Mit Smartwatch getrackt

Daten zeigen: Diesen Effekt haben Impfungen auf Corona-Verlauf

Mit Smartwatch getrackt: 470 Millionen gespendete Daten zeigen krassen Effekt: So beeinflussen Impfungen den Corona-Krankheitsverlauf.
Mit Smartwatch getrackt: 470 Millionen gespendete Daten zeigen krassen Effekt: So beeinflussen Impfungen den Corona-Krankheitsverlauf.
© iStockphoto, istock

07. Mai 2022 - 12:54 Uhr

Selbst nach zwei Jahren Corona-Pandemie ist vieles an diesem Virus noch unerklärlich. Von Husten, Schnupfen über hohes Fieber, Long Covid-Symptomen oder einer völlig unbemerkten Infektion ist bei Corona-Infizierten alles dabei. Covid-19 wirkt sich auf Menschen sehr unterschiedlich aus. Doch wie verläuft eine Infektion bei Ungeimpften im Vergleich zu Geimpften und welchen konkreten Einfluss hat die Corona-Impfung auf den Krankheitsverlauf? Darüber gibt eine umfangreiche Sammlung an Daten jetzt Aufschluss. Mehr als 530.000 teilnehmende Personen haben sie seit 2020 der Wissenschaft über die Corona-Datenspende-App freiwillig zur Verfügung gestellt – mit hoch spannenden Ergebnissen.

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Corona-Verläufe: Welchen Effekt erzielt die Impfung? App sammelt Daten mit Smartwatches

Das Corona-Datenspende-Projekt läuft seit April 2020. Über eine spezielle App sammeln Forscher der Humboldt-Universität Berlin und des Robert Koch-Instituts (RKI) Gesundheitsdaten. Und das funktioniert so: Sensoren in Fitnessarmbändern oder Smartwatches zeichnen die sogenannten Vitalfunktionen auf:

  • Schrittzahl
  • Herzfrequenz
  • Ruhepuls
  • Schlafqualität

Die Daten der Teilnehmenden des Projekts übermitteln sie an die Datenspende-App. Auch über Fragebögen können weitere Angaben zu Symptomen oder dem Lebensstil gemacht werden.

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Corona-Impfung beeinflusst Krankheitsverlauf offenbar positiv

Wie die "Apotheken-Umschau" aktuell berichtet, sind auf diese Weise bislang über 470 Millionen gespendete Daten von knapp 550.000 Menschen zusammengekommen. Wahnsinn! 190.000 von ihnen sind derzeit regelmäßig als Spender aktiv.

Die aktuelle Auswertung der Daten zeigt: Die Corona-Schutzimpfung scheint bei Infizierten nicht nur den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, sondern auch die dadurch bedingte Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Beispiel: Die Vitalfunktionen Geimpfter veränderten sich bei einer Corona-Infektion weniger stark als die Ungeimpfter und pendelte sich außerdem schneller wieder im Normbereich ein.

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Corona-Impfung trägt zu schnellerer Erholung nach Erkrankung bei

Die Corona-Schutzimpfung trägt also offenbar dazu bei, dass die Erholung nach einer Covid-19-Erkrankung schneller verläuft. Laut Robert-Koch-Institut ist die Datenspende in dieser Größenordnung in Bezug auf die Ausbreitung eines Virus bisher als einmalig zu betrachten.

Trotzdem stellt das Forschungsteam auch die Grenzen seiner Ergebnisse fest. Die Resultate seien außerdem nicht repräsentativ. Die Gruppe der Ungeimpften habe sich damals vor allem wegen des damaligen Impfstoffmangels zusammengesetzt.

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App-Projekt zu Corona-Verläufen: Probanden waren hauptsächlich mit Alpha-Variante infiziert

Das Fazit: Ein Großteil der ungeimpften Probanden habe sich zu diesem Zeitpunkt höchstwahrscheinlich noch mit der Alpha-Variante infiziert, was zum Beispiel zu unterschiedlichen körperlichen Folgen geführt haben könnte. Gerade, wenn man es mit anderen Virus-Varianten vergleicht. Zu den Durchbruchsinfektionen bei Geimpften sei es außerdem zu einem Großteil in der vierten und fünften Welle gekommen - also zumindest teilweise mit anderen Corona-Varianten, die womöglich zu verschiedenen, beziehungsweise kürzeren oder harmloseren Krankheitsverläufen geführt haben könnten.

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App-Projekt: Mittlerweile sind alle Teilnehmenden mehrfach geimpft

Zum jetzigen Zeitpunkt seien nahezu alle Probanden des App-Projekts mehrmals geimpft. Neue Daten zu Corona-Infektionen und Krankheitsverläufen ungeimpfter Menschen könnten also nur durch ein erneutes Anwerben neuer ungeimpfter Probanden gesammelt und ausgewertet werden, erklären die Forscher. An der Wichtigkeit und dem Wert der besonderen Erkenntnisse des App-Projekts ändere dies nach Ansicht der Wissenschaftler aber erstmal nichts. (mjä)