CDU-Chef Armin Laschet im "RTL Aktuell Spezial": So kam es zum Lockdown-Wirrwarr

Merkel entschuldigt sich für Ruhetag-Verwirrung: "Der Fehler ist allein mein Fehler"

25. März 2021 - 8:30 Uhr

Merkel entschuldigt sich bei den Deutschen

Die Verwirrung ist perfekt: Die Ruhetag-Regelung über Ostern ist gekippt. Entsprechende Meldungen bestätigte Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt in einer Pressekonferenz. Merkel zeigte sich aber auch sehr selbstkritisch und nahm jegliche Verantwortung der Entscheidung auf sich. "Ich möchte eins klarstellen: Es war einzig und allein mein Fehler", sagte Merkel in ihrem Statement, das Sie im Video sehen können.

Sie entschuldigte sich außerdem bei den Deutschen für das daraus resultierende zunehmende Unverständnis und die sinkende Akzeptanz der Corona-Regelungen.

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Lockdown über Ostern: Angela Merkel macht Rolle rückwärts

Es sind mehr als ungewöhnliches Ereignisse, die am Mittwoch in Berlin und den Landeshauptstädten vor sich gehen. Nach turbulenten Sitzungen und heftiger Kritik an der neuen "Osterruhe-Regelung" hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nun eine Rolle rückwärts gemacht und den Oster-Shutdown zurück genommen.

"Um es klipp und klar zu sagen, die Idee eines Oster-Shutdowns war mit bester Absicht entworfen worden, denn wir müssen es schaffen die dritte Welle der Pandemie zu brechen", verteidigte Merkel noch ihren Vorschlag. Aber: "Es war ein Fehler und es gab gute Gründe dafür." Aber man habe festegestellt, dass die geplante Regelung so nicht umsetzbar sei, so Merkel. Es sei aber wichtig einen Fehler als solchen zu erkennen und ihn rechtzeitig zu korrigieren.

Den Entschluss hatte Merkel erst heute Morgen getroffen, wie sie sagte. Deshalb hatte die Kanzlerin die Länderchefs sehr kurzfristig ebenfalls heute Morgen zu einer Videokonferenz eingeladen, um ihnen diese Entscheidung mitzuteilen.

CDU-Chef Armin Laschet spricht Klartext

Über die Gründe von Merkels Rückzieher spricht CDU-Chef Armin Laschet am Mittwochabend im "RTL Aktuell Spezial". Man habe sich "was Besonderes vorgenommen", erklärt Laschet im Gespräch mit RTL-Moderator Peter Kloeppel, "nur habe man jetzt gelernt, wie Lieferketten funktionieren, wie Babynahrung produziert wird, also genau auf den Tag." Babynahrung als Argument für die Einführung der "Osteruhe"? RTL-Moderator Kloeppel hakt nach. Lieferketten müsse doch ein Ministerpräsident seit Jahren verinnerlicht haben, weil so unsere Wirtschaft funktioniert, fragt er. "Ich wusste nicht, dass Lieferketten für Babynahrung – die an bestimmten Tagen in die Regale kommen – auf den Tag genau gerechnet sind", verteidigt sich der NRW-Ministerpräsident.

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Nach Corona-Gipfel: Kanzlerin Merkel übernimmt Verantwortung

Merkel übernahm zuvor in ihrem Statement die volle Verantwortung für den Fehler. "Ein Zweites ist klipp und klar zu sagen, der Fehler ist allein mein Fehler", so Merkel. Denn aufgrund ihres Amtes als Bundeskanzlerin trage sie immer die letzte Verantwortung.

Laschet sieht das anders. Er verteidigte Merkels Rückzieher am Abend bei RTL, betonte aber: Es sei aber nicht alleine Merkels Schuld. "Wir haben das alle mitgetragen." Dieser Fehler sei nun korrigiert worden. Er könne verstehen, dass die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die Politik verlieren. "Das würde ich auch", sagt er, deshalb dürfe sich das nicht wiederholen. "Dass neue Ideen mal eben aus dem Ärmel gezogen werden."

RTL-Politik-Chef: "So brutal hat sich die Kanzlerin lange nicht mehr selbst korrigieren müssen"

"So brutal hat sich die Kanzlerin ganz lange nicht mehr selbst korrigieren müssen", ordnet RTL-Politik-Chef Nikolaus Blome diesen ungewöhnlichen Schritt ein. "Es ist ein neuer Tiefpunkt im Durcheinander zwischen Bund und Ländern der letzten Wochen."

Respekt für Merkels Entschuldigung kommt hingegen von den einigen Ministerpräsidenten. So sagte Schleswig-Holsteins Landeschef Daniel Günther, es sei gut, wenn man auch Mal Entscheidungen korrigiere. Das schaffe Vertrauen.