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"Fleck-xikon"- H wie Heilpflanzen: Welches "Unkraut" unseren Körper entgiftet

Dr. Anne Fleck gibt Tipps

"Fleck-xikon"- H wie Heilpflanzen: Welches "Unkraut" unseren Körper entgiftet

Dr. Anne Fleck beantwortet Zuschauerfragen bei RTL Punkt 12.
Dr. Anne Fleck beantwortet Zuschauerfragen bei RTL Punkt 12.
Krzyzanowska, BECKER JOEST VOLKK, Becker Joest Volkk

von Vera Dünnwald

Es zerstört mitunter die schöne Kulisse und entpuppt sich als ganz schön lästige Aufgabe: Unkraut. Aber haben Sie sich die wilden Pflanzen schon mal genauer angeguckt? Brennnessel zum Beispiel wird nicht ohne Grund eine heilende Wirkungen nachgesagt. Oder was ist zum Beispiel mit Löwenzahn, „das Ginseng des Westens“, der sich ja bekanntlich den Weg durch Beton erkämpfen kann.

Dr. Anne Fleck, Fachärztin für Innere Medizin und Bestseller-Autorin ( „Die 70 einfachsten Gesund-Rezepte“ *), erklärt im RTL-Interview, welchen Kräutern und Pflanzen wir einen zweiten Blick schenken sollten, bevor wir sie unsanft im Müll entsorgen. Denn: In der Natur lauert viel Gesundes.

Was genau sind Heilpflanzen eigentlich?

Wildpflanzen in Glasvasen.
Einige Wildpflanzen sollten wir nicht sofort als Unkraut abstempeln. Denn für unsere Gesundheit könnten sie ziemlich nützlich sein.
Silvia Jansen, SilviaJansen

„Die Kraft der Heilpflanze ist unglaublich historisch“, sagt Doc Fleck. Schon die alten Ägypter und Babylonier haben sich mit der heilenden Wirkung der Pflanzen auseinandergesetzt. Heilpflanzen seien, so die Ärztin, mehr als unterschätzt: „Mutter Natur schenkt uns eigentlich so starke Waffen, damit wir uns und unsere Gesundheit schützen können. Löwenzahn zum Beispiel kann förmlich durch den Boden durchbrechen und zeigt uns ‘Hey, aufgepasst, ich bin auch noch da!’.“

Aber WAS genau können Heilpflanzen und Heilkräuter denn überhaupt? „Heilpflanzen werden auch Arznei- oder Nutzpflanzen genannt. Sie enthalten bestimmte Wirkstoffe, weswegen sie zur Linderung und Vorbeugung von Krankheiten – sowohl innerlich als auch äußerlich – eingesetzt werden und stehen für Natürlichkeit. Außerdem fungieren sie als Rohstoff für viele Medikamente. Wir finden sie in den unterschiedlichsten Formen: Wir können manche von ihnen essen, als Tee trinken oder wir kommen in Form von Badezusätzen in ihren Genuss.“ Aber aufgepasst: Einige von ihnen sind giftig!

Die positive Wirkung des "Unkrauts" Löwenzahn

Doc Fleck erklärt: „Viele Heilpflanzen enthalten eine große Menge an Bitterstoffen und Mikronährstoffen, die für unseren Körper eine echte Wohltat sind. Die Bitterstoffe wirken dabei wie eine Art Dünger der gesund- und schlank-machenden Darmbakterien.“ Löwenzahn eigne sich zur stärkeren Entgiftung besonders gut, werde nicht umsonst als „das Ginseng des Westens“ bezeichnet.

Lese-Tipp: "Fleck-xikon" - M wie Mikronährstoffe: Welche Vitamine brauchen wir, Doc Fleck?

Löwenzahn können Sie einfach beim Spazierengehen pflücken und dann „gut über den Salat oder in den Smoothie geben oder eben als Tee trinken. Die Tees gibt es mittlerweile fertig zubereitet in der Apotheke oder in der Drogerie. Wenn Sie jeden Tag eine Tasse davon trinken, wird Ihre Gesundheit es Ihnen danken.“ Die Heilpflanze Löwenzahn stärke nämlich sowohl die Leber als auch die Galle. Doch aufgepasst: Immer schön gründlich waschen!

Die Ärztin empfiehlt Löwenzahn vor allem chronisch kranken Menschen, denjenigen, die viel mit Müdigkeit zu kämpfen haben oder sich gerade auf dem Weg der Besserung befinden.

