Ein Drittel weniger KrankentageDiese Chefin plant Dienste nach weiblichem Zyklus

Mitarbeiterinnen fielen wegen Menstruationsbeschwerden oft aus.
Die Gründe: Erschöpfung, Unterleibsschmerzen, Hitzewallungen. Die Chefin vom pädiatrischen Intensivpflegedienst Kunterbunte Butterfliege aus Grasberg (Niedersachsen) passt daraufhin die Dienstpläne an.
Auf Wunsch der Mitarbeiterinnen
„Ich bin auf die Idee gekommen, weil mir aufgefallen ist, dass gerade bei den menstruierenden Damen im Team alle vier Wochen Krankheitsausfälle waren, Krankheitstage entstanden sind”, sagt Hanschen. Seitdem wird der Zyklus der Mitarbeiterinnen auf Wunsch in die Dienstplanung mit einbezogen. Sie geben an, welche Tage und Schichten für sie gut funktionieren und der Pflegedienst versucht, das bei der Planung zu berücksichtigen.
Lese-Tipp: Bis zu 17 Prozent! Frauen bekommen weiterhin weniger Lohn als Männer
Krankentage bereits um ein Drittel reduziert
Für das Unternehmen bedeute es nicht einmal viel Aufwand: „Man merkt tatsächlich bei einem regelmäßigen Zyklus, dass die Dienste dementsprechend auch tatsächlich gleich bleiben und sich wiederholen. Somit ist das kein zusätzlicher Aufwand für uns”, sagt Beatrice Monsees, stellvertretende Pflegedienstleitung. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen die Krankentage dadurch bereits um ein Drittel reduziert.
Lese-Tipp: Mit 27 schon in den Wechseljahren! Diagnose veränderte ihr Leben
Denn für einige Mitarbeiterinnen sind die Zwölf-Stunden-Dienste bei Menstruationsbeschwerden eine Herausforderung: „Man hat vielleicht Unterleibsschmerzen oder auch andere Symptome und wir kümmern uns hier um einen Menschen. Das birgt viel Verantwortung und ich habe dann festgestellt, dass, wenn ich in der Zeit einfach frei hätte, es mir wahrscheinlich besser gehen würde und ich meine Arbeit viel besser machen könnte”, sagt Gesundheits- und Krankenpflegerin Bianca von Horsten.
Video-Tipp: Wie gefährlich sind Hormone in den Wechseljahren wirklich?
Unterstützt wird das Projekt von der Initiative EINA CIRCLE, die Unternehmen dabei hilft, Frauengesundheit in die Abläufe zu integrieren. Denn neben der Dienstplanung gibt es für die Mitarbeiterinnen Zugang zu Online-Programmen, auch zu den Themen Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stress.
Schon gesehen? Endometriose kann starke Schmerzen verursachen
Auch aus medizinischer Sicht sinnvoll
Den Zyklus der Mitarbeiterinnen in die Dienstplanung miteinzubeziehen, findet auch Elena Dercks, Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, aus dem Klinikum Bremen Mitte sinnvoll: „Der Zyklus gliedert sich in vier Teile und da gibt es eben auch Phasen, wo Frauen sehr leistungsfähig sind, sehr kreativ, gerade um den Eisprung herum”, so Dercks. „Aber es gibt eben auch die Phase der Menstruation, wo viele Frauen sich abgespannt fühlen und nicht so leistungsfähig.” Ob Wechseljahre oder Menstruationsbeschwerden, Frauengesundheit ist in diesem Unternehmen kein Tabuthema, sondern ein ganz normaler Teil des Arbeitsalltags.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche

































