16 Jahre nach dem Tod ihrer MutterDrei Schwestern (36, 32 und 31) fahren ans Meer und ertrinken – jetzt steht fest, warum

Ein Familienfoto zeigt die drei Schwestern Jane Adetoro (36), Christina Walters (32) und Rebecca Walters (31, v. l.) mit ihrem Vater Joseph. Im Mai wurden die Frauen tot aus dem Meer vor Brighton geborgen.
Ein Familienfoto zeigt die drei Schwestern Jane Adetoro (36), Christina Walters (32) und Rebecca Walters (31, v. l.) mit ihrem Vater Joseph. Im Mai wurden die Frauen tot aus dem Meer vor Brighton geborgen.
picture alliance / PA

Was steckt hinter dem tragischen Tod der drei Schwestern?
Im Mai werden Jane (36), Christina (32) und Rebecca (31) tot aus dem Meer vor Brighton geborgen. Nur zwei Tage vor ihrem Tod hatten die Frauen den Ort besucht, an dem ihre Mutter 16 Jahre zuvor ums Leben gekommen war. Jetzt, knapp fünf Monate später, bringt eine gerichtsmedizinische Untersuchung traurige Gewissheit über die Todesumstände.

Drei Schwestern sterben vor Brighton – Gerichtsmedizinerin klärt Todesumstände

Was geschah mit Jane Adetoro (36), Christina Walters (32) und Rebecca Walters (31)? Am 13. Mai werden die drei Schwestern tot vor der Küste des englischen Badeortes Brighton entdeckt.

Fast fünf Monate später steht nun fest: Die Frauen haben sich das Leben genommen. Zu diesem Ergebnis kommt die leitende Gerichtsmedizinerin Penelope Schofield bei einer gerichtlichen Untersuchung am Donnerstag (8. Oktober), wie die BBC und The Sun berichten.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Doch während die Todesumstände damit geklärt sind, bleibt eine entscheidende Frage offen: Warum entschieden sich die drei Frauen für diesen Schritt? Bei der Untersuchung kommen nun mehrere Details ans Licht, die zeigen, was in den Tagen vor ihrem Tod geschah.

Nur zwei Tage vor ihrem Tod besuchen die Schwestern den Sterbeort ihrer Mutter

Die Geschichte der drei Frauen ist von einem schweren Verlust geprägt. Bereits 2010 war ihre Mutter Janice Adetoro im Brookvale Lake bei Birmingham ertrunken. Zuvor verschwand sie spurlos. Laut The Sun hatte die Frau vor ihrem Verschwinden mit psychischen Problemen zu kämpfen. Erst drei Monate später im Dezember 2009 fand man Adetoro – tot.

16 Jahre später, am 11. Mai 2026, machen sich die drei Schwestern von London aus auf den Weg nach Birmingham. Dort besuchen sie laut The Sun die Gegend rund um den See, an dem ihre Mutter gestorben war, und offenbar auch deren Grab.

Nur knapp zwei Tage später sind die jungen Frauen plötzlich nicht mehr am Leben.

Lese-Tipp: Trauer um Fiona (†13): Jetzt ist klar, woran Chad Lowes Tochter starb

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

„Zu dem Schluss gekommen, dass die Schwestern bewusst ins Wasser gingen, um sich das Leben zu nehmen.“

Nur einen Tag später, am 12. Mai, reisen die drei Schwestern weiter in den englischen Badeort Brighton. Um 22.21 Uhr kommen sie laut BBC gemeinsam mit einem Taxi dort an. Dem Uber-Fahrer fällt dabei etwas auf: Während der gesamten Fahrt sprechen die Frauen offenbar kein Wort miteinander.

Anschließend sind Jane, Christina und Rebecca noch mehrere Stunden an der Strandpromenade unterwegs. Überwachungskameras zeigen, wie sie an verschiedenen Stellen entlang des Strandes auf und ab gehen. Um 2.42 Uhr am 13. Mai werden die Schwestern zum letzten Mal lebend gesehen. Nur wenige Stunden später werden ihre Leichen aus dem Meer geborgen.

