Hinrichtung vor laufender KameraUSA wollen Amokläufer live vor Publikum erschießen lassen

Live-Übertragung geplant:
Weil Nidal Hasan (56) 2009 auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood 13 Menschen erschossen und 32 verletzt hat, wurde der ehemalige Armeepsychiater zum Tode verurteilt. Im Dezember soll er vor einem Erschießungskommando sterben. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will außerdem, dass die ganze Welt bei der Hinrichtung zuschauen kann.
Hinrichtung von Nidal Hasan soll live übertragen werden
Seine letzten Minuten sollen offenbar alle mitverfolgen können: Der verurteilte Amokläufer Nidal Hasan soll am 3. Dezember auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood im Bundesstaat Texas hingerichtet werden. Und zwar nicht hinter verschlossenen Türen, sondern vor laufenden Kameras.

Wie der US-Sender CBS News berichtet, plant das Pentagon, die Hinrichtung des ehemaligen Armeepsychiaters live zu übertragen. Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums bestätigte dem Sender entsprechende Pläne.
Zuvor hatte Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem Videointerview angekündigt, dass Hasan von einem Erschießungskommando aus Soldaten getötet werden soll. „Wir werden dafür sorgen, dass die Leute zusehen können, dass es öffentlich ist“, erklärte Hegseth. Die Menschen müssten verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen hätten.
Amokläufer Nidal Hasan erschoss 13 Menschen auf Militärstützpunkt
2009 hatte Nidal Hasan, selbst Major und Psychiater der US-Armee, auf dem Militärstützpunkt Fort Hood das Feuer auf seine Kameraden eröffnet. 13 Menschen starben, mehr als 30 weitere wurden verletzt. Vor Gericht hatte Hasan erklärt, er habe muslimische Kämpfer in Afghanistan vor dem US-Militär schützen wollen. 2013 wird er wegen des Massakers zum Tode verurteilt.
Anfang Oktober 2026 genehmigt US-Präsident Donald Trump schließlich den Plan, die Todesstrafe durch ein militärisches Erschießungskommando vollstrecken zu lassen. Die Empfehlung dafür kam von Verteidigungsminister Hegseth.
Erste Hinrichtung durch US-Militär seit mehr als 60 Jahren
Die geplante Exekution wäre ein historischer Schritt: Seit 1961 hat das US-Militär keinen Soldaten mehr hingerichtet. Auch die geplante Live-Übertragung wäre äußerst ungewöhnlich. Zwar dürfen bei Hinrichtungen in den USA teilweise Angehörige der Opfer oder Journalisten anwesend sein. Dass die Öffentlichkeit eine Exekution live verfolgen kann, ist in der jüngeren US-Geschichte jedoch praktisch beispiellos. Auch die Hinrichtungsmethode ist ungewöhnlich: Ein Erschießungskommando wurde vom US-Militär zuletzt im Zweiten Weltkrieg eingesetzt.
Nidal Hasan scheiterte mit Einspruch vor Oberstem Gericht
Der Verurteilung von Nidal Hasan folgte ein jahrelanger Rechtsstreit. Schon während seines Prozesses hatte der ehemalige Militärpsychiater für Aufsehen gesorgt, weil er sich selbst verteidigte. 2024 wandte sich Hasan schließlich an den Obersten Gerichtshof der USA. Er argumentierte, dass sein Recht auf einen öffentlichen Prozess verletzt worden sei, weil die Öffentlichkeit bei bestimmten Gesprächen über seine Verteidigung ausgeschlossen worden war. Doch das Gericht lehnte es 2025 ab, sich mit seinem Fall zu befassen.
Quelle: CBS News, AP, Reuters, dpa


