Prozess Arafat Abou-Chaker vs. Bushido

Momo Abou-Chaker legt sich mit Gerichtssprecherin an - sie bleibt eiskalt

26. August 2020 - 13:21 Uhr

Im Video: Momo Abou-Chaker drängt sich an Schlange vor Gericht vorbei

Vier Brüder des Abou-Chaker-Clans sind angeklagt, weil sie Rapper Bushido beleidigt und drangsaliert haben sollen. Ein weiterer Bruder hatte es am Mittwochmorgen ganz besonders eilig, dem Prozess in Berlin beizuwohnen: Momo Abou-Chaker drängte sich an der Schlange vorbei ins Landgericht und lieferte sich einen verbalen Schlagabtausch mit der Gerichtssprecherin. Unser Video zeigt, wie die Gerichtssprecherin ihn eiskalt abblitzen lässt.

Familienmitglieder durften doch noch in den Saal

Die Sprecherin ermahnte Arafat Abou-Chakers jüngeren Bruder, die Corona-Abstandregeln einzuhalten und sich in der Schlange hinten anzustellen. Was der offenbar nicht nachvollziehen konnte.

Einige Personen "hatten den Eindruck, sie hätten vielleicht ein Recht, eher reinzukommen als andere", beschrieb die Gerichtssprecherin den Disput im Anschluss diplomatisch. Drei davon seien Familienmitglieder der Angeklagten. Obwohl coronabedingt nur zwölf Zuschauerplätze im Gerichtssaal zur Verfügung stünden, habe der Vorsitzende Richter letztlich entschieden, die drei als weitere Personen (also insgesamt 15) im Zuhörerbereich zuzulassen.

Bushidos Aussage im Berliner Prozess erwartet

Für Mittwoch wird Bushidos Aussage in dem Prozess erwartet, in dem er auch als Nebenkläger auftritt. Clanchef Arafat Abou-Chaker (44) werden versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Untreue vorgeworfen. Seine drei Brüder Yasser, Nasser und Rommel sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt.

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Laut Anklage wollte der Clan-Boss die Trennung nicht akzeptieren. Er habe von Bushido unberechtigt eine Millionenzahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert.

Familie fühlte sich bedroht

In den Büroräumen von Arafat soll Bushido eingeschlossen, beschimpft und drangsaliert worden sein, als eigentlich die Details der Trennungsvereinbarung besprochen werden sollten. Bushido soll bei einem der Treffen mit einer Flasche beworfen, dabei am Kopf getroffen und leicht verletzt worden sein. Außerdem sei mit einem Stuhl nach dem Rapper geworfen worden. Die Abou-Chaker-Brüder sollen stundenlang auf ihn eingeredet, zudem Bushido und seine Familie bedroht haben. Am Ende fürchtete Bushido um die Sicherheit seiner Familie.

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