So lernen Eltern wieder schlafen

2-fach-Mama Sandra Kuhn fix und fertig: „Seit fünf Wochen schlafe ich fast gar nicht mehr"

27. November 2019 - 15:19 Uhr

„Wie wenig Schlaf kann ein Mensch bloß ertragen?"

Mama sein ist großartig. Das findet auch RTL-Moderatorin Sandra Kuhn. Am 21. Oktober ist sie zum zweiten Mal Mama geworden. Am Babyglück stört eigentlich nur eins: dieser elende Schlafmangel. Stellvertretend für viele frischgebackenen Mütter fragt sich Sandra Kuhn: "Wie wenig Schlaf kann ein Mensch bloß ertragen?" Im Video berichtet die 37-Jährige von ihren turbulenten Nächten und warum ihre ältere Tochter plötzlich wieder in den Baby-Modus schaltet.

Eltern können bis zu sechs Jahre an gestörtem Schlaf leiden

"Seit fünf Wochen schlafe ich gar nicht mehr", erzählt Sandra Kuhn im Video. "Und man ist immer wieder überrascht, was der Körper leisten kann." Damit spricht sie offen an, was viele junge Eltern Nacht für Nacht erleben.

Denn laut einer aktuellen Studie können Eltern sogar bis zu sechs Jahre an gestörtem Schlaf leiden. Vor allem Frauen leiden nach der Geburt eines Kindes in der Regel häufiger an Schlafstörungen als Männer. Das liegt vor allem daran, dass Mütter nach wie vor häufiger als Väter die primären Bezugspersonen sind.

Wochen- oder monatelanger Schlafmangel kann fatale Folgen haben: Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Sprachstörungen sind sicher die auffälligsten. Der Schlafmangel kann aber auch zu Burn-out führen. Vor allem junge Mütter sind gefährdet.

Mütterschlaf: Wenn der Kopf dauernd voll ist

Dabei sind es nicht immer die Babys, die ihre Eltern wecken. Vor allem Mütter sind in den ersten Monaten nach der Geburt in der Nacht auf "Stand-by". "Es ist vielleicht der Anspruch, immer da zu sein", sagt Schlafexperte Dr. Markus Specht. Sein Tipp: Vor dem Einschlafen einfach mal entspannen und zum Beispiel nicht den Haushalt zu machen. Dabei spielt es für den Schlafexperten kaum eine Rolle, ob das Kleinkind mit im Elternbett schläft. Wenn die Eltern es beruhigt, sollen die Kleinen ruhig mit ins große Mama-Papa-Bett. Wichtig ist nur die Einstellung, mit der die Eltern ins Bett gehen.

Dr. Markus Specht kennt die Probleme aus dem Schlaflabor: "Das sind zum einen Menschen, die nachts nicht abschalten können. Die mir immer sagen: 'Ich wach auf und der Kopf ist so voll.' Das ist auch ein Schlaf, den Patienten haben, die Burn-out haben." Diesen Schlaf bezeichnet der Schlafexperte auch als Mütterschlaf.

Durchschlafen und Schlafdruck abbauen

Und wie lange hält der Körper Schlafmangel aus? Das ist individuell bei jedem Menschen verschieden. Allerdings bewirkt das "Kuschelhormon" Oxytocin, dass Mütter nicht nur direkt nach der Geburt eine enge Bindung zu ihrem Kind aufbauen, sondern auch stressresistenter sind. Das Oxytocin verringert nämlich auch die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Das hat der Körper so vorgesehen, um die anstrengenden Nächte mit einem Baby bewältigen zu können.

Und nicht nur hier reagiert der Körper klug, sondern auch mit einem automatischen Schutzmechanismus bei Schlafmangel: dem Schlafdruck. Wenn man längere Zeit zu wenig schläft, merkt man, dass man immer müder und müder wird. Daran spürt man den Schlafdruck. "Wenn Sie mit einem hohen Schlafdruck ins Bett gehen, versucht der Körper, diesen Schlafdruck durch qualitativ hochwertigen Tiefschlaf wieder abzubauen", erklärt Dr. Markus Specht. Man muss dem Körper nur die Möglichkeit geben, diesen Schlafdruck abzubauen.

Dabei kann gutes Schlafen auch wieder erlernt werden. Das braucht Zeit, lohnt sich aber für die Betroffenen. Ulrich Voderholzer, Chefarzt für Psychosomatik und Psychotherapie an der Schön Klinik Roseneck, hat folgende Tipps: "Neben einem regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus sollte man auf weitere Punkte achten: Alkohol zum Beispiel nicht als Schlafmittel zu verwenden, kein Koffein nach 14 Uhr, Einschlafrituale, eine entsprechend gestaltete Atmosphäre im Schlafzimmer, regelmäßige körperliche Aktivität und sich viel dem Tageslicht aussetzen."

Die Lösung für Mamas lautet: Entspannter ins Bett gehen und regelmäßig Schlafdruck abbauen. Dann müssen auch mal Papa oder Oma und Opa auf das Kind aufpassen.