Tierquälerei?Wiederholte Schläge! Strafanzeige gegen Springreiterin Alessandra Reich

Alessandra Reich
Im März hat die PETA Strafanzeige gegen Alessandra Reich erstattet.
Imago

Genug ist genug!
Vorwürfe der Gewalt gegen Pferde sind im Reitsport leider immer mal wieder Realität. Oft wird vereinzelten Verantwortlichen Tierquälerei vorgeworfen. Jetzt hat PETA Deutschland Anzeige gegen Springreiterin Alessandra Reich (29) erstattet.

Sie soll wiederholt und stark mit einer Gerte auf die Flanke ihres Pferdes eingeschlagen haben

Der Vorwurf: Die Bronzemedaillen-Gewinnerin im Springreiten bei der EM 2023 habe bei Turnieren in München (2025) und in Spanien (2026) ihre Pferde gequält. Für beide Wettbewerbe gibt es entsprechendes Videomaterial, so Peta.

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Da Reich für die Turniere in Spanien nicht von der deutschen Gerichtsbarkeit belangt werden kann, bezieht sich die bei der Staatsanwaltschaft München II erstattete Strafanzeige auf das Dressur- und Springturnier in der bayerischen Hauptstadt im September 2025.

In den Videos soll zu sehen sein, wie Reich wiederholt und stark mit einer Gerte auf die Flanke ihres Pferdes einschlägt, teilt die Tierschutzorganisation PETA auf ihrer Website mit. Anzeige wurde demnach am 9. März 2026 erstattet.

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Wenn Alessandra Reich ein Pferd wiederholt mitten auf Turnierplätzen mit der Peitsche schlägt, was wird sie dann erst tun, wenn niemand zuschaut? Wir fordern das Veterinäramt, die FEI und die FN auf, Reichs Trainingsmethoden zu untersuchen und sicherzustellen, dass sie nie wieder Pferde auspeitscht. Leider ist ein solcher Umgang mit Pferden kein Einzelfall beim Springreiten, wie ähnliche Fälle in der Vergangenheit gezeigt haben”, wird Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland, zitiert.

Tierschutzorganisation fordert Tierhalte- und Betreuungsverbot

Die aus Österreich stammende Alessandra Reich betreibt ein Gestüt in Buxheim im Unterallgäu. Entsprechend hat die PETA laut Eigenaussage auch bereits das zuständige Kreisveterinäramt dazu aufgerufen, ein Tierhalte- und Betreuungsverbot gegen die 29-Jährige einzuleiten. Zwei Pferdesport-Dachverbände hätten demnach bereits angekündigt, den Fall zu untersuchen.

Immer wieder kommt es im Reitsport zu Misshandlungen von Pferden. Vor fünf Jahren wurde die Szene erschüttert, als bei Olympia die deutsche Athletin Annika Schleu im Modernen Fünfkampf ihr Pferd mit Gerte und Sporen traktierte, in den vergangenen Jahren tauchten immer wieder Beweise für vorsätzliche Gewalt gegen Tiere auf.

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Kurz vor den letzten Olympischen Spielen ein weiterer Tierquälerei-Skandal: Dressurreiterin Charlotte Dujardin schlägt ihr Pferd immer wieder wie von Sinnen mit der Peitsche. Sie wird für ein Jahr gesperrt.

Wie es mit Alessandra Reich weitergeht, wird die Zeit zeigen. Die Pferdesport-Geschichte lehrt allerdings, dass jedwede Konsequenzen, ob juristisch oder verbandstechnisch, das Problem der Tierquälerei (leider) nicht aus der Welt schaffen. (mli)

Verwendete Quellen: PETA, RTL-eigene Recherche