An der Universität FreiburgEr filmte heimlich Frauen! Plakate outen Ex-Uni-Mitarbeiter
Sie wehren sich!
Ein Ex-Mitarbeiter der Universität Freiburg filmte Frauen heimlich in intimen Situationen. Anfang März wurde der Mann verurteilt – doch nun tauchten Plakate mit Namen und Foto von ihm auf. Und einer klaren Botschaft!
Mit Foto, Alter und Namen! Das stand auf den Plakaten
Der Fall um einen ehemaligen Mitarbeiter der Universität Freiburg, der heimlich Frauen gefilmt hat, schlägt weiter hohe Wellen. Vergangene Woche tauchten Plakate in Freiburg auf, die unter anderem Foto, Alter und den Namen des Mannes zeigten, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Zuvor hatte die Badische Zeitung berichtet. Darauf zu lesen ist auch: „Über 800 Frauen heimlich gefilmt und durch den Staat geschützt – wir wehren uns!”
Die Plakate seien der Polizei am Freitag gemeldet worden. Sie wurden dem Sprecher zufolge daraufhin von Beamten geprüft und entfernt. Bisher habe der Betroffene in der Sache keinen Strafantrag gestellt. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben nun, ob eine Straftat vorliegt. Wer hinter den Plakaten steckt, war zunächst unklar.
Plakat-Aufhängern drohen strafrechtliche Konsequenzen
Marina Rombach vom Frauenkollektiv Freiburg kritisiert die nach ihrer Sicht zu geringe Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten, die das Amtsgericht Freiburg verhängt. „Das ist insofern problematisch, dass man allen anderen Frauen das Signal sendet: ‚Leute, ist nicht so schlimm, man kann damit davonkommen. Und es ist halt einfach normal in unserer Gesellschaft‘” Täter könnten „letztlich fast konsequenzlos” machen „was sie wollen.”
Konsequenzen könnten dagegen nun auf die Plakat-Aufhänger zukommen. „Auch ein Straftäter hat noch Persönlichkeitsrechte”, erklärt Rechtsanwalt Arndt Kempgens im RTL-Interview. „Die müssen natürlich beachtet werden. Das kann strafbar sein, was hier passiert ist. Und das kann auch einen Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld auslösen.”
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Uni-Mitarbeiter machte an mehreren Orten Aufnahmen – über Jahre!
Der Mann hat über einige Jahre unbemerkt Aufnahmen von Frauen in intimen Situationen gemacht – nach Angaben der Staatsanwaltschaft etwa in einer von ihm privat an die Frauen vermieteten Wohngemeinschaft sowie auf einer Tagung, bei der damalige Kolleginnen des Mannes von ihm gefilmt wurden. Nach Worten der Universität geschahen solche Taten aber auch in Sanitärräumen der Hochschule sowie in Beratungssituationen. Letzteres habe die Uni jedoch erst im Zuge der Gerichtsverhandlung gegen den Mann erfahren.
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Für die Taten war der Mann Anfang März vom Amtsgericht Freiburg zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden – die Staatsanwaltschaft Freiburg legte Berufung ein. Sie hatte zweieinhalb Jahre Haft gefordert. Im Anschluss an das Urteil kam es zu mehreren Demonstrationen.
Seitdem der Fall an die Öffentlichkeit gelang, meldeten sich laut Polizei zahlreiche Frauen, die vermuten, dass sie betroffen sein könnten oder die wissen wollen, ob sie auf den Aufnahmen zu sehen sind. Diese Meldungen würden alle geprüft, der Fall sei daher in seiner Dimension äußerst komplex. (nlu/dpa)
Verwendete Quellen: DPA
































