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Afghanistan

Afghanistan ist ein Binnenstaat in Südasien. Der offizielle Name lautet Islamische Republik Afghanistan, die Hauptstadt ist Kabul.

Afghanistan dpa

Afghanistan ist ein Binnenstaat Südasiens und trägt offiziell den Titel „Islamische Republik Afghanistan“. Der Staat, dessen Amtssprachen Paschtunisch und Persisch ist, grenzt an den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan und die Volksrepublik China. In Afghanistan leben knapp 35 Millionen Einwohner (Schätzung aus dem Jahr 2017) auf einer Fläche von rund 650.000 km². Die Hauptstadt und größte Stadt Afghanistans ist Kabul mit rund 3,9 Millionen Einwohnern (Schätzung 2017/18). Das Land selbst besteht zu drei Vierteln aus Gebirgsregionen, die nur schwer zugänglich sind.

Afghanistan in den 70er und 80er Jahren

Von 1979 bis 1989 kämpften Mudschaheddin, islamische Glaubenskrieger, gegen die sowjetischen Truppen und die von der Sowjetunion unterstützte kommunistische Regierung in Afghanistan. Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen entstand zwischen den verschiedenen Mudschaheddin-Gruppierungen ein Bürgerkrieg. Die fundamentalistisch islamisch ausgerichteten Taliban kamen an die Macht und forderten eine radikale Interpretation des Islam, die sie mit großer Härte durchsetzen. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001, zu denen sich die islamistische Terrororganisation al-Quaida bekannte, kämpften die USA ab Oktober 2001 im Krieg gegen Afghanistan. Ziel war es, die herrschende Taliban-Regierung zu stürzen, die Terrororganisation al-Quaida zu zerschlagen sowie deren Anführer Osama bin Laden zu fassen oder zu töten. Nach dem Sturz der Taliban wurden Pläne für eine Demokratisierung Afghanistans und die Schaffung einer neuen Regierung ausgearbeitet.

Afghanistan: Aktuelle Regierung

Afghanistan ist seit 2004 eine islamische Republik. Nach einer Übergangsregierung wurde Hamid Karzai als erster demokratisch legitimierter Präsident bestätigt. Nach der Tötung Osama bin Ladens 2011 kam es vermehrt zu Anschlägen auf hochrangige afghanische Politiker. Beim ersten demokratischen Machtwechsel Afghanistans 2014 wurde Aschraf Ghani Präsident. Im August 2021 floh Ghani in die Vereinigten Arabischen Emirate, nachdem die Terrorgruppe die Hauptstadt Kabul eingenommen hatte.

Bundeswehreinsatz in Afghanistan

Von 2001 bis 2021 beteiligte sich auch die deutsche Bundeswehr im Rahmen des Kriegs gegen den Terror an militärischen Einsätzen in Afghanistan. Trotz aller Versuche, die Macht der Taliban einzudämmen und die Rückkehr von Terroristen ins Land zu verhindern, kam es regelmäßig zu neuen Anschlägen mit Toten und Verletzten. Die Angst vor Krieg und Terror macht viele Afghanen zu Flüchtlingen. Sie verlassen ihre Heimat in der Hoffnung, Zuflucht in Europa zu finden. Am 29. Juni 2021 kehrten die letzten deutschen Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan nach Deutschland zurück. Der Abzug der offizielle Abzug der NATO-Truppen hatte bereits am 1. Mai 2021 begonnen. Im Laufe des Sommers nutzte die Terrorgruppe Taliban den Rückzug vieler Soldat für einen Eroberungszug durch das Land, was in einer Einnahme der Hauptstadt Kabul im August 2021 endete.

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