezentren wie diese so wichtig. Nur so können die Tiere behandelt und die Population unter Kontrolle gehalten werden."

Alltag im Tier-Pflegeheim: Kastrieren, impfen, registrieren

Tier-Pflegeheim Istanbul
Im Istanbuler Tier-Pflegeheim werden die Streuner aufgepäppelt und medizinisch versorgt.
© RTL

Denn auch das gehört zu den Aufgaben der Mitarbeiter: Tausende Streuner müssen jedes Jahr unfruchtbar gemacht werden. Sonst würden sie sich unkontrolliert vermehren, das Pflegezentrum wäre mit der Zahl der Tiere überfordert. "Wie kastrieren, impfen und registrieren die Tiere", erklärt Tierarzt Ahmet Ali Yagci. "Sobald sie gesund sind, bringen wir sie dorthin zurück, wo sie gefunden wurden. Die Einrichtung würde versuchen, so viele Hunde und Katzen wie möglich aufzunehmen und zu versorgen, erklärt der Tierarzt.

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Nicht alle Tiere überleben

Es sind aber nicht nur vom Hungertod bedrohte Streuner, um die sich das Pflegeheim kümmert. Die Tierärzte helfen auch Tieren, die vergiftet oder bei einem Unfall verletzt wurden.

Nicht alle können gerettet werden. "Es kommen auch Streuner mit Infektionskrankheiten, die ein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen, zum Beispiel mit der Vogelgrippe", erläutert Ahmet Ali Yagci. In diesen Fällen bleibe nichts anderes übrig, als die Tiere einzuschläfern.

Katzen gelten in Istanbul als heilig

Die Istanbuler kümmern sich auch in besseren Zeiten um die Streuner – Katzen zum Beispiel gelten dort als heilig. Aber wegen der Corona-Pandemie fehlt es nicht nur an Essen, sondern auch an helfenden Händen: Viele Menschen bleiben zuhause und können die Tiere deshalb nicht versorgen.

Wie gut, dass das Pflegezentrum den Vierbeinern gibt, was sie zum Überleben brauchen. Einige Hunde und Katzen finden sogar ein neues Zuhause – per Adoptionsprogramm, über das sie an tierliebe Istanbuler vermittelt werden.