Trauer nach Moped-Horror in BrandenburgVier junge Menschen tot! Hunderte Trauernde strömen in Marienkirche

von Thomas Kutz, Ibrahim Kayed und Jana Kerzmann

Die Trauer um die vier jungen Todesopfer ist unermesslich!
Nur einen Tag nach dem schrecklichen Moped-Unfall bei Biesenthal spielen sich in einer Kirche im benachbarten Bernau herzzerreißende Szenen ab. Hunderte Menschen kommen zusammen, um Abschied zu nehmen – darunter auch die Eltern der Verstorbenen. Viele weinen, andere beten still. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt, einige bleiben vor dem Eingang stehen.

Trauerfeier nach Moped-Unfall in Biesenthal: Kirche bis auf letzten Platz gefüllt

Sie wollen Abschied nehmen von vier jungen Menschen, die noch ihr ganzes Leben vor sich hatten. Doch der Andrang ist so groß, dass längst nicht alle einen Platz finden. Am Donnerstagabend (8. Oktober), nur einen Tag nach dem tödlichen Moped-Unfall bei Biesenthal in Brandenburg, strömen Hunderte Menschen in die St. Marienkirche im benachbarten Bernau. Unter ihnen sind auch die Eltern der Todesopfer, zahlreiche Freunde, Mitschüler und Lehrer.

Hunderte Menschen kommen am Donnerstagabend zur St. Marienkirche in Bernau, um gemeinsam der vier jungen Todesopfer des Moped-Unfalls zu gedenken.
Die Anteilnahme ist riesig: Die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt, zahlreiche Trauernde blieben vor dem Eingang stehen.
RTL

Die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Menschen stehen vor dem Eingang. Noch am Abend zuvor waren die Jugendlichen mit ihren Mopeds unterwegs. Jetzt versammeln sich ihre Angehörigen und Freunde, um gemeinsam um sie zu trauern.

Tränen und stille Gebete: Hunderte nehmen Abschied von Moped-Opfern

Brennende Kerzen, niedergelegte Blumen und Menschen, die still beten: Die Trauer und Fassungslosigkeit über den plötzlichen Tod der vier jungen Menschen sind während der Gedenkveranstaltung überall spürbar. In der überfüllten Kirche fließen immer wieder Tränen.

Zu der gemeinsamen Andacht hat der Kirchenkreis Barnim eingeladen. Drei Pfarrer gestalten laut die Feier, darunter auch Pfarrer Christoph Brust. Mit tröstenden Worten versucht er, den Angehörigen und Freunden in diesen schweren Stunden Halt zu geben.

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Simson-Club plant Gedenken am späten Abend – am Ort des tragischen Moped-Unfalls

Das Gedenken an die vier jungen Todesopfer soll auch am späteren Abend weitergehen: Mitglieder eines Simson-Clubs wollen sich laut Polizei an der Unglücksstelle versammeln, um gemeinsam Abschied zu nehmen.

Gerade bei Jugendlichen auf dem Land sind die kultigen Mopeds der Marke Simson wieder besonders beliebt, erzählt Biesenthals Bürgermeister Carsten Bruch (CDU) laut dpa. Er selbst hat einen 15-jährigen Sohn, der mit einer Schwalbe unterwegs ist. Das Unglück trifft Bruch daher persönlich: „Das geht einem sehr nah“, sagt der Bürgermeister – und damit ist er nicht allein. „Alle sind total geschockt. Das ist eine ganz schlimme Tragödie“, erklärt er laut dpa.

Wie groß die Fassungslosigkeit in der Region ist, zeigt sich bereits am Donnerstagmorgen an der Unfallstelle. Nach RTL-Informationen kommen innerhalb weniger Stunden mehr als 50 Menschen dorthin, um Blumen und Kerzen niederzulegen und Abschied zu nehmen. Zwischen den Blumen stehen zahlreiche eingerahmte Fotos und persönliche Erinnerungsstücke. Immer wieder fließen Tränen.

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Ministerpräsident Woidke trauert mit Familien: „Dafür gibt es keine passenden Worte“

Inzwischen hat die Tragödie auch die Landespolitik erreicht. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) meldet sich am Donnerstag auf Instagram zu Wort. „Heute fehlen vier junge Menschen in ihren Familien, in ihren Freundeskreisen, in ihrer Nachbarschaft“, schreibt er über den Account der Staatskanzlei.

„Für ihre Familien und Freunde ist von einem Moment auf den anderen nichts mehr wie zuvor. Dafür gibt es keine passenden Worte“, erklärt Woidke weiter und spricht den Hinterbliebenen sein tief empfundenes Mitgefühl aus.

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Auch im Landkreis Barnim wird die Trauer öffentlich sichtbar. Es wurde angeordnet, dass die Fahnen an Schulen und Dienststellen bis Freitag auf halbmast wehen. Eine große Tanzparty, die für das Wochenende geplant war, wurde abgesagt.

Der Landkreis bietet außerdem den betroffenen Schulen Unterstützung an. Der Landrat des Kreises Barnim, Daniel Kurth, spricht von einem „furchtbaren Unglück“.

Moped-Unfall in Brandenburg: Drei Jungen und ein Mädchen sterben

Es ist Mittwochabend (7. Oktober), gegen 19.40 Uhr: Vier Mopeds sind auf der Landesstraße 200 zwischen Biesenthal und Wullwinkel im Landkreis Barnim unterwegs. Zur gleichen Zeit setzt ein entgegenkommender Autofahrer (61) zum Überholen mehrerer Fahrzeuge an. Er soll nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei die Mopeds übersehen haben.

Sein Wagen kracht in drei der Kleinkrafträder, überschlägt sich und brennt aus. Für die drei Fahrer im Alter von 15, 16 und 19 Jahren sowie eine 14-jährige Mitfahrerin kommt jede Hilfe zu spät – alle vier sterben noch an der Unfallstelle.

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Ein vierter Mopedfahrer kann dem Auto gerade noch ausweichen und bleibt unverletzt. Der 61-Jährige erleidet schwere Verletzungen und wird mit einem Rettungshubschrauber in ein Berliner Krankenhaus gebracht.

Inzwischen ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Tötung. Eine entscheidende Rolle könnte dabei der überlebende Mopedfahrer spielen. „Er wird ein wichtiger Zeuge sein“, erklärt ein Polizeisprecher laut dpa. Doch angesichts der schrecklichen Ereignisse wollen die Ermittler dem jungen Mann zunächst Zeit geben, bevor sie ihn ausführlich befragen.

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Auch die beteiligten Fahrzeuge hat die Kriminalpolizei inzwischen beschlagnahmt. Sowohl das Unfallauto als auch die Mopeds sollen untersucht werden. Gutachter sollen klären, wie es zu dem folgenschweren Zusammenstoß kommen konnte.

Während die Ermittler versuchen, die letzten Minuten vor dem tödlichen Zusammenstoß zu rekonstruieren, bleibt für die Familien eine grausame Gewissheit: Ihre Kinder werden nie wieder nach Hause kommen. Den Schmerz kann ihnen niemand nehmen. Doch die Hunderte Menschen, die an diesem Abend beim Gottesdienst in Bernau zusammenkommen, zeigen den Hinterbliebenen: In dieser schweren Stunde müssen sie ihn zumindest nicht allein tragen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, dpa, Polizeidirektion Ost