"Ersetzt nicht das persönliche Leid"

Nach AstraZeneca-Tod von Dana O. (32) - Mutter fordert bessere Impf-Aufklärung

Die 32-jährige Dana O. ist nach einer AstraZeneca-Impfung gestorben. Die Ursache war eine Hirnblutung.
Die 32-jährige Dana O. ist nach einer AstraZeneca-Impfung gestorben. Die Ursache war eine Hirnblutung.
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05. Mai 2021 - 10:42 Uhr

Die Anwältin der Mutter spricht im RTL-Interview über den schrecklichen Fall

Seit ihrer Pubertät leidet Dana O. an Migräne. Deswegen denkt sich die 32-Jährige auch nichts weiter dabei, als sie Tage nach ihrer Impfung mit AstraZeneca starke Kopfschmerzen hat. "Sie war mit Schmerzen vertraut", erzählt Erika Leimkühler, die Anwältin von Danas Mutter, im Gespräch mit RTL. Aber kurze Zeit später stirbt die junge Frau an einer Hirnblutung. Nach einem rechtsmedizinischen Gutachten steht fest, dass diese mit der Impfung in Zusammenhang steht. Wie es für die Familie der Verstorbenen nun weitergeht und welche klare Forderung die Mutter hat –Anwältin Erika Leimkühler spricht mit RTL über den schrecklichen Fall.

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Impfung mit AstraZeneca: Die 32-Jährige wollte andere schützen

Dana O. hat alleine gelebt. Etwas zurückgezogen, wegen ihrer Migräneattacken, erzählt uns Erika Leimkühler, Fachanwältin für Medizinrecht aus Herford. Einen engen Kontakt hatte sie zu ihrer Mutter und ihrer Großmutter. Die Oma war mit ein Grund, weswegen die junge Frau sich für eine Impfung entschieden hat. "Sie hatte in ihrem Alter kein hohes Risiko auf einen schweren Verlauf", so Leimkühler. Die 32-Jährige habe sich impfen lassen, um andere zu schützen – sowohl im privaten Bereich, aber auch im beruflichen. Denn Dana O. hat als Psychologin in einer Rehaklinik gearbeitet, hatte viel Patientenkontakt.

Dana O. ist zwölf Tage nach ihrer Impfung gestorben

Am 25. Februar hat Dana ihre erste Impfung mit AstraZeneca erhalten. Bevor Deutschland die Impfungen mit dem Vakzin vorläufig gestoppt hat. Bevor die Empfehlung ausgesprochen wurde, AstraZeneca nur noch an über 60-Jährige zu verimpfen. Dana hatte Migräne. Ansonsten war die 32-Jährige gesund, hat nicht geraucht, fast keinen Alkohol getrunken, war nicht übergewichtig, hat nicht die Antibabypille genommen. Zwölf Tage nach ihrer Impfung ist sie gestorben.

Erika Leimkühler: "Es muss verstärkter und erweiterter aufgeklärt werden"

"Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sind die Todesfälle infolge einer AstraZeneca-Impfung natürlich recht wenig", so Anwältin Leimkühler. "Aber in dieser Altersgruppe ist der Anteil nicht unerheblich." Es müsse verstärkter und erweiterter aufgeklärt werden, zugeschnitten auf Alter und Geschlecht der Patienten, mit allen möglichen und besonderen Risiken. Gerade vor dem Hintergrund, dass viele der betroffenen Patientinnen noch sehr jung sind, oftmals kein eigenes hohes Risiko eines schweren Verlaufes haben, so Leimkühler. Bei einer Risiko-Nutzen-Abwägung würden sich dann viele für eine Impfung entscheiden – um andere zu schützen.

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Die Mutter will nicht, dass Impfungen gestoppt werden

"Es geht uns nicht um eine Panikmache", betont Leimkühler. "Es geht um Transparenz und Aufklärung." Dafür müsse der Staat sorgen. "Die Bürger müssen da ein bisschen wachgerüttelt werden." Es müsse ins Bewusstsein gerückt werden, dass noch andere, unbekannte Nebenwirkungen auftreten können. Wie bei Dana.

Danas Mutter sei nicht für einen allgemeinen Impfstopp. Auch ihre Anwältin betont die Wichtigkeit des Impfens. "Wir können uns glücklich schätzen, dass Impfstoff zur Verfügung steht. Wir müssen einen Großteil der Menschen impfen, um die Bevölkerung zu schützen und unsere Freiheiten zurückzubekommen."

"Das hätte auch im Interesse von Dana gestanden"

Die Anwältin von Danas Mutter macht jetzt beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe den Anspruch auf Schadensersatz geltend. Die Dokumente sind schon ausgefüllt. Damit kann Danas Familie finanziell entlastet werden bei den Kosten für die Bestattung und die Grabpflege. Die finanzielle Entschädigung stehe aber absolut nicht im Vordergrund.

"Danas Mutter geht es darum, aufzuklären", so Leimkühler. Das hätte auch im Interesse von Dana gestanden. "Das ersetzt aber natürlich nicht das persönliche Leid!"

SLI

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