Prozessbeginn nach Tod von Fuldaer Ärztin

Ex-Freund (31) wegen heimtückischen Mordes angeklagt

15. April 2021 - 17:26 Uhr

Mann aus Fulda (Hessen) soll Ex-Partnerin erstochen haben

Er soll seiner Ex-Freundin, die Mutter eines zwei Jahre alten Sohnes, aufgelauert und sie dann erstochen haben. Jetzt ist ein 31 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Fulda wegen mutmaßlichen Mordes angeklagt – aus Heimtücke. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe.

Vom Krankenhaus bis vor die Haustür verfolgt

Im Dezember 2020 macht ein Zeuge einen schrecklichen Fund: Im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses in Fulda findet er eine Frauenleiche. Es handelt sich um die Chirurgin Elena K. Die Polizei Osthessen vermutet sofort eine Straftat, noch am Mittag des Tattages wird ein Verdächtiger festgenommen.

Heute steht der Florian C., der Ex-Freund des Opfers, vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, die 35-jährige Ärztin mit einem scharfkantigen Gegenstand, vermutlich einem Messer, heimtückisch getötet zu haben, als sie von ihrer Nachtschicht im Krankenhaus nach Hause kam. Der Angeklagte soll ihr von der Arbeit gefolgt sein und sie im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses angegriffen haben, nachdem sie aus ihrem Auto ausgestiegen war. Auffällig bei der Obduktion: Es gab nur eine tiefe Schnittwunde am Hals. Die Tatwaffe wurde bis heute nicht gefunden.

Für den Prozess hat das Gericht 16 Verhandlungstage angesetzt. Insgesamt 50 Zeugen sind geladen. Mit einem Urteil ist Mitte Juli zu rechnen.

Elena K. zeigte ihren Ex-Freund mehrmals an

Ein Foto der getöteten Ärztin Elena K
War bei ihren Kollegen sehr beliebt: Chirurgin Elena K.
© Privat

Nicht einmal ein Jahr sollen der Angeklagte und die Getötete zusammen gewesen sein. Die Beziehung: problematisch. Die 35-Jährige habe sogar mehrere Anzeigen gegen den 30-Jährigen erstattet wegen Körperverletzung, wegen Beleidigung und wegen Nachstellung – weil er die Trennung nicht akzeptierte, so die Fuldaer Zeitung. Seit November hatte die Getötete sogar ein Näherungsverbot durchgesetzt. Die Verfahren waren alle noch offen. Zudem ist der Tatverdächtige dreifach vorbestraft.

Das Paar soll sich laut Staatsanwaltschaft im Herbst 2020 getrennt haben. Zusammengelebt haben sie nicht.

Klinik sammelt Spenden für Sohn von Elena K.

Das Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda, der ehemalige Arbeitgeber der 35-Jährigen, hat mittlerweile ein Spendenkonto eingerichtet. So wollen Kollegen und Mitarbeiter Geld für den 2-jährigen Sohn ihrer langjährigen Mitarbeiterin sammeln, damit er später davon vielleicht eine schulische Ausbildung bezahlen kann. Seine Mutter sei eine geschätzte, hilfsbereite und pflichtbewusste Ärztin gewesen und eine fürsorgliche Mutter. Ihr Sohn lebt jetzt bei seinem leiblichen Vater.

Wenn auch Sie spenden möchten, erhalten Sie alle wichtigen Infos via info@herz-jesu-krankenhaus.de.

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