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RTL-Medizinexperte Dr. Specht schätzt ein

Warum gibt die EMA keine Altersempfehlung zu AstraZeneca?

08. April 2021 - 8:08 Uhr

Dr. Specht zur EMA-Empfehlung: „Wirklich eine schwierige Situation"

Wochenlang warteten die Bürger auf ein klares Statement der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zu den möglichen schweren Nebenwirkungen des AstraZeneca-Impfstoffs "Vaxzevria". Am Mittwochnachmittag erklärte die EMA ihre Empfehlung für AstraZeneca. Obwohl die Sinusvenen-Thrombosen nach Impfungen häufiger bei jüngeren Frauen festgestellt wurden, bleibt die EMA bei ihrer Empfehlung des Impfstoffs für Erwachsene jeden Alters und Geschlechts.

"Das ist natürlich sehr verwirrend", sagt der Mediziner Dr. Christoph Specht. "Wirklich eine schwierige Situation." Warum die EMA die Risikogruppe für Sinusvenen-Thrombosen nicht genauer eingrenzt, erklärt er im Video.

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Auffällige Häufung von Sinusvenen-Thrombosen nach Impfung

Bis zum 4. April seien in der EU 169 Fälle von seltenen Gehirn-Thrombosen bei 34 Millionen verabreichten Impfdosen gemeldet worden, sagte Sabine Straus, Vorsitzende des zuständigen EMA-Ausschusses für Risikobewertung. Die gemeldeten Blutgerinnsel seien vor allem bei Frauen im Alter von unter 60 Jahren binnen zwei Wochen nach der Impfung aufgetreten, so die EMA. Alter und Geschlecht hätten aber dennoch nicht als eindeutige Risikofaktoren ermittelt werden können.

Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gibt an, dass die meisten Betroffenen von Hirn-Thrombosen nach der Impfung Frauen in jüngerem bis mittlerem Alter seien.

Sinusvenen-Thrombosen sind zwar selten, werden aber regelmäßig diagnostiziert. Sie treten etwa einmal pro 100.000 Einwohner und Jahr auf, wie Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), erklärt. Neben wohl vor allem hormonell bedingten Fällen - etwa bei Einnahme der Antibabypille - gebe es auch septische Sinusvenen-Thrombosen im Zusammenhang mit bakteriellen oder viralen Infektionen.

Frauen wohl generell häufiger von Sinusvenen-Thrombosen betroffen

Bei einer Sinusvenenthrombose kommt es zu einem Verschluss bestimmter Venen im Gehirn durch Blutgerinnsel. Sie ist für rund ein Prozent der Schlaganfälle verantwortlich. Frauen sind laut dem Medizinportal "DocCheck" dreimal häufiger betroffen. Eine Sinusvenenthrombose kann in jedem Lebensalter auftreten. Zentrales Symptom sind Kopfschmerzen. Daneben können Erkrankte etwa epileptische Anfälle, Lähmungen oder Sprachstörungen bekommen.

Ein Mangel an Blutplättchen wiederum führt zu einer erhöhten Blutungsneigung. Als Symptome treten punktförmige Einblutungen in die Haut oder Schleimhäute auf, gelegentlich auch starkes Nasenbluten.

Quelle: RTL, Reuters

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