Seit sechs Wochen verschwunden„Plötzlich hörte sie auf zu schreiben“ – Schwester der auf Mallorca vermissten Anna (33) fleht um Hinweise

Ihre Familie lebt in großer Sorge und Ungewissheit.
Seit dem 17. April fehlt von Anna W. auf Mallorca jede Spur. Jetzt spricht ihre Schwester erstmals ausführlich über die verzweifelte Suche nach der 33-Jährigen. Die Familie klammert sich an jede noch so kleine Hoffnung – doch mit jedem Tag wachsen die Sorgen weiter.
Anna W. hatte viele Pläne
„Es ist sehr schwer. Wir fragen uns ständig, was mit Anna passiert ist und ob es ihr gut geht.“ Mit diesen Worten beschreibt Karolina W. die Qual, die ihre Familie seit Wochen durchlebt. Im Gespräch mit der mallorquinischen Zeitung „Ultima Hora“, der Schwesterzeitung des Mallorca Magazins, spricht die Schwester der vermissten Anna W. nun offen über ihre Angst. Seit dem 17. April fehlt von der 33-Jährigen jede Spur. Die Familie lebt in Ungewissheit. Besonders schmerzhaft: Am 27. Mai ist Anna 33 Jahre alt geworden.
„Am 27. Mai war ihr 33. Geburtstag, und sie sagte uns, dass sie ihn groß feiern wolle. Sie wollte diesen Samstag zur Hochzeit einer Freundin in der Toskana fahren. Das hatte sie im Februar bestätigt.“ Doch stattdessen herrscht seit inzwischen mehr als sechs Wochen Funkstille.
Eine rätselhafte Nachricht wirft immer noch Fragen auf
Nach den bisherigen Ermittlungen wurde Anna am 14. April am Strand von Can Pere Antoni in Palma bestohlen. Dabei verlor sie offenbar ihren Reisepass, ihr Handy, Geld und persönliche Gegenstände. Wenig später erhielt die Familie plötzlich Nachrichten über den Instagram-Account eines Fremden. Der unbekannte Nutzer behauptete, Kontakt zu Anna gehabt zu haben. „Er schrieb uns über das Konto eines unbekannten Mannes. Wir wissen nicht, ob es sich um eine zufällig ausgewählte Person handelte oder um jemanden, mit dem sie befreundet war.“ Karolina versuchte sofort, ihre Schwester zu erreichen.
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„Ich schickte ihm meine Telefonnummer, damit meine Schwester mich anrufen konnte, aber er antwortete, er habe keinen Kontakt mehr zu ihr und wisse nichts. Er wollte mir auch seine Kontaktdaten nicht geben.“ Kurz darauf verschwand der Account spurlos aus den sozialen Netzwerken. Der unbekannte Mann hatte zuvor behauptet, Anna gehe es gut, ihre Handtasche sei jedoch gestohlen worden. Einige seiner Angaben werfen inzwischen Fragen auf. So soll er behauptet haben, Anna habe Kontakt zum polnischen Konsulat aufgenommen. Nach Recherchen der Zeitung gab es dafür jedoch keine Bestätigung.
„So möchte ich leben“
Erst im Oktober 2025 war Anna nach Mallorca gezogen. Zuvor lebte sie lange in Hamburg. Ihre Schwester berichtet, dass die 33-Jährige sich bewusst für einen Neuanfang entschieden habe.
Anna arbeitete online als Astrologieberaterin und konnte sich ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren. Reisen gehörte zu ihren großen Leidenschaften. „Jeder, der Anna kennt, weiß, dass sie so ist: geheimnisvoll, unabhängig, sie brauchte viel Freiraum und mochte es nicht, wenn man ihr Vorträge hielt oder ihr Einschränkungen auferlegte.“ In den ersten Monaten auf Mallorca sei sie glücklich gewesen. „Im Februar schickte sie mir ein Foto vom Strand und schrieb: ‚So möchte ich leben.‘ Sie sagte mir, sie fühle sich lebendig.“
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Die letzten direkten Nachrichten an ihre Familie stammen aus den Tagen vor ihrem Verschwinden. Am 9. April schrieb sie noch mit ihrer Schwester, wenige Tage später mit ihrem Bruder. Dann brach der Kontakt plötzlich ab. „Sie unterhielten sich über die Politik in Polen, und plötzlich hörte sie auf zu schreiben“, erzählt Karolina.
Privatdetektiv sucht auf Mallorca nach jeder Spur
Während die Familie verzweifelt auf Antworten wartet, laufen die Ermittlungen weiter. Wie „Ultima Hora“ berichtet, befindet sich inzwischen auch ein Team der polnischen TV-Sendung „Uwaga!“ auf Mallorca. Das Format ist für seine Recherchen in Vermisstenfällen bekannt. Begleitet werden die Journalisten von Privatdetektiv Dawid Burzacki, den die Familie bereits im Mai beauftragte. „Wir sind am 20. Mai auf der Insel angekommen und haben alle Orte abgesucht, an denen sie sich aufgehalten hat.“
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Die privaten Ermittler suchten unter anderem am Strand, an dem Anna bestohlen worden sein soll. „Wir haben den Strand, an dem der Diebstahl stattfand, mit Drohnen abgesucht und Befragungen an Orten durchgeführt, an denen Obdachlose leben, aber wir konnten keine einzige Person finden, die zuvor Kontakt zu Anna hatte.“
Genau das macht den erfahrenen Ermittler stutzig. „Und das ist seltsam, denn wir suchen auch an viel größeren Orten wie Thailand, sogar in der Hauptstadt Bangkok, nach vermissten Personen, und dort taucht immer jemand auf.“ Zusätzlich versucht sein Team, die Spur des verschwundenen Instagram-Kontos nachzuvollziehen. Außerdem gehen die Ermittler mehreren möglichen Sichtungen nach. Bestätigt wurde bislang jedoch keine davon.

Polizei findet bislang keinen entscheidenden Hinweis
Auch die spanische Polizei sucht weiter nach Antworten. Nach Eingang der Vermisstenmeldung überprüften die Beamten Krankenhäuser, Häfen und Flughäfen. Bislang blieb die Suche jedoch ohne Ergebnis. Die Ermittler arbeiten weiter, während die Familie jeden Tag auf ein Lebenszeichen hofft.
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Für Karolina und ihre Angehörigen wird die Ungewissheit immer schwerer zu ertragen. „Es ist sehr schwer. Wir fragen uns ständig, was mit Anna passiert ist und ob es ihr gut geht.“ Sie spüre aber große Unterstützung durch die polnische Gemeinschaft auf Mallorca.
„Ich verdanke ihnen sehr viel. Ich möchte alle Bewohner der Insel um Hilfe bitten, vor allem in Palma und an dem Strand, an dem meine Schwester angeblich bestohlen wurde. Wenn jemand etwas weiß, bitte meldet euch bei uns“, bittet Karolina am Ende des Interviews um Hilfe. (ajo)
Verwendete Quellen: Mallorca Magazin































