Ein Stück Hogwarts am NiederrheinHarry Potter in Weeze: DIESE Frau verwandelt ihr Zuhause in eine magische Welt
Von außen sieht das Haus von Ilona Balon in Weeze-Wemb völlig unscheinbar aus. Doch wer die Treppe in die erste Etage hinaufgeht, landet plötzlich mitten in der Welt von Harry Potter. Winkelgasse, Gleis 9¾, Gryffindor und Slytherin: Zwei Jahre lang hat die 59-Jährige an ihrem ganz persönlichen Hogwarts gearbeitet. Dabei bezeichnet sie sich selbst nicht einmal als besonders großen Fan.
Von den eigenen Kindern mit Harry Potter angesteckt
Angefangen hat alles vor vielen Jahren mit Ilonas drei Kindern. Sie lasen die Harry-Potter-Bücher, schauten die Filme und wollten die Abenteuer des jungen Zauberers im Kino sehen. Mutter Ilona musste mit – und fand schnell selbst Gefallen an der magischen Welt. „Meine Kinder haben mich inspiriert“, erzählt die 59-Jährige. Als die Kinder klein gewesen seien, habe Harry Potter einfach dazugehört. „Da musste ich natürlich mitziehen als Mutter und war immer total begeistert.“ Jahre später waren die Kinderzimmer in der ersten Etage frei – und Ilona hatte Platz für eine außergewöhnliche Idee.
Zwei Jahre Arbeit für das eigene Hogwarts
Rund zwei Jahre lang bastelte, dekorierte und baute Ilona, bis sie im Mai schließlich zufrieden war. Heute erinnert fast jeder Winkel der oberen Etage an einen anderen Ort aus den Harry-Potter-Geschichten. Der Flur vereint Elemente der Winkelgasse, Professor Dumbledores Büro und des berühmten Gleises 9¾. Auch Harrys Nimbus 2000 und Hauself Dobby dürfen nicht fehlen. Ein weiterer Raum ist der Großen Halle von Hogwarts nachempfunden. Aus dem ehemaligen Zimmer ihrer Tochter wurde Gryffindor, während das Badezimmer Elemente des Zaubereiministeriums und der Mädchentoilette aus Hogwarts aufgreift. Ilonas persönlicher Favorit ist allerdings das Slytherin-Zimmer. Auch bei den Figuren hat sie einen klaren Liebling: Professor Severus Snape.
Filme für die kleinsten Details angehalten
Damit ihre Räume möglichst nah an die Filmwelt herankommen, hat die 59-Jährige genau hingeschaut. Die ersten beiden Filme sah sie dafür gleich mehrfach und stoppte einzelne Szenen, um Details genauer betrachten und fotografieren zu können. Vieles in ihrem kleinen Hogwarts hat Ilona anschließend selbst gebastelt. Andere Gegenstände bekam sie geschenkt oder kaufte sie nach und nach dazu. Wie viel Geld inzwischen in ihrer Zauberwelt steckt, kann sie selbst nicht mehr sagen. Auch ihre Kinder sind von dem Ergebnis begeistert. Nur einer musste sich erst an die dunklen Räume und die vielen magischen Details gewöhnen: Ilonas Ehemann. „Er ist Muggel. Er konnte damit nichts anfangen“, erzählt sie lachend. Mittlerweile sei aber auch er stolz auf das außergewöhnliche Projekt seiner Frau.
Nachbarn staunen über Hogwarts in Weeze
Auch in der Nachbarschaft war lange kaum bekannt, was sich hinter Ilonas Haustür verbirgt. Wer schließlich einen Blick hineinwerfen durfte, zeigte sich überrascht. Nachbar Wolfgang Smits hätte mit so etwas gerade in einem kleinen Ort wie Weeze-Wemb nicht gerechnet. „Man denkt ja nicht auf dem Land, dass es so etwas gibt“, sagt er. Besonders die Idee dahinter fasziniert ihn. Ähnlich ging es Hanne Neuen. Sie kannte Ilona bis vor Kurzem noch gar nicht und war vor allem von der Arbeit und Kreativität beeindruckt: „Ich habe tatsächlich gedacht: Wow.“
Treffpunkt für andere „Potterheads“
Inzwischen soll Ilonas Hogwarts nicht mehr nur ihr eigenes Projekt bleiben. Die gelernte Einzelhandelskauffrau kann sich vorstellen, ihre Räume zu einem Treffpunkt für andere Harry-Potter-Fans zu machen. Spieleabende, gemeinsames Fachsimpeln oder einfach nur die vielen Details entdecken – Hauptsache, andere Menschen haben Freude daran. Auf ihrem Instagram-Account „potterheads.wemb“ zeigt sie ihre magische Welt und bietet Interessierten die Möglichkeit, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Obwohl Ilona die Filme inzwischen beinahe auswendig kennen dürfte, gibt es für sie noch einiges zu entdecken: Mittlerweile hat sie angefangen, auch die Bücher zu lesen. Gut möglich also, dass dabei schon die nächsten Ideen entstehen. Denn fertig ist ihr kleines Hogwarts offenbar noch lange nicht.

































