Auch der Schiedsrichter liefert abDer heimliche Gewinner des Jahrhundert-Spektakels

Sandro Schärer
Schiedsrichter Sandro Schärer hatte beim atemberaubenden Halbfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München alles im Griff.
Reuters

Das muss auch mal gesagt werden.
Natürlich war das epische 5:4 von Paris Saint-Germain im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern München eine Ode an den Fußball. Selbstverständlich werden jetzt reihum alle huldvollen Superlative aus dem Wortfundus gezogen, die da so auf dem poetischen Bügel rumhängen. Weil das ja klar ist. Dabei hatte das historische Spektakel auch einen heimlichen Gewinner. Der Schweizer Schiedsrichter Sandro Schärer und sein spanisches Gespann.

Denkwürdigster Champions-League-Abend der Fußball-Geschichte

Normalerweise ist es im Fußball ja so: Entweder ist die eigene Mannschaft kacke, der Gegner kacke oder der Schiri kacke, die Fans kacke und die Polizei auch. In Paris aber war alles ganz anders. In Paris gab es nur Schönheit.

In der untergehenden Frühlingssonne sorgten die 22 Spieler im Minutentakt für kollektive Schnappatmung und lustvolles Aufstöhnen. Nach 20 Minuten Abtasten gingen PSG und die Bayern mit offenem Visier zur Sache und erzeugten den wohl denkwürdigsten Champions-League-Abend der Fußball-Geschichte.

Mittendrin im Tempo-Baller-Wahnsinn: Referee Sandro Schärer (37). Die Show stehlen konnte er zwar keinem an diesem magischen Abend, dafür waren alle viel zu gut. Aber er war es eben auch. Sehr gut. Eigentlich erstaunlich gut. Ein Spiel auf diesem Niveau und mit dieser Bedeutungsschwere mit frappierender Leichtigkeit zu leiten, verdient mindestens eine tiefe Verbeugung.

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Zu keinem Zeitpunkt der Partie gab Sandro Schärer Anlass zum Meckern. 90 Minuten Vollfokus, 90 Minuten klarer Blick und klare Kante, ohne überbeteiligt zu wirken. Er verwaltete souverän die Unsterblichwerdung der Spieler, ohne selbst in den Mittelpunkt zu drängen.

Dabei war er es in so vielen Momenten: Beim ersten Elfer, den Kane in der 17. Minute zur Führung (natürlich) verwandelte. Beim Handelfmeter für PSG kurz vor der Pause zum zwischenzeitlichen 3:2 für die Hausherren. Beim 4:5-Anschlusstreffer der Bayern durch Luis Diaz in der 68. Minute. Immer wieder traf er die richtige Entscheidung. Und nicht nur er. Auch sein spanisches Schiedsrichtergespann plus VAR-Team lieferte reibungslos ab.

Sandro Schärer
Machte selbst als Erklärbär eine gute Figur: Schiri Sandro Schärer.
Imago

Perfektes Zusammenspiel mit dem VAR

Nach allen (oft berechtigten) Zweifeln an Sinnhaftigkeit und Sexyness der zugekellerten Schiri-Überwachung zeigte das spanische Mann-Frau-Gespann an der Seitenlinie sowie Videoassistent und VAR-Assistent, wie geschmeidiges Zusammenspiel geht. Perfekt durchmoderiert von Schärer, dem in einer ebenfalls erstaunlich fairen Partie nicht ein einziger Fehler unterlief.

Passend dazu: Kein Spieler mopperte mehr als branchenüblich. Man fügte sich. War ja auch nicht Real Madrid, das da auf dem Platz stand.

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Falls ich was übersehen habe: Egal, ich will das jetzt so sehen und war gestern irgendwann auch voll. Auch voll von Liebe für den Zauber dieses Sports, voll von Liebe für Olise, voll von Liebe für den stets in mysteriösem Licht erscheinenden Kompany auf der Tribüne, voll von Liebe für Sandro Schärer, den heimlichen Sieger dieses Jahrhundert-Spektakels.

Kann der bitte auch das Rückspiel pfeifen?

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