Paar hatte drei Kinder zusammenDreifach Mutter totgeprügelt? Ehemann (27) vor Gericht

von Julian Schlauch

Vor dem Landgericht Essen hat am Freitag (27.03.) der Prozess gegen einen 27-Jährigen begonnen. Der Familienvater soll für den Tod seiner Ehefrau verantwortlich sein. Justin S. schlug so sehr auf die Mutter seiner drei Kinder ein, dass sie kurz darauf an einem Schädel Hirntrauma starb – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Immer wieder Gewalt

Es soll nicht der erste gewaltsame Vorfall in der Ehe gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft war die ganze Beziehung des Paares von Gewalt geprägt, die vom Angeklagten ausging. An einem Donnerstagabend im vergangenen Oktober kam es dann wohl zur Eskalation in der gemeinsamen Wohnung in Dorsten.

Polizei schmiss ihn raus

Justin S. soll seine Frau betrunken an der Lippe und am Auge verletzt haben. Daraufhin habe er mit seinem Wagen verschwinden wollen - ohne gültigen Führerschein. Aber er ging offenbar zum falschen Fahrzeug. Dort kam es zu einem Streit mit dem tatsächlichen Autobesitzer. Er rief die Polizei. Als die Beamten Justin S. wieder in seine Wohnung bringen wollten, bemerkten sie die Verletzungen bei seiner Frau und Blutspuren an den Händen des Deutschen. Sie verweisen ihn der Wohnung. Gegen ein Uhr nachts soll Justin S. aber über ein gekipptes Fenster zurückgekehrt sein. Der Streit eskaliert wohl wieder. Dann kam es wohl zur Tat: Die dreifache Mutter starb. Laut Anklage durch den eigenen Ehemann.

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Kinder in Pflegefamilien

Die drei Kinder im Alter zwischen zwei und acht Jahren sind seit der Tat in verschiedenen Pflegefamilien untergebracht. Neben dem Verfahren gegen Justin S. laufen familienrechtliche Verfahren. Der Angeklagte sitzt derzeit in U-Haft und hat keinen Kontakt zu seinen Kindern. Beim Prozessauftakt schwieg er. Die Eltern und die Schwestern seiner verstorbenen Frau werden teilweise noch als Zeugen aussagen.

Lebenslange Strafe möglich

Sollte Justin S. wegen Totschlags und Körperverletzung verurteilt werden, muss er mit einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren rechnen. Es sei aber auch eine Verurteilung wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen möglich, so der Richter. Dann könnte der 27-Jährige lebenslang bekommen. Ein Urteil soll im Juni fallen.