Diagnose veränderte ihr LebenMit 27 schon in den Wechseljahren! Warum Julias Körper viel zu früh dran ist

von Julian Schlauch

Mit 30 schon in der Menopause?
Für Julia Keuchen ist das Realität. Denn ihr Körper produziert keine Eizellen mehr. Die Diagnose ihrer Krankheit kam vor drei Jahren und veränderte ihr Leben.

Probleme begannen schon als Teenager

Julia Keuchen ist gerade mal 30 Jahre alt. Trotzdem gehören Hitzewellen und Abgeschlagenheit zu ihrem Alltag. Sie leidet an einer Krankheit. Folge: Ihre Wechseljahre fingen schon sehr früh an - mit gerade mal 27 Jahren. Ihre Tage bekam Julia das erste Mal schon mit elf Jahren. Schnell merkte die Düsseldorferin, dass etwas nicht stimmt. Ihre Periode kam zu oft und sie blutete stark. Bei ihren Freundinnen war das anders. Der Rat ihrer Ärzte damals: die Pille. Dabei waren Julias Symptome typisch für ihre Krankheit. Über einen Bluttest hätte man ihre Diagnose schneller feststellen können. Aber nicht alle Gynäkologen erkennen das.

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Wichtige Lebensentscheidungen: Kinder oder nicht?

Mit 27 Jahren kam die Diagnose: prämature Ovarialinsuffizienz (POI). Bedeutet: Ihre Eierstöcke stellten sehr früh ihre Funktion ein. Plötzlich mussten sich Julia und ihr neuer Partner die Frage nach dem Kinderwunsch stellen. Gleichzeitig musste sie ihr Schicksal annehmen und sich mit der neuen Realität abfinden. Das löste anfangs Trauer und Verzweiflung aus und Julia fragte sich: „Warum ich? Es ist so unfair.“

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Prämature Ovarialinsuffizienz: Diagnose über Bluttest

Hätten ihre Ärzte früher einen Bluttest bei ihr durchgeführt, wäre ihre Krankheit schneller erkannt worden. Die 30-Jährige nimmt ihr Schicksal inzwischen selbst in die Hand. Als Coach für Frauengesundheit. Über Workshops und Social Media will sie auf Krankheiten wie ihre aufmerksam machen. Mittlerweile hat Julia Keuchen auch wieder gelernt, ihren Körper zu lieben. Das war nicht immer so. Irgendwann will sie eine Hormonersatztherapie brauchen, um die fehlenden Hormone auszugleichen. Bis dahin versucht sie sich noch selbst durch einen gesunden Lebensstil zu helfen. Sie achtet auf ihre Ernährung, bewegt sich viel und nimmt sich Auszeiten.

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Das passiert in der Menopause

Bei gesunden Frauen erreicht der Körper in den Vierzigern das Ende seiner Eizellreserven. Dann fallen auch Hormonspiegel ab, zum Beispiel der des Hormons Östrogen. Die Reaktion des Körpers darauf: Er will nachproduzieren. Schüttet Hormone aus, die die Eizellen und die Östrogen-Produktion wieder ankurbeln sollen. Diese hormonellen Veränderungen sind anstrengend für den Körper. Sie führen zu den Beschwerden, die in den Wechseljahren bekannt sind: Hitzeattacken, Depressionen, Knochenschwund und viele mehr. Bei Prämaturer Ovarialinsuffizienz passiert das alles schon vor dem vierzigsten Lebensjahr. Aber nur eine von tausend Frauen kommt in die Wechseljahre, noch bevor sie 30 Jahre wird – so wie Julia Keuchen.