Ein Lügengebäude mit tödlichem EndeTaylor Parker täuscht Schwangerschaft vor – dann schneidet sie ihrer Freundin das Baby aus dem Bauch

Taylor Parker täuscht vor, schwanger zu sein. Später begeht sie ein grausames Verbrechen.
Taylor Parker täuscht vor, schwanger zu sein. Später begeht sie ein grausames Verbrechen.
Netflix/Maternal Instinct: Der Fall Taylor Parker

Zwei Tage vor dem Mord verbringen die Frauen noch gemeinsame Zeit.
Eine Schwangerschaft, schwere Krankheiten, ein Millionenvermögen – Taylor Parker tischt den Menschen um sie herum eine Lüge nach der anderen auf. Doch als immer mehr Zweifel aufkommen, endet ihr Lügengebäude am 9. Oktober 2020 in einem grausamen Verbrechen. Sechs Jahre später sitzt Parker für den Mord an ihrer hochschwangeren Freundin Reagan Simmons-Hancock im Todestrakt von Texas.

Taylor Parker baut sich ein Leben aus Lügen

Eine erfundene Schwangerschaft, falsche Ultraschallbilder und ein Babybauch, den Taylor Parker stolz in den sozialen Medien präsentiert. Doch damit nicht genug. Über Jahre erzählt die Texanerin den Menschen in ihrem Umfeld Geschichten, die sich später als unwahr herausstellen.

Wie Netflix anlässlich der True-Crime-Dokumentation „Maternal Instinct“ berichtet, soll Parker früheren Freundinnen unter anderem erzählt haben, sie leide an Multipler Sklerose, Krebs und einem Hirntumor und habe einen Schlaganfall erlitten. In ihrem neuen Umfeld präsentiert sie sich außerdem als Tochter einer wohlhabenden Familie mit Öl-Geld. Irgendwann werde sie durch eine Erbschaft ihrer Großmutter Millionärin, behauptet sie.

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2019 lernt Parker Wade Griffin kennen. Schon wenige Monate später leben die beiden zusammen und planen eine gemeinsame Zukunft. Parker spricht über teure Autos, einen 87.000-Dollar-Truck und sogar über ein Vier-Millionen-Dollar-Angebot für eine Ranch. Dann verkündet sie die nächste große Nachricht: Sie sei schwanger. Das Problem ist nur: Parker kann gar keine Kinder mehr bekommen. Jahre zuvor wurde ihr die Gebärmutter entfernt.

Wade Griffin dachte, dass Taylor ihm ein Baby schenken würde
Wade Griffin dachte, dass Taylor ihm ein Baby schenken würde (Archivbild)
Netflix/Maternal Instinct: Der Fall Taylor Parker

Immer mehr Menschen zweifeln an ihrer Schwangerschaft

Trotzdem hält Parker die Geschichte monatelang aufrecht. Sie zeigt einen vermeintlichen Babybauch und präsentiert Unterlagen, die ihre Schwangerschaft belegen sollen. Doch irgendwann werden Griffin und Menschen aus seinem Umfeld misstrauisch. Sie versuchen, Parkers Angaben zu überprüfen. Eine Freundin erreicht schließlich ihre Mutter und erfährt die Wahrheit über die Gebärmutterentfernung. Auch das angebliche Familienvermögen existiert demnach nicht.

Später tauchen vor Gericht Suchanfragen auf, die zeigen, womit Parker sich in dieser Zeit beschäftigt. Sie recherchiert unter anderem nach günstigen Schwangerschaftsbäuchen aus Silikon, Adoptionen von Neugeborenen, der Suche nach leiblichen Müttern und einem Video von einem Kaiserschnitt. Taylor Parker hatte als Geburtstermin den 22. September 2020 angegeben. Dieser Termin verstreicht.

Wie Taylor Parker sich immer tiefer in ihr Netz aus Lügen verstrickt und schließlich zur Mörderin wird, zeichnet auch unser RTL+-Podcast „Sisters in Crime – Frauen, die töten“ nach. Die Folge „Aus dem Leib geschnitten – der Fall Taylor Parker“ widmet sich ausführlich dem Verbrechen und seiner Vorgeschichte.

