Merkel wird mit Klima-Aktivistinnen sprechen

Greta Thunberg kommt ins Kanzleramt

Klimaschutzaktivistinnen Neubauer und Thunberg
© dpa, Oliver Berg, obe pil haa kno

14. August 2020 - 13:53 Uhr

Treffen im Kanzleramt am Donnerstag

Die Kanzlerin wird sich in der nächsten Woche mit den bekanntesten Klima-Aktivistinnen der Fridays-for-future-Bewegung treffen und über die Klima-Krise sprechen. Auch Greta Thunberg will aus Stockholm nach Berlin reisen.

Kanzlerin unterstützt die Klima-Bewegung

Merkel trifft die Gruppe von Klimaaktivistinnen um Greta Thunberg und Luisa Neubauer am kommenden Donnerstag zu einem Meinungsaustausch im Kanzleramt. Sie will mit ihnen über den nationalen und internationalen Klimaschutz sprechen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er fügte hinzu, die Kanzlerin unterstütze junge Menschen, die auf die Straße gingen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren.

Die Kanzlerin will die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um beim Klimaschutz voranzukommen. Thunberg und Neubauer haben der Bundesregierung wiederholt vorgeworfen, sich nicht ausreichend für das Klima einzusetzen. Sie fordern, dass Regierungen in aller Welt endlich anfangen müssten, die Klimakrise als eine Krise zu behandeln.at.

Klima-Aktivistinnen hatten offenen Brief an EU geschrieben

Neben Thunberg und Neubauer sollen nach dpa-Informationen auch die beiden Belgierinnen Anuna de Wever und Adélaïde Charliér bei Merkel dabei sein. Die vier Aktivistinnen hatten die EU vor knapp einem Monat gemeinsam zu Maßnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe aufgerufen.

In einem offenen Brief forderten sie unter anderem den sofortigen Stopp von Investitionen in und Subventionen für fossile Brennstoffe sowie die Festlegung verbindlicher CO2-Budgets. Das Schreiben haben bislang mehr als 120.000 Menschen unterzeichnet, darunter Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai und zahlreiche Prominente wie Hollywood-Star Leonardo DiCaprio.

Umweltorganisationen halten das Gespräch für ein wichtiges Signal. Dem müssten jedoch auch Taten folgen, forderte Lutz Weischer von Germanwatch: "Die Bundeskanzlerin muss die EU noch in diesem Jahr zu einem verbesserten Klimaziel für 2030 von mindestens minus 55 Prozent führen und alles dafür tun, dass auch eine darüber hinausgehende Zielgröße möglich wird."

Ähnlich sieht das BUND-Geschäftsführerin Antje von Broock: "Es ist ein gutes Signal, dass sich Frau Merkel mit den Forderungen der jungen Klimaaktivistinnen auseinandersetzt. Ob es sich um mehr als nur einen symbolischen Akt handelt, zeigt sich, wenn die Bundeskanzlerin ihr politisches Gewicht für ein höheres EU-Klimaziel in die Waagschale werfen wird."

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