Doc Fleck empfiehlt die Brennnessel - doch von einer Pflanze sollten Sie sich fernhalten

Ein Brennnessel-Tee.
Ein Brennnessel- oder Löwenzahn-Tee pro Tag bewirke Wunder für unsere Gesundheit, so Doc Fleck.
MKucova

Bei der Brennnessel -Pflanze gebe es ähnliche Vorteile: „Brennnessel stärkt die Nierenfunktion. Im Frühjahr können Sie einfach mit Handschuhen und einer Schere draußen rumlaufen und die grünen, frischen Brennnesselspitzen ernten. Diese zum Risotto oder einer Suppe hinzugeben ist nicht nur furchbar lecker, sondern schafft Gesundheit – so ganz nebenbei“, erklärt Doc Fleck.

Auch hier könne man gut und gerne eine Tasse Brennnessel-Tee pro Tag trinken, „um die Entgiftungs- und Verdauungskraft des Körpers anzuregen.“

Neben Löwenzahn und Brennnessel zählen zudem die Ringelblume , Aloe Vera , Pfefferminze, Kamille und Lavendel zu den bekanntesten Heilpflanzen.

Fernhalten sollten Sie sich jedoch von Eisenhut, eine hochgiftige Blütenpflanze, bei der Sie eine Überdosierung unbedingt vermeiden sollten. „Wenn Sie sich nicht sicher sind, heißt es immer: Finger weg und Abstand halten! Manche Heilpflanzen sind giftig und es kann bei Verzehr zu allergischen Reaktion bis hin zum Atemstillstand kommen, da die Wirkung oftmals lähmend ist“, so Doc Fleck. Hochkonzentriertere Präparate sind daher verschreibungspflichtig.

Lese-Tipp: Heilende Heidekräuter: Diese Pflanze kann sogar Schmerzmittel ersetzen

Rezept: Pesto mit Brennnesseln

Kräuter-Expertin und Fachberaterin für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen, Ursula Rücks, hat auf RTL-Anfrage ihr Lieblings-Pesto-Rezept geteilt:

Was Sie für den Brennnessel-Dip, der sich am besten mit Nudeln, Kartoffeln oder Ofengemüse genießen lässt, brauchen:

  • 80g Mandeln (oder Kerne nach Wahl)
  • 2 Handvoll Brennnesselspitzen (obere fünf Zentimeter)
  • 2 TL Rosmarinnadeln
  • 100g Öl (zum Beispiel Olivenöl oder Rapsöl)
  • ca. 4 EL Zitronensaft
  • ca. ½ TL Salz
  • etwas Pfeffer
  • eventuell Honig oder Fruchtdicksaft
  • 40g Parmesan
Und so geht’s:
  1. Mandeln in einer Pfanne ohne Öl kurz anrösten, bis sie beginnen zu duften. Danach abkühlen lassen.
  2. Parmesan grob zerteilen, im Mixer zerkleinern, aus dem Mixbehälter nehmen und zur Seite stellen.
  3. Brennnesseln reinigen, zerpflücken und alle Zutaten – bis auf den Parmesan und die Mandeln – im Mixer pürieren.
  4. Mandeln dann hinzugeben und weiter mixen. Wichtig: Die Mandelstückchen sollten noch leicht spürbar sein.
  5. Parmesan kurz untermischen. Das Ganze am Ende kräftig abschmecken und servieren.

Hier kommen Heilpflanzen zum Einsatz

Heilpflanzen können bei folgenden Beschwerden helfen:

  • Magen-Darm, Verdauungsprobleme und Übelkeit
  • Entzündungen (zum Beispiel am Zahnfleisch)
  • Krämpfe (zum Beispiel bei Menstruationsbeschwerden)
  • Schlafstörungen, innerer Unruhe, Stimmungsschwankungen
  • Zahnschmerzen

Sie schützen zudem unser Immunsystem, sorgen für eine gesunde Haut und wirken sich positiv auf unser Herz-Kreislauf-System aus. Dabei wirken viele zum Beispiel entzündungshemmend, beruhigend, schmerzstillend oder antibakteriell. „Versuchen Sie sich in Zukunft also nicht allzu viel über das Unkraut zu ärgern. Denn dieses vermeintliche Unkraut könnte Ihnen gute Dienste erweisen“, sagt Doc Fleck.

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