Gesundheitslexikon: Röteln

6. Juni 2019 - 13:36 Uhr

Ursachen, Symptome und Therapie von Röteln

Röteln (Rubella) werden von Viren hervorgerufen, deren einziger Wirt der Mensch ist. Diese weltweit verbreitete Erkrankung tritt insbesondere im Winter und im Frühjahr auf. Für gewöhnlich betrifft die klassische Kinderkrankheit ein- bis vierjährige Kinder, bei denen sie verhältnismäßig unproblematisch verläuft. Infiziert sich jedoch eine schwangere Frau, können die Organe des Fötus sehr starken Schaden nehmen.

Ursachen

Auslöser für Röteln ist das Rubi-Virus. Es wird durch Speicheltröpfchen übertragen, beispielsweise beim Husten, Niesen oder Küssen. An mit Viren verunreinigten Gegenständen können Sie sich ebenfalls anstecken. Etwa die Hälfte aller erkrankten Kinder zeigen selbst keine sichtbaren Symptome. Sie tragen aber dennoch zur Verbreitung der Erreger bei. Besonders infektiös sind Virusträger ab einer Woche vor dem Auftreten des Ausschlags bis eine Woche nach Abklingen desselben. Babys, die noch im Mutterleib angesteckt wurden, verbreiten das Virus bis zu einem Jahr lang über das Nasen- und Rachensekret und den Urin.

Symptome

Erste Krankheitszeichen treten häufig erst zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung auf. Oftmals beginnen Röteln mit erkältungsähnlichen Beschwerden wie einer leichten Entzündung der Atemwege und einer erhöhten Temperatur. Der charakteristische Hautausschlag beginnt typischerweise hinter den Ohren und im Gesicht und verbreitet sich von dort aus über den ganzen Körper. Die kleinen hellroten Flecken verschwinden nach ein bis drei Tagen wieder. Schmerzhafte Schwellungen der Lymphknoten hinter den Ohren und im Nacken können ebenfalls zu den Symptomen gehören. Die Erkrankung dauert circa eine Woche und hinterlässt eine lebenslange Immunität gegen den Röteln-Virus.

Jugendliche und erwachsene Röteln-Patienten klagen häufig über Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, eine verstopfte oder laufende Nase und eine leichte Entzündung der Augenlider und der Bindehaut. Junge Frauen leiden außerdem oft an geschwollenen und schmerzhaften Gelenken. Mit zunehmendem Alter häufen sich Komplikationen wie Husten, Gelenkentzündungen, Ohrenentzündungen, Gehirnentzündungen und Herzmuskelentzündungen. 20 bis 50 Prozent der Erkrankten zeigen aber auch gar keine oder nur wenige Symptome.

Diagnose

Aufgrund des oft atypischen Krankheitsbildes werden Röteln-Infektionen häufig gar nicht bemerkt. Eine sichere Diagnose lässt sich nur über Laboruntersuchungen erstellen. Vor allem bei schwangeren Frauen, bei denen ein Verdacht auf eine Ansteckung besteht, ist der Nachweis von Antikörpern im Blut unerlässlich.

Behandlung

Da Röteln meist mild verlaufen, werden nur Fieber und Gelenkentzündungen behandelt. Viel Ruhe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen den Körper bei der Bekämpfung der Viren. Schwangere, die mit Erkrankten Kontakt hatten, sollten sich unverzüglich vom Arzt Röteln-Antikörper verabreichen lassen. Absolute Sicherheit für das ungeborene Kind vor einer Rötelnembryopathie bringt diese passive Immunprophylaxe jedoch nicht.

Vorbeugung

Eine Ansteckung mit Röteln können Sie leicht durch eine entsprechende Impfung verhindern. Die erste Röteln-Impfung wird ab dem vollendeten 11. Lebensmonat durchgeführt. Eine zweite Immunisierung sollte im zweiten Lebensjahr erfolgen, um einen zuverlässigen Schutz zu gewährleisten. Es empfiehlt sich, die Impfung auch bei Jungen durchzuführen, da es für Schwangere keinen Unterschied macht, ob sie sich an einem Mädchen oder an einem Jungen infizieren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.