Ratgeber
Alles, was Sie zum Leben brauchen

Grippewelle überrollt Europa – Gesundheitskommissar ruft zur Impfung auf

Grippewelle in Deutschland: 80.000 Fälle seit Dezember
Grippewelle in Deutschland: 80.000 Fälle seit Dezember 01:37

EU-Gesundheitskommissar: "Es stehen so viele Leben auf dem Spiel"

Die Büros sind leer, die Wartezimmer der Ärzte voll. In vielen Firmen, Kitas und Schulen fehlt Personal und die Zahl der Grippekranken steigt immer weiter. Es herrscht Ausnahmezustand. Seit Dezember wurden mehr als 80.000 Grippefälle registriert, 102 Menschen sind schon daran gestorben – und das allein in Deutschland. Blickt man auf Europa, beläuft sich die Zahl der Grippe-Toten auf rund 40.000 Menschen pro Jahr. Ein Grund mehr für die Europäische Kommission in Brüssel jetzt erneut alle Bürger aufzufordern, sich impfen zu lassen. Denn: "Es stehen so viele Leben auf dem Spiel."

Die Zahl der Grippekranken steigt weiter an

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis.
EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis: "Impfungen sind eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der öffentlichen Gesundheit." © picture alliance/ZUMA Press

EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis rief zu mehr Grippeimpfungen auf. Da die akute Grippewelle kein Ende verspricht, die Zahl der Betroffenen hingegen von Woche zu Woche steigt, sagte er der Zeitung 'Die Welt': "Ich appelliere an alle Bürger in der Europäischen Union, sich selbst und ihre Kinder impfen zu lassen. Damit schützt man nicht nur die eigene Person, sondern auch die Mitbürger."

Mit seinem Aufruf wendete er sich vor allem an sogenannte Impfgegner, die sich bewusst gegen eine Impfung entscheiden, damit aber riskieren, andere zu gefährden. Andriukaitis forderte, den "Mythen und Fehleinschätzungen über Impfungen nicht zu glauben". Sie seien eine "wichtige Maßnahme zur Erhaltung der öffentlichen Gesundheit und sollten eine Selbstverständlichkeit sein". Dies gelte auch für eine Impfung gegen die Grippe.

Nicht jede Impfung schützt auch

Das Problem: Auch eine Impfung schützt nicht immer vor den Grippe auslösenden Influenza-Viren. Nur wer sich für eine Vierfachimpfung entscheidet, kann sich sicher fühlen. Die Impfung wird in der Regel aber nur von privaten Krankenkassen übernommen. Wer die anfallenden 35 Euro nicht selbst zahlen möchte, kann als Kassenpatient nur auf eine Dreifachimpfung vertrauen. Die wirkt allerdings nur gegen Influenza-A-Viren, nicht aber gegen die in diesem Jahr weit verbreiteten Viren des Typs B.

Grippeviren verändern sich ständig

Die Symptome sind bei beiden Virustypen gleich. Zu den grippetypischen Krankheitszeichen gehören ein plötzlich einsetzendes Krankheitsgefühl mit Fieber sowie trockenem Husten und Halsschmerzen. Auch Muskel-, Glieder-, Kopf- und Rückenschmerzen sind typische Begleiterscheinungen.

Da sich die Influenzaviren ständig verändern und häufig neue Varianten bilden, muss der Grippe-Impfstoff jedes Jahr neu angepasst werden. Ab kommendem Winter soll die Vierfachimpfung voraussichtlich auch von gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Viren reisen und betreffen damit die ganze EU

Das Ziel der EU-Gesundheitskommission ist es, eine nachhaltige Impfpolitik für die gesamte EU umzusetzen. Dies weiter den Ländern selbst zu überlassen, sei heutzutage nicht mehr möglich: "Viren und Bakterien reisen, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie zu einem EU-weiten Problem werden."

Mehr Ratgeber-Themen