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Die Corona-Zahlen explodieren - wann bricht die Omikron-Welle? Professor gibt Prognose ab

Professor gibt Prognose ab

Die Zahlen explodieren - wann bricht die Omikron-Welle?

Warum Omikron uns in die ersehnte Endemie führen könnte Ende der Corona-Pandemie in Sicht?

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Rekord-Inzidenzen in Deutschland

200.000 Neuinfektionen - mit diesem Wert sorgt die Omikron-Variante bei uns für Rekord-Inzidenzen. Dennoch sind Experten davon überzeugt, dass die rasant verbreitende Coronavirus-Mutation einen Wendepunkt in der Pandemie darstellen könnte und die Endemie naht. Dänemarks Top-Expertin, die Epidemiologin Tyra Grove Krause, sagt sogar die kurz bevorstehende Rückkehr zur Normalität voraus. Was das bedeutet, sehen Sie im Video.

Aber wann bricht denn nun die Welle? Professor und Mediziner Dr. Bertram Häussler hat RTL erklärt, wann er mit der Trendwende rechnet.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de

Fast vertikaler Anstieg der Neuinfektionen durch Omikron in vielen Ländern

Mehr als zwei Jahre sind vergangen seit den ersten Berichten über eine mysteriöse Lungenkrankheit in der chinesischen Metropole Wuhan. Während China versucht, Corona so wenig Raum wie möglich zu geben, ist Deutschland mitten in der fünften Welle.

Schon in den letzten Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen rasant gestiegen, mittlerweile ist der Rekordwert von 200.000 geknackt worden. Auch in vielen weiteren Ländern sind die Fallkurven mit der Ausbreitung von Omikron fast vertikal angestiegen.

Lese-Tipp: Blick auf unsere Nachbarn zeigt: Diese Omikron-Wucht droht uns in den nächsten Tagen

Grafische Prognose: Professor schätzt Corona-Lage ein

Endemie-Prognose von Prof. Dr. Bertram Häussler.
Die Endemie-Prognose von Prof. Dr. Bertram Häussler gibt Auskunft über einen möglichen Corona-Verlauf in der ersten Jahreshälfte von 2022.
Prof. Dr. Bertram Häussler

Prof. Dr. Bertram Häussler, Leiter der IGES Gruppe, einem Forschungs- und Beratungsinstitut in Berlin, hat Anfang des Jahres eine Grafik für RTL angefertigt, in der er eine erste Corona-Prognose für das Jahr 2022 wagte. „Die Abbildung skizziert mögliche Entwicklungen des Infektionsgeschehen (Inzidenz) und der Neuzugänge auf Intensivstationen in Deutschland unter Omikron bis Ende Februar“, erklärte Häussler. Heute wagt er einen neuen Blick auf die Situation.

Als Grundlage wählt der Professor die bisherigen Entwicklungen im Vereinigten Königreich. Wieso? Weil „bisher sowohl die Alpha- als auch die Delta-Variante mit einer gewissen Verzögerung in Deutschland zu ähnlichen Entwicklungen geführt haben.“ Häussler schätzte bei seiner ersten Prognose, „dass der Peak der Omikron-Welle im Februar bei uns in Deutschland zu sehen sein wird. Allerdings betonte er: „Dieser starke Anstieg wird nicht zwangsläufig zu einer steigenden Belastung der Intensivstationen führen.“ Denn: Die Omikron-Variante führt zu weniger schweren Verläufen.

