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Dank Stammzelltherapie: Erste Frau von HIV geheilt

Medizinische Sensation

Dank Stammzelltherapie: Erste Frau von HIV geheilt

Frau hält rote HIV/Aids-Schleifen in der Hand
US-Forschern soll es erstmals gelungen sein, eine Frau von HIV zu heilen (Symbolbild)
Getty Images/iStockphoto, ThitareeSarmkasat

Es ist eine medizinische Sensation: US-Forschern soll es gelungen sein, eine Frau zu heilen, die sowohl mit HIV infiziert als auch an Leukämie erkrankt war. Grund dafür sei eine spezielle Stammzellentherapie.

Stammzellen aus Nabelschnur eines Säuglings

Die sogenannte „New Yorker Patientin“ ist damit die dritte HIV-Patientin weltweit, bei der eine Behandlung von HIV gelungen war. Bei zwei weiteren Patientinnen soll das eigene Immunsystem das Virus ohne zusätzliche medizinische Unterstützung geheilt haben.

Möglich wurde die Heilung der US-Amerikanerin durch eine Haplo-Nabelschnur-Transplantation. Diese wurde vor vier Jahren durchgeführt. Dabei werden Stammzellen eines Verwandten und Stammzellen aus der Nabelschnur eines Säuglings verwendet.

Die Säuglingsstammzellen enthielten eine natürlich vorkommende, aber seltene Mutation, die Menschen immun gegen das HI-Virus macht. Diese Mutation des CCR5-Gens tritt vorwiegend bei Menschen nordeuropäischer oder kaukasischer Abstammung auf.

HIV und Leukämie nicht zurückgekommen

Nach der Stammzellentransplantation soll die Frau laut Medienberichten noch mehrere Jahre lang Medikamente eingenommen haben. Vor 14 Monaten setzte sie diese ab, die HIV-Infektion ist bis heute nicht zurückgekommen. Auch die Leukämie konnte offenbar geheilt werden.

"Die Viruskonzentration in ihrem Blut war während dieser ganzen Zeit nicht nachweisbar“, sagte Yvonne J. Bryson, Leiterin der Behandlung und Spezialistin für pädiatrische Infektionskrankheiten an der David Geffen School of Medicine der UCLA-Universität bei der Vorstellung ihrer Ergebnisse auf der "Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections". Insgesamt waren zehn US-Forschungsinstitute und Universitäten an der Studie zu dem Fall beteiligt.

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Fall gibt Hoffnung

Ob die Patientin langfristig geheilt werden konnte, bleibt abzuwarten. Der sogenannte „Berliner Patient“, der ebenfalls mit HIV infiziert und an Leukämie erkrankt war, gilt als der erste von HIV geheilte Patient weltweit. Er ist im September 2020 an Leukämie gestorben. Als zweiter Fall gilt der sogenannte „Londoner Patient“ .

Dass es nun offenbar erneut gelungen ist, HIV zu heilen, gibt Hoffnung. Allerdings sei eine solche Stammzellentherapie weit von einer Standardtherapie entfernt: "Eine Knochenmarktransplantation ist keine praktikable massentaugliche Strategie zur Heilung von HIV, aber sie stellt einen 'Proof of Concept' dar, dass HIV geheilt werden kann. Es stärkt auch die Nutzung der Gentherapie als praktikable Strategie für eine HIV-Heilung", zitiert die 'Washington Post" Sharon Lewin, Präsident der internationalen AIDS-Gesellschaft. (akr)