Viele Produktionsanlagen stehen still

RWE, Outletcenter oder Autozulieferer: Viele Unternehmen vom Hochwasser schwer getroffen

23. Juli 2021 - 21:55 Uhr

Aurubis: Stillstehende Maschinen und überflutete Gelände - Interview im Video

Die Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz hat nicht nur vielen Menschen das Leben oder ihre Existenz gekostet. Auch bei vielen Unternehmen hat das Unwetter zu massiven Schäden geführt. Die Produktionsanlagen des Kupfer-Recyclers Aurubis in Stolberg bei Aachen stehen seit dem Hochwasser ebenso still. RTL war bei den Aufräumarbeiten vor Ort dabei. Mehr dazu hier im Video.

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Aurubis-Chef: „Können Lieferverpflichtungen nicht mehr erfüllen“

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Kupfer-Recycler Aurubis berichtet, dass er aufgrund von starken Unwetterauswirkungen die Produktion stoppen und das Werk evakuieren musste. Das Werk mit seinen rund 400 Beschäftigten könne deshalb seine Lieferverpflichtungen nicht mehr erfüllen.

"Die Auswirkungen des Unwetters für unser Werk in Stolberg sind für uns alle schockierend", sagte Aurubis-Chef Roland Harings. Die Überflutung habe das gesamte Firmengelände betroffen. "Wir werden alles dafür tun, das Werk wiederaufzubauen und die Produktion so schnell wie möglich wieder anzufahren." Aurubis-Geschäftsführer Udo Nöbel geht aktuell davon aus, dass die Arbeit erst zum 1. Oktober wieder richtig aufgenommen werden kann.

Produktionsstopp im ZF-Werk

Auch in dem rheinland-pfälzischen Werk Bad Neuenahr-Ahrweiler des Zulieferers ZF ist die Produktion gestoppt worden. Das Werk sei durch die Hochwasserkatastrophe stark verwüstet worden. Laut einem Sprecher des Konzerns sei vorerst keine Wiederaufnahme der Produktion in Sicht. Man könne wenige Tage nach der Hochwasserkatastrophe noch keine Angaben zur Dauer der Produktionsunterbrechung machen, zumal das Ausmaß der Schäden noch immer nicht abzusehen sei.

In dem ZF-Werk arbeiten regulär rund 280 Mitarbeiter. Das Hochwasser stand vergangene Woche bis zu zwei Meter hoch - unter anderem wurden Produktions- und Lagerhallen des Unternehmens sowie zwölf Fahrzeuge geflutet. Darüber hinaus wurde das Werk stark verwüstet – Verletzte gab es keine.

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RWE befürchtet Schäden in Millionenhöhe

Auch der Stromversorger RWE trägt durch die Flutkatastrophe hohe Schäden davon. Das Braunkohletagebau Inden und das angeschlossene Kraftwerk wurden vom Hochwasser stark betroffen, am Montag lief das Kraftwerk laut Unternehmenssprecher noch mit reduzierter Leistung.

Der Fluss Inde bei Lamersdorf überspülte letzten Donnerstag einen Deich, lief in den Tagebau. Die Kohleförderung musste daraufhin eingestellt werden und durfte erst Ende der Woche wiederaufgenommen werden. Seitdem arbeitet das Kraftwerk mit verminderter Leistung – auch zahlreiche Wasserkraftwerke von RWE in der Eifel, an der Mosel, Saar und Ruhr mussten den Betrieb zeitweise einstellen. RWE prognostiziert, dass die Schäden einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag erreichen könnten.

Outlet Bad Münstereifel - fast alles Geschäfte zerstört

15.07.2021, Nordrhein-Westfalen, Bad Münstereifel: Blick in eine Straße in Bad Münstereifel nach schweren Regenfällen und dem Hochwasser der Erft. Foto: -/B&S/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Schwere Zerstörungen in Bad Münstereifel - das trifft auch das Outlet-Center, das sich über die komplette Stadt verteilt, hart.
© dpa, -, b&s kno

Hart getroffen wurde auch das Outlet-Center Bad Münstereifel. Das Fachblatt "Textilwirtschaft" berichtete, fast alle Geschäfte in dem Outlet-Center seien zerstört worden.

Klöckner fordert Fluthilfen für Landwirte

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner forderte unterdessen, dass Fluthilfen nach der Hochwasserkatastrophe auch der Landwirtschaft zugutekommen müssten. Die Schäden an landwirtschaftlichen Flächen, Gebäuden und Infrastruktur nähmen laut Landwirtschaftsministerium ein "teils existenzbedrohendes Maß" an. So seien etwa Getreidebestände vielerorts komplett vernichtet, ganze Tierbestände ertrunken und Einrichtungen von Weingütern und Winzergenossenschaften komplett zerstört worden.

Die von Olaf Scholz geforderten Soforthilfen für Betroffene sollen am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden.