Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten

Gesundheitslexikon: Impfung

22. August 2019 - 14:35 Uhr

Impfungen zum Schutz vor Infektionskrankheiten

Eine Impfung regt das Immunsystem an, Abwehrstoffe gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln. Viele Krankheiten haben durch die Entwicklung wirksamer Impfstoffe ihren Schrecken verloren.

Was ist eine Impfung?

Impfungen werden zur Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten verabreicht. Dabei wird dem Körper meist durch eine Injektion ein Impfstoff zugeführt, der Krankheitserreger enthält oder aus ihnen gewonnen wurde. Ziel einer Impfung ist es, das Immunsystem mit der abgeschwächten Form der Keime vertraut zu machen und die Bildung von Antikörpern anzuregen. Die erste Impfung in Europa wurde im Jahr 1796 gegen Pocken durchgeführt. Die Erkrankung konnte bis zum Ende des 20. Jahrhunderts weltweit ausgerottet werden. Heute steht eine Vielzahl wirksamer Impfstoffe zur Verfügung.

Wie wirken Impfungen?

Bei einer aktiven Impfung enthält der Impfstoff abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger. Das Immunsystem erkennt diese als körperfremd und produziert Abwehrstoffe. Im Falle einer späteren Infektion mit den bereits bekannten Keimen kann das Abwehrsystem des Körpers schnell reagieren und einen Ausbruch der Erkrankung verhindern. Der Impfschutz bei einer aktiven Impfung hält in der Regel mehrere Jahre an. Eine passive Immunisierung wird durchgeführt, wenn bereits eine Infektion stattgefunden hat. Der Impfstoff besteht dann aus fertigen Antikörpern, die Krankheitserreger sofort bekämpfen können. Ein wirksamer Schutz besteht nur für wenige Wochen.

Gegen welche Krankheiten kann man sich impfen lassen?

Eine Impfung ist heute gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken möglich. Die Impfung gegen Diphterie und Kinderlähmung (Poliomyelitis) wird häufig mit der Immunisierung gegen Keuchhusten und Wundstarrkrampf (Tetanus) kombiniert. Impfungen schützen vor von Haemophilus influenzae Typ b, Meningokokken und Pneumokokken verursachten Entzündungen von Gehirn und Lunge sowie gegen schwere Durchfälle, die von Rotaviren ausgelöst werden. Auch gegen die Virusgrippe, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Hepatitis B stehen Impfstoffe zur Verfügung. Seit einigen Jahren ist eine Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) erhältlich, die junge Mädchen vor einer späteren Krebserkrankung des Gebärmutterhalses schützen soll.

Welche Impfungen werden wann empfohlen?

Die Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt, bereits Babys gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b, Kinderlähmung, Hepatitis B, Pneumokokken und Rotaviren zu impfen. Im Alter von einem Jahr stehen die Impfungen gegen Windpocken, Masern, Mumps, Röteln und Meningokokken auf dem Plan. Die Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) wird für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Bei Erwachsenen ist in Risikogebieten die Immunisierung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), im höheren Lebensalter und bei abwehrgeschwächten Personen gegen Virusgrippe und Pneumokokken sinnvoll.

Das müssen Sie beachten

Viele Impfungen bieten erst nach einer Grundimmunisierung durch dreimaliges Verabreichen des Impfstoffs sicheren Schutz und müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Ein Impfausweis hilft, die Übersicht zu bewahren. Moderne Impfstoffe sind normalerweise gut verträglich, Impfreaktionen sind aber dennoch nicht auszuschließen. Schmerzen oder eine Rötung an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit oder leichtes Fieber zeigen, dass das Immunsystem seine Arbeit aufgenommen hat und klingen von selbst wieder ab. Treten nach einer Impfung allerdings starke Schwellungen oder hohes Fieber auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.