„Gesicht war in Teile gerissen“Terrier beißt sich an Mädchen (2) fest! Halter kommen vor Gericht die Tränen

Der Angeklagte ist sichtlich mitgenommen.
Mehmet A. kommen vor dem Amtsgericht Hamburg-Wandsbek am Dienstag (14. April) die Tränen, als die Anklage verlesen wird. Ihm wird fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen, weil sein als gefährlich eingestufter Hund seine Nichte lebensgefährlich verletzt hat.

Hunderasse für Hundekämpfe gezüchtet

„Ich bereue das von ganzem Herzen.” Diese Worte lässt der Angeklagte von seinem Verteidiger verlesen. Bei dem verletzten Mädchen handelt es sich um die Nichte des Angeklagten. „Ich liebe sie und der Gedanke [...] macht mich bis heute fertig”. Gemeint ist der grausame Vorfall vom 6. Juni 2022.

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Damals war Mehmet A. im Urlaub und hatte seinen Hund Rocky bei seiner Mutter untergebracht. Ein American Staffordshire Terrier Mischling. Diese Rasse zählt in Hamburg als Listenhund. „Der American Staffordshire Terrier wurde für Hundekämpfe gezüchtet im Ursprung. Das heißt, man wollte einen robusten, schnellen, vor allem bisskräftigen Hund, der sich [...] festbeißt und auch nicht mehr loslässt”, erklärt Hundetrainer Tim Matschkowski im Gespräch mit RTL. Rocky ist bereits 2019 auffällig geworden. Damals soll er ein siebenjähriges Kind gebissen haben.

Im Video: Beim Spaziergang totgebissen

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„Zähne lagen neben dem Mädchen”

Trotzdem habe Mehmet A. gedacht, ein paar Anweisungen würden reichen, schließlich kenne seine Mutter den Hund seit dem Welpenalter. Die damals zweijährige Nichte besuchte 2022 ihre Großmutter, die Mutter des Angeklagten. Das Mädchen soll dort geschlafen haben. Als es aufwacht und weint soll die Großmutter nach dem Kind geschaut und dabei die Schlafzimmertür offen stehen gelassen haben. „Das Gesicht war in Teile weggerissen, die Schädeldecke eingebrochen. Zähne lagen neben dem Mädchen”, beschreibt ein Polizist vor Gericht die Situation.

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Die Großmutter versuchte wohl noch, ihre Enkelin zu befreien, und wurde dabei selbst verletzt. Das kleine Mädchen kam mit lebensgefährlichen Bisswunden und einem offenen Schädelhirntrauma in ein Krankenhaus, musste notoperiert werden. Wie durch ein Wunder überlebte sie. Hundetrainer Tim Matschkowski macht deutlich: „Eine Aggression entsteht nicht einfach so, sondern sie baut sich über einen längeren Zeitraum auf.”

Angeklagter zeigt sich einsichtig

Rocky sei in ein Tierheim gebracht und später eingeschläfert worden, führt der Polizist weiter aus. Am Dienstag (14. April) ist nun vor dem Amtsgericht Hamburg-Wandsbek der Prozess gegen Mehmet A gestartet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine Pflichten als Halter eines als gefährlich eingestuften Hundes verletzt zu haben. Dadurch sei es zu dem Beißvorfall gekommen. Warum Rocky zugebissen hat, ist unklar.

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Vor Gericht zeigt sich Mehmet A. einsichtig: „Die Verantwortung liegt allein bei mir.“ Er habe sich selbst kaum ertragen können und den Kontakt zur Familie lange gemieden – aus Scham. Er habe aktiv daran gearbeitet, Rocky umgänglicher zu machen, sei bei zwei Hundepsychologen gewesen und habe immer versucht, den Hund ausreichend auszulasten. Ein Urteil wurde zunächst nicht erwartet, es sind weitere Zeugen geladen.

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche