Geplante Erhöhung der TabaksteuerZigarettenschachtel könnte bald bis zu 14 Euro kosten

von Julian Schlauch

Zigaretten werden in Deutschland bald deutlich teurer. Die Bundesregierung plant, die Tabaksteuer bis 2030 mehrfach zu erhöhen. Eine Schachtel könnte dann je nach Marke bis zu 14 Euro kosten. Besonders Kioskbesitzer machen sich Sorgen. Sie befürchten, durch die höheren Preise Kunden zu verlieren.

Kioskbesitzer aus Essen fürchtet um sein Geschäft

Johannes Brunnert betreibt ein Tabakwarengeschäft in Essen. Der 57-Jährige musste sich schon mehrfach auf steigende Tabaksteuern einstellen. Doch diesmal macht er sich besonders große Sorgen. Rund 60 Prozent seines Umsatzes erzielt er mit Tabakwaren. Werden Zigaretten deutlich teurer, könnten Kunden wegbleiben. Für den Geschäftsinhaber wäre das ein großes Problem.

Zigaretten könnten bis zu 14 Euro kosten

Bis 2030 soll die Tabaksteuer nach den Plänen der Bundesregierung viermal steigen. Eine kleine Schachtel Zigaretten würde dann im Durchschnitt knapp 11,80 Euro kosten. Je nach Marke könnten es sogar bis zu 14 Euro sein. Der Staat erhofft sich dadurch zusätzliche Steuereinnahmen von rund 11,5 Milliarden Euro. Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) kritisiert die Pläne. Höhere Steuern seien aus Sicht des Verbands kein geeigneter Weg, um das Wirtschaftswachstum zu fördern.

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Tabakverband warnt vor Schwarzmarkt

Gemeinsam mit einem Zigarettenhersteller hat der BVTE eine Studie beim Beratungsunternehmen DIW Econ in Auftrag gegeben. Demnach könnten die zusätzlichen Steuereinnahmen deutlich geringer ausfallen als erwartet. Die Studie geht von rund 5,5 Milliarden Euro aus. Ein Grund dafür sei, dass Verbraucher verstärkt auf Zigaretten aus dem Ausland oder vom Schwarzmarkt ausweichen könnten. Laut der Untersuchung könnten dann 40 Prozent aller in Deutschland gerauchten Zigaretten aus solchen Quellen stammen. Um den illegalen Handel stärker zu kontrollieren, wäre nach Einschätzung von Gewerkschaftern zusätzliches Personal beim Zoll nötig. Sie sprechen von rund 3.000 weiteren Beamten für Kontrollen und Fahndung. Das Bundesfinanzministerium hält dagegen. Es verweist darauf, dass es keine unabhängigen empirischen Daten zu den Auswirkungen höherer Tabaksteuern auf den Schwarzmarkt gebe.

Krebshilfe begrüßt höhere Tabakpreise

Neben zusätzlichen Einnahmen verfolgt die Bundesregierung mit höheren Tabaksteuern auch ein gesundheitliches Ziel. Steigende Preise sollen Menschen dazu bewegen, weniger zu rauchen oder ganz aufzuhören. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt diesen Ansatz. Sie setzt sich für ein tabakfreies Deutschland bis 2040 ein. Eine höhere Tabaksteuer sieht sie als wirksames Mittel, um Menschen vom Rauchen abzuhalten.

Entscheidung über Tabaksteuer steht noch aus

Die Einnahmen aus der Tabaksteuer fließen in den allgemeinen Staatshaushalt. Sie sind nicht automatisch für das Gesundheitssystem oder Programme zur Raucherentwöhnung vorgesehen. Das sorgt immer wieder für Kritik. Ab 2027 soll es mit den Erhöhungen losgehen. Dann wird es Jahr für Jahr teurer.