Die anschließenden Obduktionen ergeben, dass keine der Frauen Alkohol oder Drogen im Körper hatte. Auch Hinweise auf Gewalteinwirkung finden die Ermittler nicht. Laut der Gerichtsmedizinerin konnten die drei Schwestern nicht schwimmen – auch die Wetterbedingungen seien ungünstig gewesen, wie The Sun berichtet.

Die leitende Gerichtsmedizinerin Penelope Schofield kommt nach der Untersuchung zu dem Schluss, „dass die Schwestern bewusst ins Wasser gingen, um sich das Leben zu nehmen.‘“

RTL+ Streaming Tipp

Doch warum reisten sie ausgerechnet nach Brighton? Und welche Bedeutung hatte der Besuch am Sterbeort ihrer Mutter kurz zuvor? Das bleibt unklar. „Wir wissen nicht, warum sie sich für diesen Weg entschieden haben oder warum sie ihn ausgerechnet in Brighton beschritten haben“, erklärt die Gerichtsmedizinerin Penelope Schofield laut BBC.

Video-Tipp: Wie wir trauernden Menschen durch schwere Zeiten helfen

Ermittler entdecken auffällige Details im Leben der drei Schwestern

Bei der Untersuchung zeigt sich auch, wie zurückgezogen Jane, Christina und Rebecca zuletzt gelebt hatten. Die Frauen teilten sich laut BBC eine Wohnung in London und hielten sich weitgehend von der Öffentlichkeit fern. Nachbarn berichteten laut The Sun, dass sie nur selten Kontakt zu anderen Menschen gehabt hätten.

Doch auch in ihrer Wohnung machen die Ermittler bemerkenswerte Entdeckungen. Viele Konten der Schwestern waren weitgehend geleert, einige Schulden bereits beglichen worden. Jane hatte noch kurz vor ihrem Tod einen Kredit abbezahlt. Zudem fanden die Beamten in der Wohnung nur wenige persönliche Gegenstände vor.

Bei der Auswertung von Christinas Laptop stießen die Ermittler außerdem auf zahlreiche Hinweise darauf, dass sie sich mit dem Thema Suizid beschäftigt hatte. Laut BBC litt die 32-Jährige seit dem Tod ihrer Mutter unter Angstzuständen und Depressionen.

Ob und inwieweit diese Umstände bei der Entscheidung der drei Frauen eine Rolle spielten, ist jedoch unklar. „Diese drei Schwestern führten ein sehr zurückgezogenes Leben, sie waren unglaublich privat”, betont Gerichtsmedizinerin Schofield und stellt klar: „Es steht dem Gericht nicht zu, darüber zu spekulieren.” Demnach werden die Gründe „möglicherweise nie bekannt werden”, so Schofield.

Lese-Tipp: „Marvelous Mrs. Maisel”-Star stirbt mit nur 44 Jahren

Vater verliert alle drei Töchter: „Ein Herzschmerz, den ich mir nie hätte vorstellen können“

Besonders bewegend sind die Worte des Vaters. Joseph Jacobsen verfolgt die gerichtliche Untersuchung per Videoübertragung. In einer Erklärung, die in seinem Namen verlesen wird, erinnert er sich an seine drei Töchter und daran, wie sie zu intelligenten jungen Frauen heranwuchsen.

„Es gibt keine Worte, die den Schmerz über den Verlust eines Kindes angemessen ausdrücken können“, erklärt er laut BBC. Alle drei seiner geliebten Töchter zu verlieren, sei ein Herzschmerz, den er sich niemals hätte vorstellen können.

Warum das Leben seiner Töchter so plötzlich endete, kann Joseph Jacobsen bis heute nicht begreifen. Trost findet er in seinem Glauben. Er hoffe, dass seine drei Töchter „in Gottes ewiger Obhut“ wieder mit ihrer Mutter vereint seien.

Verwendete Quellen: BBC, The Sun