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Formel 1 in Mexiko: Valtteri Bottas vom Pole-Helden zum Mercedes-Sündenbock

Finnen-Frust statt Fiesta Mexicana

Don Bottas – Sternenkrieger von der traurigen Gestalt

 Formula 1 2021: Mexican GP AUTODROMO HERMANOS RODRIGUEZ, MEXICO - NOVEMBER 05: Valtteri Bottas, Mercedes during the Mexican GP at Autodromo Hermanos Rodriguez on Friday November 05, 2021 in Mexico City, Mexico. Photo by Mark Sutton / Sutton Images I
Für Valtteri Bottas lief beim Mexiko-GP so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte
www.imago-images.de, imago images/Motorsport Images, Mark Sutton via www.imago-images.de

Nicht der Grand Prix von Bottas

Vom Pole-Helden zum Mercedes-Sündenbock – Valtteri Bottas bleibt die traurige Gestalt der Formel 1, zumindest eine der unglücklichsten. Der Große Preis von Mexiko war nicht das Rennen des Finnen, einmal mehr. Zaudernd brachte er schon am Start nicht nur sich um alle Chancen, sondern auch seinen Teamkollegen Lewis Hamilton. Immerhin durfte er dann Moncoque-nah an einer Lehrstunde von Bremszauberer Max Verstappen teilnehmen.

Lehrstunde vom Bremszauberer Verstappen

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Max Verstappen bremst sich in Führung
www.imago-images.de, imago images/PanoramiC, FLORENT GOODEN via www.imago-images.de

Der Red-Bull-Star, nach einem enttäuschenden Qualifying im Grid nur auf Position 3, erzwang mit einem mutigen Manöver auf den ersten Metern die Vorentscheidung beim 18. WM-Lauf. Nachdem er sich auf der langen Geraden außen an Bottas vorbeigequetscht hatte, ließ er den Fuß länger auf dem Gaspedal als der Finne und bog an der Spitze des Feldes in die erste Kurve ein. „Es ging darum, so spät zu bremsen, wie man kann“, beschrieb Mexiko-Triumphator Verstappen später bei Sky nüchtern sein Wahnsinnsmanöver.

Enthusiastischer äußerten sich Beobachter wie etwa Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko. „Unglaublich, wo der Max in Kurve 1 gebremst hat. Das Bremsmanöver war jenseits von Gut und Böse“, zog der Österreicher ein immaginäres Kapperl vor der Talentshow des Niederländers. “Ein sensationelles Bremsmanöver“, schwärmte auch Franz Tost, Teamchef beim RB-Schwesterteam AlphaTauri und fügte an: „Den Speed ohne ein blockiertes Hinterrad hinzukriegen, war weltklasse.“

Mercedes-Teamchef: Man hätte besser verteidigen können

Allerdings hatte Bottas Verstappen zu dem Manöver irgendwie auch eingeladen. Denn statt sich darauf zu konzentrieren, den WM-Rivalen seines Stallgefährten Lewis Hamilton hinter sich zu halten, fokussierte er sich auf seinen von Platz 2 gestarteten Kollegen: Gleich zwei Mal zuckte er nach rechts, dorthin, wo Hamilton schon fast gleichauf lag.

Erst dadurch wurde die Bahn auf der anderen Seite der Piste überhaupt frei für Verstappen, der ansonsten hinter beiden Schwarzpfeilen festgesteckt wäre. Das sah auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff so: „Ich glaube, man hätte beim Start auf der linken Seite etwa besser verteidigen können“, sagte der Österreicher bei Sky und machte seinem Frust Luft: „Wir versuchen, uns wirklich zu strecken in allen Richtung und daher ist es schon ärgerlich, dass so etwas passiert.“

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Wenn alles schief läuft

Bottas selbst wollte keinen Fehler bei sich sehen. „Der Start war okay, aber Max konnte eben außen vorbeiziehen“, meinte er lapidar. Ein Motivations- oder Konzentrationsproblem bei Bottas, der Mercedes am Ende der Saison verlassen muss, sieht Wolff nicht. „Valtteri ist noch voll bei der Sache, sonst hätte er gestern nicht so eine Runde gefahren“, verwies der 49-Jährige auf die Pole-Fahrt seines Nochangestellten. „Heute ist es unglücklich gelaufen.“

Das galt auch für den weiteren Rennverlauf: Denn noch in der ersten Kurve drehte sich Bottas, nachdem ihm McLaren-Pilot Daniel Ricciardo ins Heck gefahren war. Bei seiner Aufholjagd vom Ende des Feldes hing er dann rundenlang hinter Ricciardo fest – und das gleich zwei Mal. Denn nachdem er beim ersten Mal endlich am Australier vorbei war, warf ihn er klemmendes Vorderrad beim Boxenstopp erneut hinter diesen zurück.

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Versöhnlicher Abschluss ohne Happy Ende

Immerhin gelang Bottas noch ein versöhnlicher Abschluss: Im letzten Umlauf fuhr er noch die Schnellste Rennrunde – und schnappte damit Verstappen den dafür fälligen Extrapunkt weg. Ein Happy End war das trotzdem nicht. Denn weil Bottas als 15. das Rennen außerhalb der Punkte beendete, bekam der Sternenkrieger von der traurigen Gestalt den Extrazähler nicht gutgeschrieben. (wwi)