Scharfe Strafen und InnovationenFIFA greift durch! Die neun Regel-Revolutionen bei der WM 2026

Pfeift bei der Club-WM: Felix Zwayer.
Felix Zwayer ist der einzige Schiedsrichter aus Deutschland, der bei der WM 2026 pfeift (Archivbild).
Bernd Thissen/dpa

Das wird eine XXL-WM mit vielen neuen Regeln!
Die Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA wird mit 48 Teams nicht nur die größte der Geschichte. Auch sonst erwarten die Fans reichlich Neuerungen: Der Weltverband FIFA hat einige Innovationen parat – und schärfere Strafen. Wir geben einen Überblick.

Rote Karte für Hand vor dem Mund

Spieler, die in einer Konfrontation mit dem Gegner ihre Hand vor den Mund halten, können bei der WM mit der Roten Karte bestraft werden. Damit soll diskriminierendes Verhalten verhindert werden. Indem sie den Mund verdecken, wollen Spieler häufig verhindern, dass erkannt werden kann, was sie sagen.

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Die Debatte war nach einem Vorfall in der Champions League entbrannt. Benfica Lissabons Gianluca Prestianni hatte sich in einer Auseinandersetzung mit Real-Star Vinícius Júnior das Trikot vor den Mund gezogen. Prestianni stand im Verdacht, sich rassistisch geäußert zu haben. Er wurde wegen einer homophoben Äußerung gesperrt. FIFA-Präsident Gianni Infantino setzte sich öffentlich für eine neue Regel ein.

February 17, 2026, Lisbon, Lisboa, Portugal: Gianluca Prestianni of SL Benfica seems with Vinicius Junior of Real Madrid CF during the UEFA Champions League 2025/26 League Knockout Play-off First Leg match between SL Benfica and Real Madrid C.F. at Estadio do SL Benfica on February 17, 2026 in Lisbon, Portugal. Lisbon Portugal - ZUMAl192 20260217_zsp_l192_002 Copyright: xMiguelxLemosx
Ein Bild von der Szene: Gianluca Prestianni und Vinícius Júnior geraten aneinander (Archivbild).
IMAGO/ZUMA Press Wire / IMAGO/Miguel Lemos

Platzverweis für das Verlassen des Platzes

Spieler, die den Platz aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung verlassen, können die Rote Karte sehen. Dies gilt auch für Offizielle, die Spieler auffordern, dies zu tun. Wenn ein Team so einen Spielabbruch verursacht, wird die Partie grundsätzlich für den Gegner gewertet. Hintergrund dieser Verschärfung: Das Team Senegals hatte sich im Finale des Afrika Cups gegen Marokko aus Protest in die Katakomben zurückgezogen.

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Streichen von Gelben Karten

Durch die Ausweitung des Teilnehmerfelds von 32 auf 48 Teams wird auch eine weitere K.-o.-Runde mit 32 Mannschaften dazukommen. Dadurch würde sich auch die Chance erhöhen, nach der zweiten Gelben Karte zu fehlen. Deshalb entschärft die FIFA die bisherige Regel: Die Verwarnungen werden nicht nur wie bislang üblich nach den Viertelfinalen, sondern erstmals bereits nach den drei Gruppenspielen gestrichen.

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Fünf-Sekunden-Countdown vor Standards

Damit Torhüter den Ball nicht zu lange in der Hand halten und damit das Spiel verzögern, wurde bereits vergangenes Jahr ein Countdown durch den Schiedsrichter eingeführt. Dies wird nun ausgeweitet: Auch bei Einwürfen oder Abstößen kann der Unparteiische fünf Sekunden per Hand herunterzählen. Wenn das Spiel bis Ablauf des Countdowns nicht fortgesetzt wurde, geht der Ballbesitz ans gegnerische Team.

Zeitbeschränkung bei Wechseln

Die Spieler müssen sich bei einer Auswechslung beeilen: Spätestens zehn Sekunden, nachdem der Wechsel vom Vierten Offiziellen angezeigt wurde, müssen sie das Feld verlassen haben. Sollte dies nicht klappen, müssen sie trotzdem runter. Der eingewechselte Spieler muss dann aber mindestens eine Minute bis zur nächsten Spielunterbrechung warten, bis er aufs Feld darf. Auch damit soll Zeitspiel eingedämmt werden.

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Zwangspause nach Verletzung

Wenn ein Spieler auf dem Feld wegen einer Verletzung behandelt wird oder das Spiel deswegen unterbrochen wird, muss der Spieler das Feld verlassen. Dort muss er eine Minute warten, bevor er wieder zurückkehren darf. Die nordamerikanische MLS hatte zuletzt bereits eine zweiminütige Zwangspause eingeführt. Argentiniens Superstar Lionel Messi beklagte sich vehement darüber, als er einmal tatenlos von außen zuschauen musste.

Mehr Befugnisse bei Videobeweis

Der Video-Assistent darf nun drei weitere Situationen überprüfen und bei Fehlern des Schiedsrichters eingreifen: erstens bei einer zweiten Gelben Karte, die zu Gelb-Rot für einen Spieler führt. Zweitens bei einer Spielerverwechslung, die zu Rot oder Gelb für einen falschen Spieler führt. Drittens bei unkorrekt gegebenen Ecken, sollte der Check sofort und ohne Verzögerung durchgeführt werden.

Zwei festgelegte Trinkpausen

Dass die Spieler sich bei hohen Temperaturen an der Seitenlinie erfrischen dürfen, ist nicht neu. Bei der WM wird es nun aber wetterunabhängig in jedem Spiel zwei festgelegte Trinkpausen geben. Die Schiedsrichter werden das Spiel ungefähr nach 22 und 67 Minuten für jeweils drei Minuten unterbrechen. Die FIFA will damit in allen Spielen für gleiche Bedingungen sorgen – Kritiker sehen damit die Chance für TV-Sender, Werbung während des unterbrochenen Spiels zu schalten. Die drei Minuten sollen jeweils zur Nachspielzeit hinzugefügt werden.

Hymnen-Zeremonie vor Anpfiff

Anders als bislang werden neben den beiden Startelfs auch die Ersatzspieler vor der Partie auf dem Platz stehen. Alle 26 Spieler pro Mannschaft sollen sich für die Nationalhymnen um den Mittelkreis versammeln. Zudem soll die Zeremonie nach FIFA-Angaben im Verlauf des Turniers „um zusätzliche Elemente wie farbigen Rauch oder Pyrotechnik erweitert” werden.

Verwendete Quellen: DPA