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Afghanistan: Bartsch (Linke) erklärt Bundeswehr-Einsatz für "gescheitert“

RTL/ntv "Frühstart"

Bartsch (Linke) zieht deutliche Afghanistan-Bilanz: „Der Einsatz ist gescheitert“

Bartsch nach Abzug der Bundeswehr: "Das einzige was in Afghanistan funktioniert ist der Mohnanbau"

Die letzten Bundeswehr-Soldaten haben Afghanistan verlassen. Damit ist der 20 Jahre lange Einsatz vorbei. Für den Fraktionsvorsitzenden der Linken, Dietmar Bartsch, war dieser Einsatz alles andere als ein Erfolg. „Der Einsatz ist gescheitert. Ich glaube nicht, dass Afghanistan befriedet ist. Das einzige, was funktioniert, ist der Mohnanbau.“, so Bartsch, und kritisiert vor allem die Rückzugsstrategie: „Wenn man sieht, wie überstürzt die deutschen Soldaten und auch die anderen Nato-Soldaten das Land verlassen, ist das keine gute Bilanz.“

Während die Bundeswehr und die anderen Nato-Partner abrücken, ist die Taliban in Afghanistan weiter auf dem Vormarsch . Bartsch beobachtet das Wiedererstarken der Taliban mit großer Sorge. „Ob der Vormarsch der Taliban zu bremsen ist, da setze ich ein großes Fragenzeichen.“, so der Fraktionschef der Linken und betont noch einmal: „Der militärische Einsatz ist wirklich grandios gescheitert.“

Bartsch: "Linke werden niemals Kampfeinsätzen zustimmen"

Kritikwürdig ist für den Linken-Politiker vor allem, dass Deutschland den Abzug aus Afghanistan nicht selbst entschieden habe: „Vor einem Jahr habe ich im Bundestag noch gehört, warum der Afghanistan-Einsatz unbedingt verlängert werden muss – und dann, nur weil die USA sagen sie gehen, gehen wir plötzlich auch.“ Der Linken-Politiker plädiert in diesem Zusammenhang für eine eigenständige und europäische Außenpolitik.

Angesprochen auf die Haltung der Linken gegenüber Auslandseinsätzen der Bundeswehr sagt Bartsch: „Wir nehmen bei dem Thema eine differenzierte Position ein. Niemand aus der Linken würde sagen, dass wir die UN-Soldaten aus Zypern abziehen müssen. Aber es gibt unterschiedliche Einsätze, und wir werden Kampfeinsätzen niemals zustimmen“. Bartsch betont anschließend, dass der Schwerpunkt bei der Außen- und Sicherheitspolitik vor allem darauf liegen solle, dass Deutschland sich gegen Waffenexporte ausspricht.