Der Dobermann ist die kardiologisch am besten untersuchte Hunderasse, und das Ergebnis ist unangenehm eindeutig. Beim Dobermann liegt die Prävalenz der Kardiomyopathie in Europa bei 58,7 Prozent, gemessen von der Tierkardiologie der LMU München. Deshalb gilt ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr ein jährlicher Herzultraschall als Standard. Genau dieser Termin entscheidet auch über Ihre Absicherung, denn ein Befund darin ist eine Vorerkrankung. Wer vorher abschliesst, hat die volle Auswahl, Lassie mit seinen unbegrenzten Tarifstufen eingeschlossen.
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Dobermann entscheidet ein einziger Termin über die Absicherung: der erste Herzultraschall, der ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr jährlich ansteht.
- Eine Herzmuskelerkrankung trifft mehr als die Hälfte aller Dobermänner in Europa, gemessen wurden 58,7 Prozent.
- Findet die Praxis etwas, kosten die Medikamente 120 bis 300 Euro im Monat, und zwar für den Rest des Hundelebens.
- Steht so ein Befund erst einmal in der Akte, gilt er als Vorerkrankung und bleibt vom Versicherungsschutz ausgenommen.
- Schliessen Sie die Versicherung vor dem ersten Screening-Termin ab, und unter den geprüften Tarifen trägt Lassie diesen Fall am besten.
Dobermann im Überblick

- Widerristhöhe: Rüden bis 72 cm, Hündinnen bis 68 cm
- Gewicht: Rüden 34 bis 45 kg, Hündinnen 27 bis 41 kg
- Lebenserwartung: 10 bis 13 Jahre als Rassestandard
Die 10 bis 13 Jahre gelten für einen gesunden Hund; bei einer Herzerkrankung verkürzt die DCM diesen Zeitraum deutlich.
Wofür der Dobermann anfällig ist
Dilatative Kardiomyopathie: der Termin, der die Tür schliesst
Bei der dilatativen Kardiomyopathie, kurz DCM, wird der Herzmuskel dünner, die linke Kammer weitet sich, die Pumpleistung fällt ab. Die Tierkardiologie der LMU München beziffert die Prävalenz bei Dobermännern in Europa auf 58,7 Prozent. Davor liegt die okkulte Phase: Der Hund wirkt gesund, das Herz schlägt aber schon unregelmässig, über etwa zwei bis drei Jahre. Rund 30 Prozent der Betroffenen sterben in dieser Zeit plötzlich.
Deshalb wird ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr ein jährlicher Herzultraschall mit 24-Stunden-EKG empfohlen. Medizinisch ist das richtig, versicherungstechnisch ist es der kritische Termin: Die Untersuchung wird gemacht, um etwas zu finden, und was sie findet, steht danach in der Akte.
Weitere Risiken der Rasse
Die von-Willebrand-Erkrankung ist beim Dobermann die am häufigsten genannte Gerinnungsstörung. Wie verbreitet sie ist, geben die Quellen sehr unterschiedlich an: Die Spanne reicht von 10 bis 70 Prozent, je nach Population und Untersuchungsmethode. Eine Zahl mit Nachkommastelle wäre hier Scheingenauigkeit. Wichtig wird sie vor jeder geplanten Operation, und Laboklin bietet einen Gentest an.
Das Wobbler-Syndrom, fachlich cervicale Spondylomyelopathie, gilt als anerkanntes Risiko grosser Rassen, ohne belastbare Häufigkeit für den Dobermann. Hüftgelenksdysplasie kommt als allgemeines Risiko schwerer Rassen dazu.
Was die Behandlung kostet
Bei der DCM gibt es nicht die eine grosse Rechnung, sondern eine kleine, die jedes Jahr wiederkommt, und ab der Diagnose eine mittlere, die jeden Monat wiederkommt.
| Position | Kosten |
|---|---|
| Herzultraschall (Echokardiografie) | 150 bis 300 Euro je Untersuchung |
| 24-Stunden-EKG (Holter) | 200 bis 400 Euro einmalig |
| Pimobendan, pro Monat | 50 bis 120 Euro |
| ACE-Hemmer und Diuretika, pro Monat | 30 bis 80 Euro |
| Antiarrhythmika, pro Monat | 40 bis 100 Euro |
Das Jahr, in dem der Befund kommt, sieht damit so aus: 150 bis 300 Euro für den Herzultraschall, 200 bis 400 Euro für das Langzeit-EKG, zusammen 350 bis 700 Euro Diagnostik. Ab der Diagnose laufen Pimobendan, ACE-Hemmer, Diuretika und je nach Rhythmusstörung ein Antiarrhythmikum an: 120 bis 300 Euro im Monat, 1.440 bis 3.600 Euro im Jahr, für den Rest des Hundelebens. Ohne Befund kostet Sie dasselbe Jahr 150 bis 300 Euro. Die Einzelposten haben wir unter Herzultraschall beim Hund aufgeschlüsselt.
Dass dieselbe Untersuchung 150 oder 300 Euro kostet, liegt am Steigerungssatz. Die GOT 2022 erlaubt den einfachen Satz im Regelfall, den zwei- bis dreifachen bei erhöhtem Aufwand und den vierfachen nur im Notdienst zwischen 20 und 8 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen, dazu 59,50 Euro Notdienstgebühr brutto. Dekompensiert ein Dobermann nachts, bezahlen Sie mit einem Tarif bis zum zweifachen Satz den Aufschlag für die Nachtstunden allein.
Dobermann-Versicherung: worauf es ankommt
Bei einer Dobermann-Versicherung entscheiden drei Punkte. Erstens die Jahreshöchstgrenze, weil eine Dauermedikation jeden Deckel irgendwann erreicht. Zweitens der Erstattungssatz, denn 90 statt 100 Prozent sind bei 3.600 Euro im Jahr ein spürbarer Eigenanteil. Drittens der Zeitpunkt, und der ist bei dieser Rasse terminlich fixiert: vor dem ersten Herzultraschall.

Kurz gesagt: 49,90 Euro im Monat, der Einstieg in den DFV-Vollschutz, sind 598,80 Euro im Jahr, weniger als ein halbes Jahr Medikation nach der Diagnose. Wir haben drei Tarife danach sortiert, was eine jahrelange Dauerbehandlung verlangt.
Lassie: der Vertrag vor dem ersten Herzultraschall
Für einen Dobermann zählt vor allem, was ein Tarif über Jahre trägt. Lassie erstattet bis zum vierfachen GOT-Satz und setzt in Midi und Maxi keine Jahreshöchstgrenze, während Mini bei 1.000 Euro im Jahr endet. Bei 1.440 bis 3.600 Euro Medikamentenkosten pro Jahr ist genau das der Unterschied, der zählt.
Rassebedingte Erkrankungen im Tarif
Der Unterschied, an dem beim Dobermann alles hängt: Ein Herzultraschall mit auffälligem Ergebnis ist eine Diagnose, und Diagnosen, die vor Vertragsbeginn gestellt wurden, sind der klassische Leistungsausschluss. Ein Gentest auf von-Willebrand ist dagegen nur eine Information über die Gerinnung und keine Erkrankung. Der Kalender arbeitet damit gegen Sie: Jeder Vorsorgetermin, den Ihr Hund vor dem Vertragsabschluss hinter sich bringt, kann den Kreis dessen verkleinern, was ein Anbieter noch mitversichert. Was danach überhaupt noch geht, lesen Sie unter Hundekrankenversicherung mit Vorerkrankung.
Nach dem Abschluss gelten dann die Fristen.
| Anbieter | Wartezeit |
|---|---|
| Lassie | 30 Tage auf Krankheit und Operation, 2 Tage auf Unfall, 18 Monate auf spezifische Diagnosen, keine auf Vorsorge. Für Welpen bis 120 Tage mit Gesundheitszeugnis entfällt sie vollständig |
| DFV | 1 Monat, bei Unfall keine |
| Hepster | 1 Monat auf Krankheiten, bei Unfall-Operationen keine |
Beim Eintrittsalter liegt der Unterschied noch klarer: Lassie nimmt ab 8 Wochen ohne Obergrenze auf, DFV nur bis zum Alter von 8 Jahren. Für einen Hund mit einer Erwartung von 10 bis 13 Jahren heisst das, dass ein späterer Wechsel zu DFV ausfällt.
Ein Ausschluss verdient eine klare Einordnung, weil er oft missverstanden wird. DFV schliesst angeborene Fehlentwicklungen sowie angeborene und erbliche Zahn- und Kieferanomalien aus. Die DCM fällt nicht darunter: Sie ist eine erworbene Herzmuskelerkrankung mit genetischer Veranlagung, keine angeborene Fehlbildung. Wer ganz sicher gehen will, lässt sich diesen Punkt vor der Unterschrift schriftlich bestätigen.
Weitere Tarife für den Dobermann
Bleiben zwei Angebote für eine Dobermann-Versicherung, die den Fall aus entgegengesetzten Richtungen angehen: eines über die Struktur seiner Jahresgrenzen, eines über deren Abwesenheit.
DFV: die Staffel passt auf den Screening-Kalender
DFV staffelt die Jahreshöchstgrenze nach Vertragsdauer: 1.000 Euro in den Monaten 1 bis 12, 2.000 Euro in den Monaten 13 bis 24 und ab Monat 25 dann 5.000 Euro. Beim Dobermann trifft diese Staffel den Lebenslauf der Rasse recht genau, denn wer einen Welpen versichert, erreicht die 5.000-Euro-Stufe ungefähr in dem Alter, in dem das erste Screening ansteht. Der Vollschutz beginnt bei 49,90 Euro, der reine OP-Schutz bei 14,90 Euro; erstattet werden 90 Prozent bei 10 Prozent Selbstbeteiligung.