Lese-Tipp: Modellierer erwartet Inzidenzen um die 2.500

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Mit seiner Prognose behält Häussler bisher recht

Die Endemie-Prognose von Prof. Dr. Bertram Häussler gibt Auskunft über einen möglichen Corona-Verlauf in der ersten Jahreshälfte von 2022.
Prof. Dr. Bertram Häussler zeigt, wann der Peak der 7-Tage-Inzidenz erreicht ist.
Prof. Dr. Bertram Häussler

Nun hat Häussler erneut eine Grafik entworfen, auf der eindeutig zu sehen ist: „Der erwartete steile Anstieg der 7-Tage-Inzidenz ist eingetreten.“ Diese liegt derzeit bei 1.000 „und damit doppelt so hoch wie während der Delta-Welle“. Auch ein Anstieg bis auf eine Inzidenz von 2.000, so wie wir es vor einigen Wochen bereits in Großbritannien erkennen konnten, sei sogar denkbar. Besonders weil die Bundesländer mit den höchsten Inzidenzsteigerungen, darunter Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Berlin, schon einen deutlicheren Anstieg zeigen. Heißt: Das könnte bald der Bundesdurchschnitt sein, so der Professor.

Auch auf den Intensivstationen zeigt sich: „Die Zahl der Erstaufnahmen von Covid-19-Patienten steigt bundesweit leicht an. Insgesamt rechnen wir aber nicht mit einem Anstieg der Aufnahmen in die Intensivstationen, der an den bisherigen Höchststand der ITS-Belegung heranreicht.“

Wodurch wird das Ende einer Pandemie eingeleitet?

Ausrotten lässt sich ein so ansteckender und verbreiteter Erreger wie Sars-CoV-2 laut Fachleuten aller Voraussicht nach nicht. Angenommen wird aber keine Pandemie-Dauerschleife, sondern dass das Virus endemisch wird, also dauerhaft in einer Bevölkerung präsent bleibt. „Saisonale Schwankungen sind möglich“, erläutert der Epidemiologe Rafael Mikolajczyk aus Halle. Aber epidemische Verläufe im Sinne eines langdauernden oder schnellen Anstiegs von Infektionszahlen würden im endemischen Zustand durch breit vorhandene Immunität ausgebremst.

Das Immunsystem sieht sich dann nicht mehr mit einem neuartigen Erreger konfrontiert, sondern ist durch frühere Infektionen oder Impfungen gewappnet. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, spricht von einer Grundimmunität, die aufgebaut werden müsse. „Wenn sich ein Großteil der Bürgerinnen und Bürger impfen lässt, haben wir den endemischen Status mit weniger schweren Krankheitsverläufen schneller“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Ende der akuten Phase bedeutet, dass das Virus zwar weiter zirkuliert, die Gesundheitssysteme dies aber dank Impfstoffen und Medikamenten bewältigen können – ähnlich wie bei Grippeviren.

„Je höher der Anteil der Menschen mit Antikörpern im Frühjahr ist, desto besser sieht es aus für uns“

Eine Menschenmenge geht in einer Stadt über einen Zebrastreifen.
Experten rechnen damit, dass im Frühjahr der endemische Zustand erreicht sein wird - trotz Rekord-Inzidenzen.
AzmanL

Wo genau Deutschland steht, dürfe sich RKI-Chef Wieler zufolge im Frühjahr klarer zeigen. Das Interesse gilt der Verbreitung von Antikörpern gegen Corona in der Bevölkerung, sei es durch Infektion oder durch Impfung. Dies wird in Studien ermittelt. „Je höher der Anteil der Menschen mit Antikörpern im Frühjahr ist, desto besser sieht es aus für uns.“ Ende 2020, bevor es mit dem Impfen losging, hatten laut Wieler erst etwa zwei Prozent entsprechende Antikörper. (dpa/nri/ubr/vdü)

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Das große Geschäft mit der Pandemie: Ausgerechnet in einer Zeit, in der jeder um seine Gesundheit bangt, finden Betrüger immer wieder neue Wege, illegal Geld zu machen. Ob gefälschte Impfpässe, negative Tests oder Betrügereien in den Testzentren – die Abzocke lauert überall. Sogar hochrangige Politiker stehen in Verdacht, sich während der Corona-Zeit die eigenen Taschen vollgemacht zu haben. Unsere Reporter haben europaweit recherchiert – die ganze Doku auf RTL+.