Immunreaktion führte zum Tod

Frau (32) aus dem Kreis Herford stirbt nach AstraZeneca-Impfung

Nach Angaben des Kreises Herford in Nordrhein-Westfalen ist eine 32-jährige Frau im Zusammenhang mit einer Impfung mit Astrazeneca gestorben.
Nach Angaben des Kreises Herford in Nordrhein-Westfalen ist eine 32-jährige Frau im Zusammenhang mit einer Impfung mit Astrazeneca gestorben.
© dpa, Robert Michael, ert kde axs pil

30. April 2021 - 9:40 Uhr

Dana O. aus dem Kreis Herford erlitt nach AstraZeneca-Impfung eine Hirnblutung

Die 32-jährige Dana O. ist nach Angaben des Kreises Herford in Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit einer Impfung mit AstraZeneca gestorben. Das geht aus dem Obduktionsbericht hervor. Ursache war demnach eine Gerinnungsstörung mit Einblutung ins Gehirn.

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Immunreaktion auf den Corona-Impfstoff führte zum Tod der Frau

Der Mitteilung von Mittwoch zufolge führte nach einem Befund des auf solche Immunreaktionen spezialisierten Instituts für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Greifswald eine Immunreaktion auf den Impfstoff zum Tod der Frau.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld war die 32-Jährige von der Rechtsmedizin in Münster obduziert worden. Sie war mehrere Tage nach ihrer Impfung am 9. März gestorben.

Der Kreis hat das Landeszentrum für Gesundheit und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eingeschaltet. Das PEI mit Sitz in Frankfurt ist für Zulassung und Bewertung von Arzneimitteln zuständig.

"Wir sind über den Tod der jungen Frau, die mitten aus dem Leben gerissen wurde, tief traurig. Mit der Impfung wollte sie sich selber und vor allem andere Menschen schützen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen", sagte Landrat Jürgen Müller (SPD) laut Mitteilung.

Komplikationen nach AstraZeneca-Impfung vor allem bei Frauen unter 55 Jahren

Seit dem 1. April empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung mit dem Produkt von AstraZeneca nur noch bei Menschen ab 60 Jahren. Der Grund waren seltene Fälle bestimmter Hirnvenenthrombosen. Diese schweren, teilweise tödlich verlaufenden Nebenwirkungen wurden laut Robert Koch-Institut überwiegend bei Frauen im Alter bis zu 55 Jahren festgestellt. Dana O. starb nicht an einer solchen Thrombose, sondern an einer Hirnblutung, wie unter anderem der Tagesspiegel berichtet.

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59 Fälle von Sinus- und Hirnvenenthrombosen nach AstraZeneca-Impfung

In Deutschland wurden bis Mitte April 59 Fälle von Blutgerinnseln nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca gemeldet. Zwölf Menschen waren bis zu dem Zeitpunkt gestorben. Bis einschließlich 15. April wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) insgesamt mehr als 4,2 Millionen Erstdosen und 4.153 Zweitdosen des Impfstoffs verabreicht.

Zuletzt hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) mitgeteilt, dass trotz seltener Fälle schwerer Thrombosen die Vorteile des Impfstoffes von AstraZeneca in allen Altersgruppen höher zu bewerten als die Risiken sind. "Der Impfstoff rettet Leben", sagte der leitende Datenanalytiker der EMA, Peter Arlett.

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