Und während Parkers Geschichte immer schwerer aufrechtzuerhalten ist, erwartet eine Frau aus ihrem Bekanntenkreis tatsächlich ein Kind: Reagan Simmons-Hancock. Parker kennt die 21-Jährige schon länger. 2019 fotografiert sie Reagans Hochzeit, anschließend haben die Frauen häufiger Kontakt. Reagan soll Parker sogar verteidigt haben, als andere deren angebliche Schwangerschaft anzweifelten.

Am 7. Oktober 2020 verbringen die beiden noch gemeinsam einen Mädels-Tag. Reagan ist zu diesem Zeitpunkt in der 35. Schwangerschaftswoche. Zwei Tage später fährt Taylor Parker erneut zu ihr.

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Am 9. Oktober endet die große Lüge in einer grausamen Tat

Was am 9. Oktober 2020 in Reagans Haus in New Boston im US-Bundesstaat Texas geschieht, ist kaum zu glauben. Parker greift die hochschwangere Frau an. Nach den später im Verfahren bekannt gewordenen Details fügt sie Reagan 15 Stich- und 98 Schnittverletzungen zu. Anschließend schneidet sie das ungeborene Mädchen aus dem Körper seiner Mutter.

Als Reagan nicht mehr ans Telefon geht, macht sich ihre Mutter auf den Weg zu ihr. Dort entdeckt sie Blutspuren und findet ihre Tochter tot auf dem Boden ihres Hauses. Reagans dreijähriges Kind befindet sich ebenfalls dort und wird in einem hinteren Schlafzimmer unter einer Decke gefunden. Was das Mädchen von der Tat mitbekommen hat, ist nicht bekannt.

Währenddessen versucht Parker, ihre Geschichte weiter aufrechtzuerhalten. Von einer Straße außerhalb von De Kalb setzt sie selbst einen Notruf ab und behauptet, gerade ein Baby zur Welt gebracht zu haben. Als Polizisten eintreffen, versucht Parker, das Neugeborene wiederzubeleben.

Im Krankenhaus bricht ihre Geschichte dann endgültig zusammen. Ärzte finden keinerlei Hinweise darauf, dass Parker gerade ein Kind geboren hat. Reagans Baby, das den Namen Braxlynn Sage Hancock trägt, kann nicht gerettet werden. Parker wird festgenommen.

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Taylor Parker wartet heute im Todestrakt

2022 muss sich Parker vor Gericht verantworten. Eine Jury spricht sie wegen Mordes schuldig, anschließend wird sie zum Tode verurteilt. 2025 bestätigt das Texas Court of Criminal Appeals sowohl die Verurteilung als auch die Strafe. Weitere Rechtsmittel verfolgt Parker weiterhin. Sechs Jahre nach dem Verbrechen ist damit zumindest juristisch noch nicht der letzte Punkt gesetzt.

Die offizielle Datenbank des Texas Department of Criminal Justice führt die heute 33-jährige Taylor Rene Parker weiterhin als zum Tode verurteilte Gefangene. Einen Termin für ihre Hinrichtung gibt es bislang nicht. Taylor Parker soll die jüngste Frau im Todestrakt von Texas sein.

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Der Fall steht inzwischen auch im Mittelpunkt der Netflix-Dokumentation „Maternal Instinct“. Darin kommen Menschen zu Wort, die Parker kannten und miterlebten, wie ihre Geschichten zunehmend unglaubwürdig wurden. Die Doku zeichnet nach, wie sich über Jahre eine Lüge an die nächste reihte, und rekonstruiert schließlich die letzten dramatischen Stunden bis zu jenem 9. Oktober 2020.

Die Schwangerschaft von Taylor Parker war erfunden. Der Tod von Reagan und ihrer Tochter Braxlynn aber ist die grausame Realität, die bleibt.

Verwendete Quellen: Netflix, Texas Department of Criminal Justice