Ansage vom Einwanderungsminister

Schock-Finale im Djokovic-Drama: Tennis-Star muss Australien verlassen

14. Januar 2022 - 9:09 Uhr

Die nächste Eskalation im bizarren Fall um Tennis-Superstar Novak Djokovic – und wohl die endgültige Entscheidung? Der australische Einwanderungsminister Alex Hawke hat nun entschieden, dass der Weltranglisten-Erste doch ausgewiesen werden soll. Djokovic muss Australien verlassen und kann Stand jetzt NICHT an den Australian Open (Start am 17. Januar) teilnehmen. Allerdings bereiten sich Djokovics Anwälte offenbar schon darauf vor, eine sofortige einstweilige Verfügung gegen diese Entscheidung zu beantragen, berichtet "The Age".

Das sagt unsere Reporterin in Melbourne

Djokovic kann gegen die Entscheidung noch Berufung einlegen

Schock für Novak Djokovic. Am Montag trainierte er schon auf dem Tenniscourt von Melbourne, grüßte und grinste die Sorgen weg – ein Gericht hatte die Visumsblockade wegen eines formalen Fehlers der Grenzschütze aufgehoben. Ein Teilerfolg. Es sah so aus, als könnte Djokovic Down Under bleiben.

Doch jetzt die nächste Wendung in diesem irren Fall: Der zuständige Minister Australiens erklärte am Freitagmorgen deutscher Zeit, dass er Djokovics Visum erneut annulliert. Damit verkündete er das Ende der Djokovic-Reise in Australien 2022. Der Serbe kann nach dieser Entscheidung nun innerhalb weniger Stunden wieder in Einwanderungshaft genommen werden.

"Heute habe ich von meiner Befugnis gemäß Abschnitt 133C(3) des Migrationsgesetzes Gebrauch gemacht und das Visum von Herrn Novak Djokovic aus Gründen der Gesundheit und der guten Ordnung aufgehoben, da dies im öffentlichen Interesse liegt", sagte Hawke in einem Statement. "Bei dieser Entscheidung habe ich die mir vom Innenministerium, der Australian Border Force und Herrn Djokovic zur Verfügung gestellten Informationen sorgfältig geprüft. Die Morrison-Regierung (Scott Morrison, Australischer Premierminister, Anm.d.Red.) ist fest entschlossen, die Grenzen Australiens zu schützen, insbesondere in Bezug auf die Covid-19-Pandemie."

Wobei Djokovic auch noch einmal in Berufung gegen die Entscheidung gehen kann. Ob aber vor dem Start des Turniers am Montag überhaupt eine Entscheidung fällt, ist unklar. Bleibt es bei der Ausweisung, steht fest: Der Serbe kann nicht auf Rekordjagd gehen. In Melbourne hätte der Titelverteidiger seinen 21. Grand-Slam-Sieg feiern können – so viele hat noch keiner.

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Minister entzieht Djokovic die Aufenthaltsberechtigung

Zuletzt hatte es neue Vorwürfe und Ungereimtheiten rund um Djokovic und seine Einreise gegeben. Der Zeitstempel und die Nummerierung des angeblich positiven PCR-Tests von Djokovic aus dem Dezember warfen Fragen auf. Eben jener spielte eine zentrale Rolle bei der Frage, ob der ungeimpfte Star einreisen darf. Zudem prüften die australischen Behörden, die Dokumente des Serben, da er offenbar bei der Einreise eine falsche Angabe gemacht hatte.

Am Mittwoch meldete sich Djokovic erstmals bei Instagram öffentlich zu Wort. In einem ellenlangen Statement gestand er, wissentlich ein Interview trotz eines positiven Corona-Tests gegeben zu haben. Den Vorwurf, auf dem Einreiseformular gemogelt zu haben, wies der 34-Jährige aber von sich. Offenbar genügten die Indizien dem australischen Minister aber, um ein Machtwort zu sprechen und Djokovic die Aufenthaltsberechtigung zu entziehen. (msc/tno)