True Crime weltweit„Das Monster von Kičevo“ – der Journalist, der über seine eigenen Morde schrieb

Er wurde als „Monster von Kičevo” bekannt: Vlado Taneski
Er wurde als „Monster von Kičevo” bekannt: Vlado Taneski (Archivbild)
picture-alliance/ dpa | Police_Handout

Die tödliche Spur führt zum Reporter.
Drei Frauen in einer Kleinstadt in Nordmazedonien werden ab 2004 brutal ermordet. Ein Lokaljournalist berichtet über jedes Detail der Verbrechen – bis die Ermittler merken, dass er Dinge weiß, die niemals veröffentlicht wurden. Die neue Folge von „Nebenan Weltweit – Der Video-Podcast“ auf RTL+ erzählt den spektakulären Fall des „Monsters von Kičevo“.

Der Reporter kennt plötzlich zu viele Details

Vlado Taneski galt in seiner Heimat als angesehener Lokaljournalist. Für verschiedene Zeitungen berichtete er über das Geschehen in der nordmazedonischen Stadt Kičevo. Als dort mehrere ältere Frauen brutal ermordet werden, schreibt ausgerechnet er besonders ausführlich über die Verbrechen. Dabei tauchen in seinen Artikeln immer wieder Informationen auf, die eigentlich nur die Ermittler kennen konnten.

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Insgesamt sterben drei Frauen auf grausame Weise, nachdem sie teils wochenlang gefangen gehalten wurden. Die Opfer sind allesamt ältere Frauen aus Kičevo.

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  • Mitra Simjanoska (64) verschwindet am 16. November 2004 nach einem Marktbesuch. Ihre Leiche wird am 12. Januar 2005 gefunden. Sie wurde gefesselt, misshandelt, vergewaltigt und schließlich erwürgt.

  • Ljubica Licoska (56) verschwindet Anfang November 2007 nach einem Einkauf. Ihre Leiche wird am 3. Februar 2008 entdeckt. Auch sie wurde gefesselt, geschlagen, vergewaltigt und erwürgt.

  • Zivana Temelkoska (65) verschwindet am 7. Mai 2008, nachdem sie durch einen falschen Anruf aus dem Haus gelockt worden war. Neun Tage später wird ihre Leiche gefunden. Auch sie wurde gefoltert, vergewaltigt und erwürgt.

Eine vierte Frau, die in das Schema passt, ist bis heute verschwunden. Möglicherweise steckt auch hier „Das Monster von Kičevo” hinter der Tat. Die auffälligen Parallelen zwischen allen Taten führen die Ermittler aber schließlich direkt zu Vlado Taneski.

Ein rätselhaftes Ende

Noch bevor es zu einem Prozess kommt, stirbt der Verdächtige kurz nach seiner Festnahme im Juni 2008 in seiner Gefängniszelle. Offiziell gehen die Behörden davon aus, dass er sich in einem mit Wasser gefüllten Eimer das Leben genommen hat.

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Doch genau diese Version wirft bis heute Fragen auf. Medienberichten zufolge wollen Zellennachbarn in der Nacht nichts Auffälliges gehört haben. Zudem gilt es als äußerst ungewöhnlich und schwierig, sich selbst zu ertränken. Deshalb wird bis heute darüber spekuliert, ob sich die Ereignisse tatsächlich so abgespielt haben, wie sie offiziell dargestellt wurden.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Auch Taneskis Familiengeschichte wirft Fragen auf. Sein Vater nahm sich das Leben, seine Mutter starb ebenfalls unter tragischen Umständen. Haben seine Kindheit und sein familiäres Umfeld Einfluss auf sein späteres Leben gehabt? Taneski galt – trotz einer mehr als dreißigjährigen Ehe und zwei Söhnen – als Muttersöhnchen. Was auch zum Bruch mit seiner Ehefrau Vesna führte, die später als Anwältin in die Hauptstadt Skopje zog.

Warum der Fall bis heute fasziniert

Ein Journalist, der möglicherweise selbst über seine eigenen Verbrechen schrieb. Ein mutmaßlicher Serienmörder, der starb, bevor ihm der Prozess gemacht werden konnte. Und ein Fall, der bis heute mehr Fragen als Antworten hinterlässt.

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Genau diesem außergewöhnlichen Kriminalfall widmen sich Philipp Fleiter und Franziska Singer in der neuen Folge von „Nebenan Weltweit – Der Video-Podcast“ auf RTL+ und rekonstruieren Schritt für Schritt, wie aus einem angesehenen Reporter der Hauptverdächtige einer grausamen Mordserie wurde.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, RTL+