Ein Leben mit Depressionen

Alexander Metzler: "Ich bin dankbar, dass ich depressiv war"

14. April 2021 - 15:18 Uhr

Man kann lernen, mit Depressionen umzugehen

"Ich bin dankbar, dass ich depressiv war" - klingt absurd, aber genau das sagt Alexander Metzler aus Ober-Olm. Er hat lange gegen seine Depression gekämpft und macht nun mit einem Podcast Mut: Man könne lernen, mit der Krankheit umzugehen und sogar von ihr lernen, sagt er. Wie? Das sehen Sie im Video.

Zehn Jahre litt Alexander unter Depressionen

Jeder hat mal Phasen, in denen er sich nicht so richtig freuen kann auf das, was der Tag bringt. Wo alles grau scheint, man deprimiert ist. Aber eine Depression im medizinischen Sinn ist keine Phase der Abgeschlagenheit und Stimmungstiefs, sondern eine ernste Erkrankung. Auch Alexander Metzler war betroffen. Er wachte früh morgens auf und konnte nicht mehr schlafen, obwohl er es wollte. "Du kannst nicht schlafen, weil dein Gehirn von einer auf die andere Sekunde anfängt Amok zu laufen. Das ist furchtbar belastend", erzählt er uns im Interview. Zehn Jahre litt er unter Depressionen.

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Das sind die Symptome einer Depression

So erkennen Sie eine echte Depression.
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© Stiftung Deutsche Depressionshilfe

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Die Depression ist eine Volkskrankheit

Eine echte Depression beeinflusst Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen massiv. Sie geht mit Störungen von Körperfunktionen einher, verursacht erhebliches Leiden. In den letzten Jahren ist das, auch durch den Tod von Fußballprofi Robert Enke, immer mehr im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen. Depressionen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen, so die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. An Depression sind derzeit in Deutschland 11,3 Prozent der Frauen und 5,1 Prozent der Männer erkrankt. Frauen leiden damit etwa doppelt so häufig an Depression wie Männer.

Depressionen überwinden: Hier finden Sie Hilfe

Haben Sie die Vermutung, dass Sie depressiv sind? Die Symptome einer Depression bei sich selbst zu erkennen, ist nicht einfach. Sollten Sie sich in den genannten Symptomen und Anzeichen wiedererkannt haben, nehmen Sie dies als Anstoß für weitere Schritte auf dem Weg zur psychischen Gesundheit.

Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Depression zu leiden, ist es wichtig, dass Sie sich professionelle Hilfe holen. Sprechen Sie mit jemandem, dem Sie vertrauen. Eine gute erste Anlaufstelle ist beispielsweise der Hausarzt. Je nach Fall kann er Sie entweder selbst behandeln oder an einen Facharzt überweisen. Auch die Art der Behandlung richtet sich nach der Ausprägung der Depression. So können etwa Medikamente, sogenannte Antidepressiva, oder eine Psychotherapie zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus gibt es viele Beratungsstellen, die Ihnen bei Depressionen zur Seite stehen. Sie können sie online, telefonisch oder persönlich vor Ort erreichen und sich vertrauensvoll an sie wenden, um über psychische Probleme zu sprechen.