Spenderorgan wurde beim Transport beschädigt Kaum noch Hoffnung für Jungen (2) nach Panne bei der Herztransplantation

Organspende-Skandal Göttingen
Das Spenderherz für den zwei Jahre alten Jungen wurde beim Transport buchstäblich eingefroren. (Foto: Motivbild)
dpa, Jens Kalaene

Die Nachricht ist ein Schock für alle!
Nach einer völlig misslungenen Herztransplantation besteht für einen kleinen Jungen in Italien kaum noch Hoffnung. Ein unabhängiges Ärzteteam kam nach Angaben des Anwalts der Familie zu dem Urteil, dass dem zwei Jahre alten Kind kein neues Herz mehr eingesetzt werden könne. Kostet ihn ein leichtsinniger Fehler beim Transport seines Spenderorgans jetzt das Leben?

Junge (2) seit Weihnachten auf der Intensivstation

Das Schicksal des Kindes bewegt Italien sehr. In den Medien ist der Fall ein großes Thema. Der Junge liegt seit Weihnachten in der süditalienischen Großstadt Neapel auf der Intensivstation. Beim Transport eines ersten Spenderherzens aus Bozen in Südtirol war das Ersatzorgan falsch gekühlt worden.

Der Junge wird seit der misslungenen Operation mithilfe einer Maschine am Leben gehalten, weil das Kind mit dem kaputten Herz sonst sterben würde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Eltern schalteten nun eine Klinik aus Rom ein, um die Heilungschancen ihres Sohnes zu begutachten. Ihr Anwalt Francesco Petruzzi berichtete im Fernsehsender Rai3, dass der Junge nach Einschätzung dieser Ärzte „nicht mehr transplantierbar” sei.

Ärzte in Neapel wollen noch nicht aufgeben

Die behandelnden Ärzte des Monaldi-Krankenhauses in Neapel sind allerdings der Meinung, dass eine zweite Transplantation noch möglich sei. Der Junge steht nach italienischen Medienberichten auf der Warteliste für Empfänger eines Spenderherzens mit derselben Blutgruppe ganz oben. Damit wird nun in ganz Europa nach einem Ersatzorgan für ihn gesucht – ohne dass die Suche bislang Erfolg hatte.

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„Jeder Tag könnte der letzte sein”, sagt auch der Anwalt der Familie dem italienischen Sender Rai. Es habe zwei Jahre gedauert, das Herz zu finden, das dem Jungen eingesetzt werden sollte, bevor es zu der Panne beim Transport kam. Selbst wenn die Ärzte noch mal transplantieren wollen, ist fraglich, ob irgendwo ein passendes Herz gefunden wird.

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Der Zweijährige leidet an einem schweren Herzfehler. Kurz vor Weihnachten kam die Nachricht, dass in Südtirol ein Kind ertrunken sei, dessen Herz für eine Transplantation genutzt werden könne. Das Organ wurde 800 Kilometer weiter nach Neapel gebracht. Dabei wurde es nach bisherigen Erkenntnissen jedoch nicht wie üblich in herkömmlichem Eis, sondern in deutlich kälterem Trockeneis transportiert. Dadurch sei es „buchstäblich erfroren”, hieß es. Die Ärzte entschieden trotzdem, das Herz zu transplantieren. (jgr, mit dpa)

Verwendete Quellen: dpa, Rai