Hepster Superior: keine Leistungsgrenze
Der Tarif Superior erstattet 100 Prozent und kennt keine Leistungsgrenze. Bei einer Erkrankung, die über Jahre jeden Monat Geld kostet, ist eine fehlende Obergrenze mehr wert als ein niedriger Beitrag, und beim Dobermann ist genau dieser Verlauf der wahrscheinliche. Krankheiten sind nach einem Monat Wartezeit gedeckt, Unfall-Operationen sofort.
Vorbeugen und beim Züchter nachfragen
Beim Dobermann lässt sich das Risiko nicht wegzüchten, aber gut eingrenzen. Fragen Sie nach Papieren, nicht nach Einschätzungen.
- Lassen Sie sich die Herzultraschall- und Langzeit-EKG-Befunde beider Elterntiere zeigen, mit Datum. Ein Screening von vor vier Jahren sagt über den heutigen Zustand nichts aus.
- Fragen Sie, ob es in der Linie plötzliche Todesfälle im mittleren Alter gab.
- Fragen Sie nach dem Gentest auf von-Willebrand, besonders wenn eine Kastration oder eine andere Operation ansteht.
- Terminieren Sie das erste eigene Screening auf das zweite bis dritte Lebensjahr und danach jährlich.
- Heben Sie jeden Befund auf. Eine lückenlose Reihe von Untersuchungen erleichtert später die Beurteilung, ob sich etwas verändert hat.
Wichtig: Die Dobermann-Versicherung gehört vor den ersten Screening-Termin, nicht danach. Bei einem Welpen ist der beste Zeitpunkt der Tag der Übernahme, und was dabei zu beachten ist, steht in unserem Ratgeber zur Welpenversicherung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Über die Behandlungsbedürftigkeit eines Herzbefunds, die Wahl der Wirkstoffe und den Abstand der Kontrolltermine entscheidet beim Dobermann eine kardiologisch erfahrene Praxis.
Häufig gestellte Fragen zum Dobermann
Wie häufig ist DCM beim Dobermann?
Die Tierkardiologie der LMU München beziffert die Prävalenz der Kardiomyopathie bei Dobermännern in Europa auf 58,7 Prozent. Andere Quellen runden das auf etwa 60 Prozent. Wichtiger als die Nachkommastelle ist die okkulte Phase von zwei bis drei Jahren, in der ein betroffener Hund vollkommen gesund wirkt und in der rund 30 Prozent der Betroffenen plötzlich versterben.
Ab welchem Alter braucht ein Dobermann einen Herzultraschall?
Ab dem zweiten bis dritten Lebensjahr, danach jährlich, jeweils zusammen mit einem 24-Stunden-EKG. Der Herzultraschall kostet 150 bis 300 Euro je Untersuchung, das Langzeit-EKG 200 bis 400 Euro. Das ist die günstigste Position auf diesem Weg, verglichen mit 120 bis 300 Euro Medikamentenkosten pro Monat nach einer Diagnose. Wie der Steigerungssatz solche Rechnungen verändert, zeigt unsere Übersicht zu den Tierarztkosten nach GOT.
Zahlt die Tierkrankenversicherung rassetypische Erkrankungen?
Grundsätzlich ja, wenn die Erkrankung bei Vertragsbeginn nicht bestand und die Wartezeit vorbei ist. Die Unterschiede liegen woanders: in der Länge der Wartezeit für benannte Diagnosen, in Summengrenzen je Erkrankung und darin, ob ein Anbieter angeborene Fehlbildungen ausschliesst. Diese drei Punkte gehören vor den Preis, und wie die Anbieter sie handhaben, zeigt unser Überblick zur Hundekrankenversicherung.
Was kostet eine Versicherung für den Dobermann?
Einen festen Preis nennt kein Anbieter, weil der Beitrag über einen Rechner ermittelt wird, bei Lassie etwa aus Rasse, Geschlecht, Alter und Wohnort. Als veröffentlichte Einstiegspreise finden Sie den DFV-Vollschutz ab 49,90 Euro im Monat und den reinen OP-Schutz ab 14,90 Euro. Gemessen an 120 bis 300 Euro Medikamentenkosten pro Monat nach einer DCM-Diagnose ist das die günstigere Seite der Rechnung.
Kann ich einen Dobermann mit Herzbefund noch versichern?
Für die Herzerkrankung selbst in aller Regel nicht mehr, denn sie ist dann eine Vorerkrankung. Alles andere, von der Zahnbehandlung bis zum Kreuzbandriss, bleibt davon unberührt, und für einen Hund, der noch Jahre vor sich hat, kann sich ein Vertrag auch dann rechnen. Klären Sie vor dem Abschluss schriftlich, wie weit der Ausschluss reicht, denn zwischen „dieser Diagnose“ und „allem am Herz-Kreislauf-System“ liegen erhebliche Summen.
