Nach Transplantations-Drama in ItalienDeutsche Mutter über das zermürbende Warten auf ein Kinderherz

„Ich hatte sofort wieder die Bilder im Kopf!”
Diana Dietrich durchlebt aktuell die schlimmste Zeit ihres Lebens – und das zum zweiten Mal. Ihr kleiner Sohn Daniel brauchte dringend ein Spenderherz und kämpfte um sein Leben. Der traurige Hintergrund für das erneute Erleben dieser schweren Zeit: Der schlimme Fall eines Zweijährigen aus Italien.
Drama in Italien: Ärzte geben herzkranken Jungen (2) auf
Ein Junge (2) bekam in Neapel ein Herz transplantiert, das beim Transport falsch gekühlt worden war. Das Organ kam mit Trockeneis in Kontakt und war vor der OP „buchstäblich erfroren”. Nach diesem fatalen Fehler wird gegen sechs Personen ermittelt.
Doch die schlimmen Nachrichten reißen nicht ab: Die Ärzte haben das herzkranke Kind (2), das von einer Maschine am Leben gehalten wird, mittlerweile aufgegeben – weil eine erneute Transplantation mit dem Zustand des Kindes nicht vereinbar sei.
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Diese Hiobsbotschaft trifft auch Diana Dietrich mit voller Wucht! Sie hatte schon vor dem RTL-Interview vom tragischen Schicksal des Jungen gehört. „Das ist schrecklich für jeden Beteiligten – für die Eltern des Jungen, für die Eltern, die das Organ freigegeben haben und für die Ärzte, die das Organ transplantiert haben.” Die Eltern hätten nun vor allem eines, meint Diana Dietrich: Angst. Angst, dass die Zeit davonläuft und der Sohn nicht überlebt.
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„Wie in einem Gefängnis, aber du hast nichts Schlimmes getan”
Diana Dietrich weiß, wovon sie spricht: Mit ihrem Sohn Daniel wartete sie selbst unfassbare 976 Tage im Krankenhaus auf ein Spenderherz. „Die schlimmste Zeit meines Lebens”, sagt sie heute darüber. „Du lebst wie in einer Parallelwelt, die Klinik ist dein Zuhause, wie in einem Gefängnis, aber du hast nichts Schlimmes getan.”

Die Geschichte aus Italien erinnert sie zwangsläufig an diese Zeit zurück. „Ich hatte sofort wieder die Bilder im Kopf, mein Kind an den Maschinen angeschlossen, das vergesse ich nie wieder.”
Daniel lebt seit über vier Jahren mit Spenderherz – und mit Einschränkungen
Seit mehr als vier Jahren lebt Daniel mittlerweile mit einem fremden Herzen in der Brust. Der heute Achtjährige hat eine seltene Herzkrankheit, nur eine Transplantation konnte ihn damals retten. Doch der Junge aus dem bayerischen Schwabmünchen musste vorher lange warten, die Familie hoffen und bangen.
Daniel geht es aktuell gut, sagt seine Mutter Diana: „Sein Herz funktioniert super.” Doch ihr Junge, der mittlerweile auch eine Autismus-Diagnose bekommen hat, kämpft mit Einschränkungen: Er spricht nicht und ist auch in seiner sonstigen Entwicklung verzögert. Daniel hat einen Pflegegrad und besucht eine Förderschule.
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„Es ist nicht so, dass wir aus dem Krankenhaus raus sind und alles ist normal”, so Diana. „Ich bin einfach froh, dass er lebt und glücklich ist.” Denn der Blick auf den Fall aus Italien zeigt: Es hätte auch alles anders ausgehen können.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


