"Lage in den Krankenhäusern bereits angespannt"

Hessens Gesundheitsminister bezeichnet Impfgegner als unsolidarisch

24. September 2021 - 20:21 Uhr

Klartext auf Pressekonferenz

In Hinblick auf die kalte Jahreszeit werden auch die Corona-Infektionen wieder deutlich anziehen, das merkte Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) auf einer Pressekonferenz am Dienstag an. Noch einmal sprach er von der enormen Wichtigkeit der Impfung und kritisierte das unsolidarische Verhalten von Impfverweigerern.

Impfung schützt die, die sich nicht impfen lassen können

Klose adressiert mit seinem Seitenhieb konkret die Menschen, die sich zwar impfen lassen könnten, aber bewusst nicht von der Möglichkeit Gebrauch machen.

"Sich noch immer nicht impfen zu lassen heißt, sich auch der gemeinschaftlichen Verantwortung gegenüber den Kindern unter zwölf Jahren zu entziehen, für die bisher kein Impfstoff zugelassen ist – und es ist denen gegenüber unsolidarisch, die sich aufgrund einer Erkrankung nicht impfen lassen können", sagte Gesundheitsminister Kai Klose.

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Darüber hinaus bestätigten die Zahlen, dass auf den hessischen Intensivstationen überwiegend ungeimpfte Covid-Patienten behandelt werden. Sofern die Zahl derer zunehme, müssten wieder Einschränkungen getroffen werden, um das Gesundheitssystem zu entlasten.

Dr. Cihan Çelik: Aktuelle Lage nur ein Vorgeschmack

Neben Gesundheitsminister Klose nahm auch Dr. Cihan Çelik, Oberarzt und Leiter einer Covid-Station am Klinikum Darmstadt, an der Pressekonferenz teil. Er lieferte Einsicht in die aktuelle Situation in Hessens Krankenhäusern.

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"Die aktuelle Lage dürfte nur ein Vorgeschmack auf den Herbst sein. Aus Sicht eines klinisch tätigen Mediziners auf einer Covid-Station gibt es keinen Zweifel daran: Die Impfung hat einen sehr großen Nutzen für die Patienten und schützt sie vor schweren Verläufen", sagte Çelik.

Nach seiner Erfahrung zeigten die Menschen im Krankenbett sehr oft Reue, dass sie sich nicht impfen ließen. Es gebe auch eine Minderheit, die nach wie vor gegen eine Impfung seien. Meistens seien aber "Unorganisiertheit", Unwissen oder mangelnder Kontakt zu Ärzten der Grund für den fehlenden Impfschutz.

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